UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv2019 05.06.2019 13:22

Der SBV ruft zum Verzicht auf ausgewählte Wirkstoffe auf

Damit das Trinkwasser noch sauberer wird, fordert der Schweizer Bauernverband die Landwirtschaftsbetriebe auf, den Einsatz der Wirkstoffe Bentazon, Chloridazon, Fluopicolid und S-Metolachlor zu vermeiden.

Sauberes Wasser ist wichtig, darin sind sich alle einig. Der Nationale Aktionsplan Pflanzenschutz geht gezielt die heute problematische Situation in kleinen und mittleren Oberflächengewässern des landwirtschaftlich intensiv genutzten Mittellandes an. Der Schweizer Bauernverband (SBV) hat sich auch mit der Situation beim Grundwasser beschäftigt: Aktuell halten 98 Prozent der Grundwasserfassstellen den extrem tiefen Anforderungswert von 0.0000001g/l ein. Gemäss den Analysen der nationalen Grundwasserbeobachtung (NAQUA) findet man in den Proben meist die vier gleichen Wirkstoffe aus der Landwirtschaft respektive deren Metaboliten. Es sind dies Bentazon, Chloridazon, Fluopicolid und S-Metolachlor. Heute kommen diese im Ackerbau, vor allem bei Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Verarbeitungsgemüse, zum Einsatz. Ihre Anwendung in den Grundwasserschutzzonen 1 und 2 ist seit jeher verboten. Der SBV will nun einen zusätzlichen Schritt machen, um die Rückstände aus der Landwirtschaft im Grundwasser weiter zu reduzieren. Er fordert die Bauern deshalb auf, die entsprechenden Wirkstoffe grundsätzlich nicht mehr einzusetzen und in jedem Fall auf eine Anwendung in der Grundwasserschutzzone 3 zu verzichten. Die Landwirtschaft zeigt damit gemäss SBV, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst ist und an stetigen Verbesserungen arbeitet. Sie könne damit als Vorbild dienen: Denn im Grundwasser findet man neben zahlreichen anderen Spuren aus Industrie und Haushalt auch Rückstände von Arzneimitteln (47 Prozent der Proben). Bei denen sind im Gegensatz zu den Pflanzenschutzmitteln keine Maximalwerte im Grundwasser festgelegt, weshalb es auch bei hohen Konzentrationen nicht zu Beanstandungen kommt.

Quelle: SBV
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