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fenaco-LANDI 11.03.2019 13:52

fenaco Engagement im Val d’Anniviers

Dank der fenaco Genossenschaft kann jedes Jahr ein Projekt mit der Schweizer Berghilfe umgesetzt werden. Martin Keller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der fenaco, hat sich im Val d’Anniviers (VS) ein Bild davon gemacht, was diese Unterstützung bewirkt.
  • Fromagerie d'Anniviers 2019 Charles Cardonier (rechts) von der Fromagerie d'Anniviers erklärt Martin Keller (Mitte), auf was es beim Käsen ankommt. © Yannick Andrea
  •  Fromagerie d'Anniviers 2019 Tradition und Moderne im Einklang: Für das arbeitsintensive Pflegen des Käses kommt neu ein Roboter zum Einsatz. © Yannick Andrea
  •  Fromagerie d'Anniviers 2019 Dank Neubau kann die Fromagerie 20 Prozent mehr Milch verarbeiten. Das freut Martin Keller sowie Charles Cardonier und Christian Salamin (von links) von der Käsereigenossenschaft. © Yannick Andrea

Auf diesen Besuch in der Käserei-Genossenschaft in Vissoie im Walliser Val d’Anniviers haben sich alle gefreut: Die Verantwortlichen der Fromagerie d’Anniviers wie auch Martin Keller, Chef der fenaco Genossenschaft. «Es ist schön, mit eigenen Augen zu sehen, wie das Geld investiert wurde, das die fenaco Genossenschaft für den Neubau der Käserei zur Verfügung gestellt hat.» Die Unterstützung der fenaco für dieses Projekt, das gemeinsam mit der Schweizer Berghilfe realisiert wurde, beläuft sich auf 155 000 Franken.

Die 23 aktiven Käserei-Genossenschafter tragen ihren Teil zum Erfolg des 3,7 Millionen Franken teuren Investitionsprojekts bei: Sie investieren einen erheblichen Beitrag in die neue Käserei und erbringen dabei auch ein persönliches Engagement. Sie sorgen dafür, dass die Wiesen und Alpweiden im ganzen Tal weiterhin bewirtschaftet werden, dass eine lokale Wertschöpfung stattfindet und so dem Abwanderungstrend entgegengewirkt wird.

Roboter pflegt den Käse
Christian Salamin und Charles Cardonier von der Käsereigenossenschaft zeigen Martin Keller auf einem Rundgang die rundum erneuerte Käserei. Anschliessend sitzen sie bei einem Kaffee beisammen. Das soeben Gesehene hat Keller überzeugt: «Ihr habt Tradition und Fortschritt perfekt verbunden», sagt er. Beim Käsen selbst, setzt die Käserei auf viel Handarbeit und traditionelle Produktionsverfahren. Das arbeitsintensive Pflegen des Käses hingegen übernimmt ein Roboter, gross wie ein kompakter PW, ganz ohne manuelle Unterstützung. Kellers Meinung nach ist dies genau das Rezept, um in Zukunft bestehen zu können. «Wer an der richtigen Stelle auf modernste Technologie setzt, kann Traditionen erfolgreich pflegen.»

Professionelle Unterstützung
Die fenaco setzt einen Teil ihres Gewinns ein, um Selbsthilfe-Projekte in der Schweizer Landwirtschaft zu fördern. 2015 entschied die fenaco, das System zu professionalisieren und dafür mit der Schweizer Berghilfe zusammenzuarbeiten. Seit dem Start von fenaco Engagement wurden bereits vier Projekte von Landwirten in Schweizer Bergregionen unterstützt – stets mit dem Ziel, die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen zu unterstützen.

«Der Entscheid, die Prüfung der zu unterstützenden Projekte einer professionellen Organisation zu überlassen, zahlt sich aus», sagt Martin Keller. «Wir können jetzt mit unseren finanziellen Mitteln deutlich mehr für Landwirte in strukturschwachen Regionen bewirken.»

www.fromagerie-anniviers.ch



fenaco Engagement: das soziale Engagement der fenaco
Die fenaco Genossenschaft unterstützt die Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Ernährungssicherheit und zur Bewirtschaftung des Lebensraums in der Schweiz. fenaco nimmt dabei auch ihre soziale Verantwortung über ihre reguläre Tätigkeit wahr.

So ist fenaco seit 2015 Partnerin der Schweizer Berghilfe. Ziel dieser Partnerschaft ist es, Projekte von Landwirten oder landwirtschaftlichen Gemeinschaften zu fördern, um Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Bergregionen zu erhalten sowie den Erhalt der alpinen Kulturlandschaft zu unterstützen.

Im Rahmen dieser Partnerschaft beteiligte sich die fenaco in den letzten Jahren mit über 330 000 Franken an unterschiedlichen Projekten. So konnte beispielsweise der Wärmeverbund Finsterwald (LU) dank der Hilfe von fenaco Engagement eine neue Schnitzelholz-Heizungszentrale installieren und so 900 Waldbesitzern – vorwiegend Bauern – eine Abnahme von Restholz sichern. Auch auf der Unteren Zettenalp ob Sigriswil (BE) wurde ein neuer Alpstall und eine neue Käsereianlage mitfinanziert.

Darüber hinaus hat die fenaco per 2015 auch einen Fonds für landwirtschaftliche Not- und Härtefälle geäufnet. Mit ihm soll rasch und unbürokratisch geholfen werden können, wenn Landwirtschaftsbetriebe durch Elementarschäden, Unfälle oder andere Ereignisse wirtschaftlich betroffen sind. Die Anträge auf Hilfeleistung erfolgen dabei über die örtliche LANDI. Ist diese bereit, einen Drittel der benötigten Naturalleistungen oder Instandstellungskosten zu übernehmen, steuert die fenaco die restlichen zwei Drittel aus ihrem Nothilfefonds bei.

  • Autor/Redaktor
  • Markus Röösli [roe]

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