UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 11.09.2019 10:35

Himbeersaison mit Höhen und Tiefen

Himbeeren aus der Schweiz hatten es im Sommer 2019 nicht leicht am Markt. Wetterbedingt kamen sie etwas später als im Vorjahr auf den Markt, dann aber im Juli plötzlich in grossen Mengen. Die Preise fielen entsprechend von Juni auf Juli, und es wurden mehr Preisaktionen im Detailhandel festgestellt.
  • (Bild: BLW)

Bereits vor Beginn der Schweizer Produktion wurde eine grosse Menge an Importhimbeeren nachgefragt. Dieses Jahr wurden jeden Monat mehr Mengen importiert als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Der Höchstwert lag im Mai bei 900 t eingeführter frischer Himbeeren.

Erst wenige Schweizer Himbeeren, dann viele
Die ersten bedeutenden Mengen an Himbeeren aus Schweizer Produktion kamen im Juni auf den Markt. Allerdings stiegen die Produktionsmengen aufgrund der Hitze nur zögerlich an, weshalb im Juni mit 59 t nur etwas über ein Drittel der durchschnittlichen Mengen von 2015-18 geerntet wurden. Infolge der knappen Inlandversorgung war der Grosshandelspreis für Schweizer Himbeeren, die an den klassischen Detailhandel und die Gastronomie geliefert werden, mit 15.02 CHF/kg deutlich höher als im Durchschnitt der vier Vorjahre. Der Bedarf wurde von Juni bis Mitte Juli durch mehr Importe gedeckt als es zu dieser Zeitperiode in den vier Vorjahren üblich war.
Ab Mitte Juli änderte sich die Situation und es kam eine überdurchschnittliche Menge an Schweizer Himbeeren auf den Markt. Der Grosshandelspreis fiel dementsprechend um 9,6 % auf 13.57 CHF/kg. Auch im August wurden mehr Mengen geerntet als zu diesem Zeitpunkt in den vier Vorjahren. Aufgrund der Sommerferienzeit, zu der viele Schweizer verreisen, stellte die Vermarktung der frischen Ware eine Herausforderung dar.

Schweizer Himbeeren: Juli ist Aktionsmonat
Die BLW Marktanalyse führt ein wöchentliches Aktionsmonitoring im klassischen Detailhandel durch, welches Einblicke in die Vermarktungsaktivitäten bietet. Bei der Aktionsintensität der Juni- bis Augustwochen 2019 (Wochen 23 bis 35) ist festzustellen, dass wie in den vier Vorjahren im Juni nur verhalten Aktionen durchgeführt wurden (Durchschnitt: 15 %). Im Juli stieg die Aktionsintensität dann stark an (Monatsdurchschnitt 31 %). Anschliessend ging die Aktionsintensität im August wieder deutlich auf 14% zurück, was vor allem an den aktionsarmen Wochen 33 und 34 liegt. Während der Schweizer Himbeersaison ist der Juli als bedeutendster Aktionsmonat typisch. Auch in den vier Vorjahren war dies der aktionsintensivste Monat.
Die Anzahl der gemessenen Aktionen ist verglichen mit den vier Vorjahren auf einem durchschnittlichen Niveau geblieben. Jedoch werden seit 2015 deutlich mehr Aktionen getätigt als in den Jahren 2010-14. Es ist zu berücksichtigen, dass bei der Aktionsintensität nur die Standard-Himbeerartikel berücksichtigt werden. Neben den klassischen Himbeerschalen werden aber durchaus auch Himbeeren in anderen Formen mit Aktionen beworben, so etwa im Beerenmix-Gebinde zusammen mit Blaubeeren oder Brombeeren. Solche Mischartikel bieten Abwechslung und erfreuen sich bei Schweizer Haushalten wachsender Beliebtheit.

Quelle: BLW
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

    Email
Zurück zur Übersicht