UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Management 23.12.2019 09:01

Die Schweizer Landwirtschaft 2019

Schädlingsdruck sorgte bei Gemüse, Obst und Raps für Herausforderungen. Die hohe Nachfrage der verarbeitenden Industrie nach Zuckerrüben und Raps konnte nicht gedeckt werden. Und erstmals übertrifft die Eierproduktion die 1-Milliarden-Marke.

Gemüse- und Obstproduzenten waren beiderseits betroffen von der marmorierten Baumwanze. Der asiatische Schädling hat sich 2019 zu einem nationalen Problem entwickelt und richtete bei Peperoni, Gurken und Aubergine sowie in Birnenkulturen grosse Schäden an. Beeren und Kirschen konnten zwar in grossen Mengen geerntet werden, der Markt blieb allerdings angespannt.

2019 war für das Getreide ein gutes Jahr. Das zeigte sich in der hohen Qualität und Erntemenge. Es wurden über 22'000 Tonnen Brotweizen zu Futtergetreide deklassiert, um einen Preiseinbruch zu verhindern. Der Bedarf an inländischem Futtergetreide übersteigt das Angebot weiterhin deutlich.

Beim Raps sorgten der hohe Schädlingsdruck und die frühjährlichen Frostperioden für eine tiefe Ernte. Weil die Lebensmittelindustrie vermehrt auf Palmöl verzichtet und dafür Rapsöl einsetzt, liegt die Vertragsmenge bei hohen 93'500 Tonnen Raps. Bloss 72% dieser Menge konnten erreicht werden.
Für nächstes Jahr wird noch mehr Raps nachgefragt.

Die Auswirkungen der Trockenheit 2018 zeigten sich im Wald dieses Jahr deutlich. Im Frühling starben in milderen Lagen unzählige Weisstannen ab und die Borkenkäfer befielen nicht nur Fichten, sondern auch Tannen, Föhren und Lärchen. Grosse Schadholzmengen fielen an, doch die Lager der Sägereien sind voll und der Holzpreis unattraktiv.

Einen historischen Tiefstand erreichte 2019 die Anzahl Milchkühe. Die Milchproduktion lag das ganze Jahr entsprechend leicht unter dem Vorjahr. Der Milchmarkt präsentierte sich stabil und aufgrund des eingeführten Nachhaltigkeitszuschlags für Swissmilk Green stiegen die Produzentenpreise für Milch nach September an.

Der Schweinemarkt präsentierte sich erstmals seit langem freundlich und die Schweizer Eierbranche erwartet erstmals über 1 Milliarde Schweizer Eier pro Jahr. Mit nur 13 Kilo pro Volk fiel die Honig-Ernte in der Schweiz so tief aus wie noch nie. Grund dafür war der kühle Mai, der die Bienen dazu veranlasste, den Honig selber zu verbrauchen.

Nachdem Bernard Lehmann als Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) in Pension gegangen war, kehrte im Dezember Christian Hofer als neuer Direktor ins BLW zurück. Im November gab Jacques Bourgeois nach 18 Jahren seinen Abschied als Direktor des Bauernverbandes (SBV) bekannt. Auf ihn soll ab April 2020 Martin Rufer folgen.

Quelle: LID
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