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Nutztiere 12.09.2019 09:47

Eier aus dem runden Stall

Die Niederlande gelten als besonders innovativ, was die Landwirtschaft angeht. Ein Beispiel ist der runde Hühnerstall Rondeel. Als Vorbild für die Schweiz kann das Land an der Nordsee aber nicht dienen.
  • Bild: Melina Gerhard, LID

Das Legehennen-Stallkonzept von Rondeel entstand aus der Not. Als 2003 die Hühnergrippe die niederländische Geflügelbranche bedrohte, beauftragte das Landwirtschaftsministerium die Universität Wageningen (WUR), ein Stallkonzept zu bauen. Dieses sollte eine tierfreundliche Haltung garantieren, einen minimalen Einfluss auf die Umwelt haben, sich gut in die Umgebung einfügen, der Öffentlichkeit mehr Transparenz bieten und nicht zuletzt den Landwirten eine komfortable und rentable Bewirtschaftung erlauben. Konsumentinnen und Konsumenten wurden nach ihren Vorstellungen zum Tierwohl gefragt.

Heraus kam der runde Legehennenstall Rondeel, der von der Vencomatic Group aufgekauft wurde, einer niederländischen Firma, die Geflügel-Stallbausysteme in der ganzen Welt vertreibt. Speziell am Konzept ist nicht nur die auffällige Form, die aus der Vogelperspektive aussieht wie ein Kuchen, bei dem ein Stück entfernt wurde. Fünf Abteile laufen auf die Mitte zu, wo die Eier gesammelt und abgepackt werden. In den fünf Abteilen leben jeweils 3'000 Hennen. Es gibt einen Innen- und einen Aussenbereich. Das Stallgelände bietet den Vögeln Möglichkeiten zum Fressen, Trinken, Eierlegen und Schlafen. Der Bereich ist durch einen Vorhang abgetrennt, der angehoben werden kann. Bedeckt mit einem Dach und Aussenwänden aus Draht simuliert der Aussenbereich die Natur möglichst genau. Holzschnitzel am Boden und Baumstrunke laden die Hennen ein, sich spielerisch zu betätigen.

Schweiz bietet mehr Fläche
Alle diese Massnahmen sollen höchstes Tierwohl bieten. Den Hühnern gefällts - davon ist auch Yann Oppliger, Bio-Eierproduzent aus Goumois JU überzeugt. "Die Hühner sehen gesund aus, sie sind lebhaft. Es scheint ihnen zu gefallen", kommentiert er den Rondeel-Stall während des Besuchs. Selber hat er einen Legehennenstall für 2'000 Tiere und obwohl das Stallystem im Innenbereich dasselbe ist wie dasjenige zuhause, gebe es ein paar Unterschiede. "In der Schweiz müssen wir den Tieren etwa dreimal so viel Fläche bieten", sagt der Junglandwirt. Ausreichend Schattenplätze, ein Sandbad zur regelmässigen Federpflege und täglicher Zugang zur Weide seien selbstverständlich.

Rondeel hat sich in einer Nische zwischen konventionell und Bio angesiedelt, sagt Ilse Poolen von Rondeel in Wintelre. Verpackt werden die Eier in Kartons, die biologisch abbaubar sind. "Zuerst haben wir Verpackungen aus Kokosfasern entworfen. Das haben wir weiterentwickelt und heute werden die Eier in Kartons aus Kartoffelstärke verkauft", erklärt Ilse Poolen. Nicht nur das Material, auch die Packungsgrösse und -form sind speziell. "Die runde Verpackung zeigt dem Konsumenten auf einen Blick, dass die Eier von Rondeel sind, also gewisse Tierwohlstandards erfüllen. Und eine Packung enthält ein Ei pro Wochentag, also sieben", fügt Poolen an. Vertrieben werden die Eier in ausgewählten Supermärkten und von der Fluggesellschaft KLM, die mit den Tierwohlstandards wirbt.

Quelle: LID
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