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Pflanzenbau 08.05.2019 08:15

Bilanz nach den beiden Frostnächten

Eine erste Bilanz nach den beiden Frostnächten von Sonntag auf Montag und folgende Nacht zeigt, dass die Obst-, Beeren- und Weinkulturen Zürcher Weinland mit einem blauen Auge davon gekommen ist.
  • An den Reben sind wie hier in der Lage „Hinterhus“ in Benken sind die Frostschäden gut sichtbar.  (Bild: RoMü)

Hunderte von Heizkerzen, viel Holz und auch eine beachtliche Menge an Wasser kam in den letzten beiden Nächten vom 5. und 6. Mai 2019 im Weinland in Reb- und Obstanlagen wie auch in Kartoffelfeldern zur Frostbekämpfung zum Einsatz. Nach diesen zwei Nächten zeigt eine erste Bilanz, dass es bezüglich den Temperaturen aber wirklich sehr knapp geworden ist und man vereinzelt Schäden findet. Das festgestellte kleine Schadbild wiederspiegelt dies sehr deutlich. So sind ungeschützte Triebe im unteren Bereich an einem Stock Minikiwi in Truttikon vollständig erfroren. Auch an tief hängenden Frostruten im Weinbau stellte man in Truttikon erfrorene junge Triebe mit. Würde man in Benken einen uralten Rebbauer fragen, wo die Reben beim einem Spätfrost zuerst Schaden nehmen, käme mit grosser Sicherheit die Lage im „Hinderhus“ als Antwort. Dabei handelt es sich um eine etwas spezielle Lage, wo die kalte Luft nur schlecht abfliessen kann. Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass hier sehr kleinräumig in der unteren Parzellenhälfte mehr oder weniger der einzige Schaden am Kohlfirst festgestellt vorerst werden konnte.

Viel Glück gehabt

Beim Obst können aber durchaus noch versteckte Schäden auftreten, indem sich in den Früchten Frostringe bilden können. Grundsätzlich darf man aber davon ausgehen, dass man insbesondere im Obst- und Beerenbau mit einem blauen Auge davon gekommen ist, was auch David Szalatnay von der Fachstelle Obst am Strickhof bestätigt. „Im Gegensatz zu 2017 handelte sich um einen Strahlungsfrost, wo die oberen Luftschichten noch wärmer waren. So zeigten die Massnahmen wie Frostkerzen, Frostbuster oder auch die Überkronenberegnung gute Wirkung“, so sein erstes Fazit. Zugleich zeigt eine erste durch die Fachstelle durchgeführte Umfrage in den verschiedenen Regionen. Dass zwar lokal durch Frost geschädigte Blüten vor allem in den unteren Baumbereichen zu finden sind. „Dies über alles gesehen ist mit Blick auf die Ernteaussichten 2019 als nicht dramatisch zu beurteilen und die jetzigen Bedingungen sind mit 2017 in keiner Weise vergleichbar“, so Szalatnays erste Einschätzung.
Es gibt aber durchaus Kulturen wie der Spargel, welche die Kälte unter dem Gefrierpunkt nicht schätzt. Die grüne Spargel zeigt rasch Spuren des Frostes und auch der Bleichspargel wächst bei tieferen Temperaturen eher langsamer oder gar nicht.

Quelle: RoMü
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