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Management 30.11.2018 11:26

Bundesrat unterstützt Schweizer Zuckerbranche

Mit 300 Franken höheren Einzelkulturbeiträgen und einem Mindestzoll will der Bundesrat die Bemühungen der Branche zur Sicherung des Schweizer Zuckerrübenanbaus befristet bis 2021 unterstützen. Der Schweizer Bauernverband und die Interprofession Zucker unterstützen das Massnahmenpaket.

Der Bundesrat stimmte heute temporären Massnahmen zur Unterstützung von Schweizer Zucker zu. Befristet von Anfang 2019 bis Ende 2021 erhöht er den Einzelkulturbeitrag von 1800 auf 2100 Fr./ha und führt einen Mindestzoll von 70 Fr./t beim Zucker ein. Der Schweizer Bauernverband (SBV) und die Interprofession Zucker begrüssen den Entscheid. Bereits im Herbst 2015 hat SBV-Direktor Jacques Bourgeois im Hinblick auf die Quotenaufhebung in der EU im Herbst 2017 eine parlamentarische Initiative zur Absicherung des Schweizer Zuckerpreises eingereicht. Nach der Zustimmung in den zuständigen Kommissionen hat der Bundesrat nun Umsetzungsmassnehmen verabschiedet. Diese erfüllen die Forderungen der ursprünglichen parlamentarischen Initiative zwar nicht vollumfänglich, sie helfen aber, dem stark abgesunkenen Zucker-Preisniveau entgegen zu halten und so die Anbaubereitschaft für Zuckerrüben zu sichern.

Für die verarbeitende Nahrungsmittelindustrie und die Konsumenten sind die Anpassungen verkraftbar: Die zusätzlichen Kosten des Fixzolles betragen pro 100g Schokolade einen halben Rappen und pro 250 g Konfitüre einen Rappen. Die neuen Massnahmen sind Teil eines Gesamtpaketes. Die Branche leistet ebenfalls einen Beitrag: Dieser beinhaltet die Auflösung von Reserven der Schweizer Zucker AG, die Limitierung der Zuckerrübenimporte und eine umfassende betriebswirtschaftliche Studie entlang der ganzen Wertschöpfungskette Zucker. Diese soll Wege aufzeigen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Konkurrenzkraft von Schweizer Zucker im internationalen Markt langfristig zu steigern.

Schweizer Zucker ist durch bilaterale Abkommen mit dem EU-Preis verknüpft. 2017 hat die EU die Quotenregelung abgeschafft und die Produktion- und Exportmengen stark ausgedehnt. Aufgrund einer zusätzlichen Überproduktion auf dem Weltmarkt sind die europäischen Zuckerpreise zwischen September 2017 und September 2018 um 30% eingebrochen. Die Zuckerrübenfläche in der Schweiz ist rückläufig, die Versorgung des Schweizer Marktes und die Auslastung der beiden Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld sind gefährdet.

Quelle: SBV, Interprofession Zucker
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