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Pflanzenbau 12.08.2019 13:20

Erhöhtes Unfallrisiko infolge trockenem Holz

Aktuell wird in den Wäldern der Schweiz und Europas die grosse Dürre des vergangenen Jahres immer spürbarer. Von den Dürreschäden besonders betroffen sind Tannen und Buchen, nebst weiteren Schäden durch das Eschentriebsterben und den Borkenkäferbefall.

Einige Gemeinden untersagen mittlerweile aufgrund der Werkeigentümerhaftung gemäss Art.58 OR den Zugang zu ihren Wäldern komplett, um das Risiko von Unfällen infolge fallender Äste oder Baumteilen einzudämmen. Totholz kann im Bereich öffentlicher Anlagen wie Waldspielplätzen, Strassen, Lehrpfaden, usw. in der Tat zu einer Gefahr werden.

Für die Landwirtschaft und die bevorstehende Holzschlagsaison bedeutet dieser Zustand ein erhöhtes Unfallrisiko! Während das Fällen von Bäumen an sich ist bereits eine gefährliche Tätigkeit darstellt, ist das Fällen von trockenen Bäumen oder in unmittelbarer Umgebung von stehendem, trockenem Holz mit einem noch sehr viel höheren Unfallrisiko behaftet.

Situationen richtig einschätzen
Vor Beginn der Arbeiten im Wald ist es unerlässlich, die Situation und insbesondere den Zustand der stehenden Bäume zu beurteilen. Diese Einschätzung erfordert viel Erfahrung, da viele Risikozustände nur schwer zu sehen und zu beurteilen sind. Das Vorhandensein von trockenen Ästen, Kronenteilen und die gesamte Baumstabilität muss bei der Risikobewertung berücksichtigt werden. Ein kleiner Schlag auf einen trockenen Stamm kann dazu führen, dass der Baum ganz oder teilweise bricht.
Für die Beurteilung des Bestandes vor der Waldarbeit stehen die Forstdienste der Gemeinden zur Verfügung.

Keine Fällarbeiten ohne Seilwinde
Ohne Seilwinde ist es zwecklos, mit Fällarbeiten im Wald zu beginnen. Die Seilwinde ermöglicht Ihnen, in einem Sicherheitsabstand zu arbeiten, der gross genug ist, um dem Gefahrenbereich von herunterfallenden Zweigen oder Kronenteilen fernzubleiben. Traktoren ohne Fahrerschutzkabine haben in der Waldarbeit nichts zu suchen. Die Kabine schützt nicht nur bei Stürzen, sondern auch vor herunterfallenden Baumteilen. Eine geeignete Fällmethode in Kombination mit dem Einsatz der Seilwinde und einem sicheren Fahrzeug senkt hier das Risiko eines schweren Arbeitsunfalls erheblich.

Spezielle Ausbildung erforderlich
Das Fällen von trockenen Bäumen erfordert neben einer Spezialausrüstung wie Teleskopstangen oder Hebegurten unbedingt eine spezifische Ausbildung. Sie vermittelt die richtige Einschätzung von Totholz, die sichere Fällmethode und den Einsatz des Spezialmaterials. Die eintägige Ausbildung richtet sich an Personen mit fundierter Erfahrung im Holzschlag und findet mit maximal 4 Teilnehmern statt.

Quelle: BUL
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