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Landtechnik 15.04.2019 09:02

Fortsetzung der positiven Entwicklung

Die Rapid Gruppe hat im Geschäftsjahr 2018 gut gearbeitet. Alle Bereiche mit Ausnahme der Sparte Traktoren und Spezialfahrzeuge konnten zulegen. Den einzigen Dämpfer bildete der Einbruch der weltweiten Halbleiterindustrie ab Mitte Jahr, der den Schwung im Geschäftsbereich Contract Manufacturing abrupt abbremste.

Die Nettoerträge der Rapid Gruppe für das Geschäftsjahr 2018 liegen bei Fr 45,0 Millionen, ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2017: Fr 42,4 Millionen). Der EBIT konnte von Fr 3,1 Millionen auf Fr 3,4 Millionen gesteigert werden. Der Reingewinn beträgt Fr 2,6 Millionen und liegt steuerbedingt tiefer als im Vorjahr.

Geschäftsbereich Land- und Kommunaltechnik
Im Geschäftsbereich Land- und Kommunaltechnik konnte die Rapid Technic AG den Umsatz um 6,2 Prozent auf Fr 37,6 Millionen steigern. Wachstumsmotor war vor allem der Export in die Hauptmärkte der Rapid Gruppe im Alpenraum.

Weiterhin gut entwickelt haben sich die Verkäufe der Plattformmaschine Rapid Monta und Rapid Varea. Vor einem Jahr hat Rapid kommuniziert, dass sie die Entwicklung neuer Produkte forciert. Im Berichtsjahr konnten nun sieben neue Grundmaschinenmodelle und zwei neue Anbaugeräte erfolgreich auf den Markt gebracht werden. Die Umsetzung des Plattformkonzepts und der damit verbundenen Standardisierung der Baugruppen hat eine markante Reduktion der Bauteile zur Folge. Es hat zu einer Vereinfachung der Dokumentation, der Produktschulung und aller Einkaufs- und Verkaufs- aufwendungen geführt.

Der im Vorjahr vorgestellte Multitwister Heuschieber wurde im 2018 lanciert und ist vom Markt sehr positiv aufgenommen worden. Das bisherige Modell wurde durch einen kleineren Typ ergänzt, der sich noch einfacher verladen und transportieren lässt.

Als Folge des guten Konjunkturverlaufs stand die Einkaufsabteilung der Rapid Gruppe vor der Herausforderung, die benötigten Teile termingerecht in genügendem Umfang verfügbar zu haben, ohne mit markanten Preiserhöhungen konfrontiert zu sein. Auch künftig wird der Teilebeschaffung eine Schlüsselrolle zukommen. Die Rapid Gruppe wird die Kapazitäten im Einkauf ausbauen mit dem Ziel, die Lieferanten noch enger an sich zu binden.

Der Umsatz im Handelsgeschäft der Rapid Gruppe, der Sparte Traktoren und Spezialfahrzeuge, ging im Geschäftsjahr 2018 erneut, aber erwartet, zurück. Mit der Aufgabe des Imports von Nilfisk-Produkten hat Rapid im Berichtszeitraum die Auflösung einer unbefriedigenden Geschäftsbeziehung beschlossen. Beibehalten werden die Raupentransporter von Canycom; sie passen in die Philosophie der handgeführten Motorgeräte und weisen eine geringe Komplexität auf. Der Ausstieg bei Nilfisk und die Ankündigung des Ausstiegs bei Iseki haben anfänglich zu Verunsicherung bei den Vertriebspartnern geführt. Nach Erläuterung der aktuellen Situation und den damit verbundenen Hintergründen zeigte die Mehrheit der Kunden Verständnis für diesen Schritt.

Geschäftsbereich Contract Manufacturing
Der Bereich Contract Manufacturing (Fertigungsaufträge für Industriekunden) konnte im zurücklie- genden Geschäftsjahr an die positive Entwicklung des Vorjahrs anknüpfen. Der Umsatz legte um 15,5 Prozent auf Fr 7,8 Millionen zu.

Im ersten Halbjahr erhielt Rapid eine wahre Flut an Aufträgen aus der Halbleiter-Zulieferindustrie. In der zweiten Jahreshälfte brachen diese Aufträge förmlich weg, jedoch konnte bis zum Jahresende trotzdem eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr erreicht werden. Gestützt auf die sehr gute Auslastung konnte in den ersten sechs Monaten die Produktivität deutlich verbessert, die Bearbeitungszeiten reduziert und damit der Deckungsbeitrag erhöht werden. Als Folge des Auftragseinbruchs in der zweiten Jahreshälfte resultierte hingegen eine mangelnde Auslastung, was das Ergebnis schmälerte.

Der Bekanntheitsgrad von Rapid als verlässlicher Dienstleister für Industriekunden steigt kontinuierlich und es konnten im Berichtszeitraum wiederum mehrere Neukunden gewonnen werden. Im Bereich FSW (Rührreibschweissen) gelang es beispielsweise, interessante Projekte auf dem Gebiet der Elektromobilität zu akquirieren. Ein wichtiges Projekt stellte die Zertifizierung EN 150285 CL1 dar, die im laufenden Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen wurde. Das Zertifikat erlaubt es der Rapid Gruppe nun auch Strukturbauteile für die Bahnindustrie zu verarbeiten.

Organisation
Die vor zwei Jahren etablierte neue Organisationstruktur der Rapid Gruppe hat sich auch im Berichtsjahr bewährt. Eine der wichtigsten Funktionen, die Stelle des Leiters After Sales, konnte neu besetzt werden, mit durchwegs positiven Rückmeldungen aus dem Markt. Im Weiteren wurde der Bereich Human Resources aufgewertet und wird aktuell ausgebaut. Die Rapid Gruppe will vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels die Entwicklung der eigenen Mitarbeitenden intensivieren. Die Weiterbildung wird systematisiert, und die Personalentwicklung soll neu ein Element der Fünfjahresplanung werden. In der Geschäftsleitung der Rapid Gruppe kommt es im neuen Geschäftsjahr zu einem Wechsel. Peter Jaeger, CFO der Rapid Gruppe, wird nach 17 Jahren bei Rapid eine neue Herausforderung ausserhalb des Unternehmens annehmen. Er arbeitet derzeit seinen Nachfolger Stefan Hebeisen ein, der am 1. März 2019 bei Rapid eingetreten ist.

Anträge an die Generalversammlung
Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vom 25. April 2019 vor, wie im Vorjahr eine Dividende von 50 Franken je Aktie auszuschütten. Dieser Vorschlag entspricht der Dividendenpolitik der Rapid Holding AG, ungeachtet der Ertragslage des Unternehmens überschüssige Finanzmittel an die Aktionäre zurückzuführen. Im Weiteren wird die Wiederwahl aller bestehenden Verwaltungsräte beantragt. An der konstituierenden Verwaltungsratssitzung nach der Generalversammlung wird, wie bereits im Vorjahr kommuniziert, Michael Häusermann neu das Präsidium des Verwaltungsrats übernehmen. Florian Kaufmann bleibt Vizepräsident, Philipp Buhofer und Niklaus Peter Nüesch sind Mitglieder des Gremiums.

Ausblick
Einen Ausblick auf das laufende Jahr zu geben, ist diesmal anspruchsvoll. Als Folge der Trockenheit in ganz Europa sind die Futterpreise markant angestiegen. Entsprechend herrscht in der Landwirtschaft Verunsicherung und damit verbunden Zurückhaltung bei Investitionen in neue Geräte. Mit dem Einachser und dem Multitwister bietet die Rapid Gruppe im Vergleich zu teuren Spezialfahrzeugen wie Mähtraktoren und Transportern jedoch preislich interessante Lösungen für die Grünlandtechnik in Steillagen an. So gesehen könnte der Geschäftsbereich Land- und Kommunaltechnik sogar von der Verunsicherung profitieren.

Im Bereich Contract Manufacturing dürfte sich der gute Geschäftsgang fortsetzen. Der Auftragseingang aus der Bahnindustrie entwickelt sich von Beginn weg erfreulich, so dass die Auslastung der Fertigungskapazitäten für die kommenden Monate gesichert ist. Positiv sind auch die zahlreichen neuen FSW-Projekte. In diesem Bereich war die Rapid Gruppe noch nie so breit und diversifiziert aufgestellt wie heute.

In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf dem organischen Wachstum im Eigenprodukt, was Rapid mit der Plattformstrategie und mit neuen Produkten gut gelungen ist. Gleichzeitig verfolgt der Verwaltungsrat intensiv strategische Projekte, die die Markstellung weiter stärken werden. Das Ziel ist immer, das bestehende Produktportfolio sinnvoll zu ergänzen und bestehende und neue Märkte zu erreichen.

Quelle: Rapid
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  •  Redaktion [RED]

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