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Management 02.04.2019 07:27

Emmi übernimmt Mehrheit an der österreichischen Leeb Biomilch GmbH

Produkte aus Ziegenmilch zählen international zu den attraktivsten Nischen in der Milchbranche. Seit 2010 hat Emmi ihr internationales Ziegenmilch-Netzwerk schrittweise ausgebaut. Mit einer 66-%-Beteiligung am österreichischen Bio-Ziegenmilch- und Schafmilchverarbeiter Leeb Biomilch GmbH baut Emmi ihre Position in diesem Markt aus.

Durch die Akquisition der kalifornischen Cypress Grove und die Übernahme der Marke Le Petit Chevrier in der Schweiz ist Emmi 2010 in das Geschäft mit Ziegenmilchprodukten eingetreten. Die positiven Erfahrungen in diesem Segment haben Emmi dazu veranlasst, sich in dieser attraktiven Nische schrittweise zu verstärken. Mittlerweile umfasst das Ziegenmilch-Netzwerk von Emmi zwei Ziegenmilchverarbeiter in den USA (Cypress Grove, Redwood Hill), drei in Europa (Bettinehoeve (NLD), Goat Milk Powder (NLD), Lácteos Caprinos (ESP)) sowie das ebenfalls in den Niederlanden domizilierte, global agierende Handelsunternehmen AVH Dairy. Dabei handelt es sich durchweg um kleinere bis mittelgrosse Unternehmen, die sich durch interessante Positionen in ausgewählten Segmenten auszeichnen.

Mit einer 66-%-Beteiligung an der österreichischen Leeb Biomilch GmbH mit Sitz in Wartberg wird dieses Netzwerk nun noch dichter geknüpft. Dazu Urs Riedener, CEO der Emmi Gruppe: "Die Leeb Biomilch GmbH passt nicht nur wegen ihrer Ziegenmilchprodukte zu Emmi, sondern auch wegen ihrem klaren Bekenntnis zu Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit."

Ein führender Anbieter in Europa
Die Leeb Biomilch GmbH wurde 2001 vom österreichischen Lebensmittelingenieur Hubert Leeb gegründet. 2007 beteiligte sich Jörg Hackenbucher am Unternehmen, um mit seinem Know-How im Markenartikelgeschäft das Wachstum voranzutreiben. Und dies mit grossem Erfolg: So hat sich das Unternehmen in Europa eine führende Position bei Bio-Ziegenmilch- und Schafmilchprodukten im Bereich Frisch- und UHT-Milch, Milchmischgetränke sowie Joghurt erarbeitet. Die rund 50 Mitarbeitenden erwirtschaften einen Jahresumsatz von gut 15 Millionen Euro.

Das Geschäftsmodell der Leeb Biomilch GmbH fokussiert auf Molkerei- und Frischprodukte (v.a. Jogurts) aus Bio-Ziegenmilch und Bio-Schafmilch. Ihre Milch bezieht Leeb von rund 100 österreichischen Bio-Bauern.

Aus Österreich heraus beliefert die Leeb Biomilch GmbH Kunden in ganz Europa. Rund die Hälfte seines Umsatzes macht das Unternehmen im Heimmarkt Österreich. Weitere wichtige Märkte sind Deutschland und die Niederlande, wo unter anderem auch eine Zusammenarbeit mit den Emmi Tochtergesellschaften AVH Dairy und Bettinehoeve besteht.


Zusätzliches Standbein im Vegan-Markt
2016 entschieden sich Hubert Leeb und Jörg Hackenbuchner, mit veganen Milchalternativen ein zweites Standbein aufzubauen. Dabei blieben sie ihrer Überzeugung treu, dass jegliche Lebensmittel nachhaltigen Ursprungs sein sollten. Auch für die veganen Produkte der Marke MyLove-MyLife werden deshalb ausschliesslich biologische Rohstoffe – Mandeln, Kokosnuss und Hafer – verarbeitet. Dabei wird mit Hafer aus Österreich und Mandeln aus Sizilien dem eigenen Nachhaltigkeitsanspruch Rechnung getragen.

Die veganen Milchersatzprodukte werden durch die Hale GmbH vertrieben. Die wichtigsten Märkte für diese Produkte sind Detailhändler in Deutschland und Österreich.


Bewährte Crew bleibt am Steuer
Emmi übernimmt in einem ersten Schritt 66 % der Anteile von den beiden Eigentümern Hubert Leeb und Jörg Hackenbuchner. Die restlichen 34 % verbleiben bei den bisherigen Eigentümern. „Wir haben es gemeinsam geschafft, biologische Schaf- und Ziegenmilchprodukte von der Ritze zu eine attraktivem Nischensortiment zu entwickeln, das in ganz Europa stark nachgefragt wird,“ so Jörg Hackenbuchner. Hubert Leeb ergänzt: „Mit dem Verkauf der Anteilsmehrheit an Emmi wollen wir das Wachstum der letzten noch stärker vorantreiben.“Hubert Leeb und Jörg Hackenbuchner bleiben dem Unternehmen in ihren aktuellen Funktionen als Geschäftsführer erhalten. Personelle Veränderungen sind auch in anderen Bereichen nicht vorgesehen.

Das Closing dieser Transaktion wird voraussichtlich im Sommer 2019 erfolgen, vorbehältlich der Genehmigung durch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Quelle: Emmi
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  •  Redaktion [RED]

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