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Pflanzenbau 07.01.2020 07:59

Die längste Rübenkampagne geht zu Ende

An den ersten Neujahrstagen sind unter anderem auch im Zürcher Weinland die letzten Zuckerrüben abgeführt worden.
  • Die letzte Miete Zuckerrüben wird vom Transportring Stammertal am 2. Januar um die Mittagszeit abgeführt. (Bild: RoMü)

Die letztjährige Zuckerrübenernte und damit verbundene Verarbeitungskampagne wird wohl in die Geschichtsbücher eingehen. Sie wird in der schon über 50 jährigen Geschichte der Zuckerfabrik Frauenfeld als längste in die Annalen eingehen. Es war seither noch nie der Fall, dass über das Neujahr hinaus Zuckerrüben angeliefert und verarbeitet worden sind. Letztmals zog sich die Kampagne 2017 über die Weihnachtstage hinaus, konnte aber noch im selben Jahr abgeschlossen werden. Zu Kampagnebeginn sind während 9 Tagen ab dem 23. September zuerst die Biozuckerrüben aus der Schweiz und vor allem aus Deutschland verarbeitet worden. Die Leistung lag dabei zwischen 4‘000 und knapp 5‘500 t pro Tag. Am 6. Oktober konnte mit der Verarbeitung der konventionellen Rüben begonnen werden. Der Kampagnenabschluss verzögerte sich nicht zuletzt wegen mehrmaligen technischen Störungen im Werk Frauenfeld. Entsprechend sprachen die Verantwortlichen von einem holprigen Start. So musste zweimal der Brenner nach einem Ausfall umgebaut werden und eine Störung im Waschhaus machte eine Reduktion der Verarbeitungsmenge nötig. Somit wurde die Zielmenge pro Tag von rund 9‘600 t mehrmals unterschritten und immer wieder sank diese gar unter 9‘000 t. auch die Anfuhrplanung und -logistik war laufend gefordert. Grosse Ertragsschwankungen zu Beginn der Kampagne mit einem grossen aussergewöhnlichen Zuwachs bis in den November hinein sorgten zudem für viele Verschiebungen und Planungsanpassungen terminmässig vor allem nach hinten. Somit waren auch Rübentransporte über die Weihnachts- wie Neujahrstage notwendig, um die Fabrik laufend mit neuen Rüben zu beliefern und um eine reibungslose Versorgung der Fabrik zu gewährleisten. Die Bahnverladungen wurden in der Westschweiz schon vor Weihnachten abgeschlossen. Dabei wurden aber die gefüllten Bahnwagen als rollendes Lager während der Feiertagen eingesetzt. „Damit die Fabriken mit hoher Leistung weiter betrieben werden können, werden die Strassenanlieferungen so weit wie möglich erhöht. Dies ist nur dank der Flexibilität und Einsatzbereitschaft der beteiligten Transportorganisationen und Fahrer möglich“, schrieb die Schweizer Zucker AG. Dies führte dazu, dass an den Festtagen 26. Dezember und auch 2. Januar die Rübentransporte auch aus dem Weinland auf den Strassen nach Frauenfeld rollten. Dort sind in der Woche vor den Festtagen täglich fast 10‘000 t Rüben verarbeitet worden.

Verlagerung auf die Strasse

Bis anhin sind im Werk Frauenfeld noch rund 286‘000 t Rüben oder 44,6 Prozent aller Rüben mit der Bahn angeliefert worden. Vor 7 Jahren lag der Anteil auf der Schiene noch bei 52 Prozent. Dies widerspiegelt den deutlichen Trend, dass es zu einer massiven Verlagerung auf den Strassentransport kommt. Im näheren Umkreis der Zuckerfabrik Frauenfeld sind fast alle Bahnverladestationen gestrichen und auf den Strassentransport verlagert worden. Dabei erweist sich die Bahn als schwieriger Partner, weil sie die notwendige Transportinfrastruktur nicht mehr im gewünschten Umfang bereitstellen kann.

Quelle: RoMü
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