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Archiv2019 01.02.2019 07:55

Birnen: Conférence und Williams trotzen dem Absatzrückgang

Das Birnenjahr 2018 war in der ersten Jahreshälfte geprägt von leeren Lagern und im zweiten Halbjahr von einer Grossernte. In der Summe gab es 2018 gegenüber dem Vorjahr einen Absatzrückgang um 7,7 % auf 14'355 t sowie deutliche Verschiebungen in den Top 5 der meistverkauften Birnensorten.
  • (Bild: Peter Smola / Pixelio)

Vor allem die Sorten Kaiser Alexander und Gute Luise verzeichneten erhebliche Absatzrückgänge. Unter den fünf meistgekauften Birnensorten gab es allerdings auch zwei, die deutlich zulegten: Conférence und Williams.

Conférence ist 2018 die Nummer Eins
Grund hierfür ist bei der Conférence der hohe Absatz in der ersten Jahreshälfte, als es kaum Schweizer Ware am Lager gab und somit viel Auslandware angeboten wurde. Bei der Williamsbirne sorgte vor allem die zweite Jahreshälfte für einen Absatzanstieg, was daran liegt, dass es bei dieser Sommerbirne eine grosse Ernte gab, welche zeitnah verkauft werden konnte.
Aufgrund dieser Entwicklungen war 2018 Conférence die meistgekaufte Birnensorte in der Schweiz. Mit einem Detailhandelsabsatz von 2'815 t war 2018 etwa jede fünfte verkaufte Birne von der Sorte Conférence.

Birnennachfrage in der Westschweiz hoch
Die Haushaltserhebung von Nielsen Schweiz bestätigt den allgemeinen Absatzrückgang: Schweizer Haushalte haben 2018 mit 3.1 kg pro Haushalt weniger Tafelbirnen nachgefragt als in jedem der drei Vorjahre. Ein deutlicher Abwärtstrend ist allerdings nur in der Deutschschweiz zu beobachten, wo 18 % weniger Birnen eingekauft wurden als 2015 (Westschweiz: -3 %). Im Betrachtungszeitraum 2015-18 kauften Westschweizer Haushalte stets mehr Birnen als Deutschschweizer, so etwa 3.6 kg im Jahr 2018 (Deutschschweiz: 3 kg).

Altersstruktur beeinflusst Vorliebe für Birnen
Vor allem Haushalte deren Haushaltsführende ein Alter von 65 und höher haben, kauften Birnen ein. So sticht diese Haushaltsgruppe im Jahr 2018 mit einem Einkauf von 5.1 kg deutlich hervor.
Auch Kinder haben die Nachfrage von Haushalten nach Birnen beeinflusst. Während Haushalte mit einem Kind weniger Birnen als der Schweizer Durchschnittshaushalt kauften, lagen Haushalte mit zwei Kindern mit 3.3 kg leicht über dem Durchschnitt. Bei Haushalten mit drei oder mehr Kindern ist die Nachfrage nach Birnen im Detailhandel mit 3.9 kg am stärksten ausgeprägt. Die beschränkte Lagerfähigkeit beim Konsumenten könnte ein Grund dafür sein, warum Birnen weniger von kleinen als von grossen Kinderhaushalten eingekauft werden. Weitere Faktoren wie Einkommen, Haushaltsgrösse oder Lage in Land/Stadt können die Nachfrage ebenfalls beeinflussen und wurden dementsprechend analysiert. Jedoch waren die oben genannten Haushaltsmerkmale besonders auffällig. Es sind somit wesentliche Einflussgrössen, welche die Nachfrage bestimmen.

Quelle: Marktbericht Früchte und Gemüse
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  •  Redaktion [RED]

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