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Pflanzenbau 26.09.2019 08:30

Baumwanze wütet weiter

Die marmorierte Baumwanze entwickelt sich zu einem nationalen Problem. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Schadensbemessung doppelt so hoch.

Seit zwei Jahren ist die marmorierte Baumwanze in der Schweiz anzutreffen. Wie der Schweizer Obstverband in einer Mitteilung schreibt, richtet die Wanze dieses Jahr auf hiesigen Obstplantagen grosse Schäden an. Bis zu 20% Ernteausfälle beklagen Landwirte in der ganzen Schweiz, so die Mitteilung des Schweizer Obstverbandes. Bisher tauchten insbesondere in der Region Zürich grosse Schäden auf (Agronews vom 16.09.2019). Besonders betroffen seien Birnen, es bestehen aber auch Schäden an Äpfeln, Kirschen und Beeren sowie Peperoni und Tomaten. Die Wanze saugt das Fruchtfleisch an und sorgt so für deformierte und verfärbte Früchte.

Noch gibt es kein geeignetes Gegenmittel
Der Schädling, der wegen seines übelriechenden Sekrets auch Stinkwanze oder Stinkkäfer genannt wird, stammt aus China. Weil die Wanze erst seit Kurzem in der Schweiz ist, seien noch keine zugelassenen Insektizide zur Bekämpfung vorhanden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Wanzen überwintern in Häusern, deshalb sind Anlagen in Siedlungsnähe besonders betroffen. Wie der Obstverband schreibt sei eine chemische Bekämpfung sehr schwierig, da die ausgewachsenen Tiere bereits im April aus dem Winterquartier in die Kulturen einwandern. Auch eine Volleinnetzung der Anlagen müsse geprüft werden, allerdings sei dieser Lösungsansatz mit viel Risiko (Schnee im April) und hohen Investitionen verbunden.

Möglicher Gegenspieler könnte die aus Asien stammende Samurai Wespe sein, die die Wanzeneier frisst. Um die Wanze vermehren zu können, müssen zuerst Versuche durchgeführt werden. Dieser Prozess kann 2-4 Jahre dauern. Um die Obstproduzenten zu unterstützen arbeitet die Task Force Pflanzenschutz des Schweizer Obstverbandes und die Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft an einer schnellen Lösung.

Quelle: LID
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