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Pflanzenbau 06.11.2018 08:41

Hitze, Trockenheit und späte Waldtracht bestimmten das Honigjahr

Die Schweizer Honigernte 2018 hat den Bienen und den Imker/-innen einiges abverlangt. Als niemand mehr mit einer Waldtracht gerechnet hatte, honigte Mitte August in einigen Regionen der Wald. Dieser späte Zeitpunkt brachte den klassischen imkerlichen Kalender da und dort etwas durcheinander.
  • (Bild: bienen.ch)

An der Internetumfrage von Apisuisse, dem Dachverband der Schweizer Imkerschaft, haben 1118 Imker und Imkerinnen mit 1306 Standorten in der ganzen Schweiz und Liechtenstein teilgenommen. Das ist im zweiten Jahr in Folge eine weitere Zunahme von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Vorjahr 2017 war im Frühling durch die Frostperiode Ende April geprägt, so dass nur wenig Blütenhonig geerntet werden konnte. Das war 2018 ganz anders: durchgehend ab März war es sonnig und wurde immer wärmer. Eine überdurchschnittliche Frühlingshonigernte war in der ganzen Schweiz die Folge. Nach dem frühen Ende der Blütezeit wegen des warmen und schönen Wetters folgte eine ausgeprägte Trachtlücke, in der die Bienen keinen Nektar mehr fanden. Die goldgelbe Frühlingshonigernte liegt mit schweizweit durchschnittlichen 10,7 kg pro Bienenvolk über dem langjährigen Mittelwert.

Mit dem fortschreitenden Sommer und der zunehmenden Hitze schwand die Aussicht auf eine Waldtracht zusehends. Viele Imker/-innen begannen bereits Mitte Juli die leeren Honigräume abzunehmen, die Völker zu füttern und die Behandlung gegen die Varroa-Milbe durchzuführen. Aber ab dem 27. Juli setzte heuer die grosse Hitzewelle mit Tageshöchsttemperaturen über 30 Grad ein. Eine Varroa-Behandlung bei solchen Bedingungen verlangt vom Imker höchste Vorsicht, um die Bienenbrut und die Königin nicht zu schädigen. Doch entgegen den Erwartungen setze regional eine starke Waldtracht ein. Sie führte in einigen Regionen der Schweiz zu einer ansehnlichen Sommerhonigernte und immerhin einem schweizweiten Durchschnittsertrag von 12,5 kg pro Bienenvolk. Damit wurde auch der in den vergangenen acht Jahren zu beobachtende Zweijahresrhythmus unterbrochen. Das gilt insbesondere für die Kantone AG, BL, BS, JU, SH und SO. 

Die durchschnittliche Gesamternte lag damit 2018 bei 23,2 kg, was leicht über dem langjährigen Mittelwert liegt. Dabei sind kantonal grosse Unterschiede festzustellen. So wurden in den nördlichen Kantonen Schaffhausen, Jura und Basel-Stadt mit knapp 40 kg pro Bienenvolk am meisten Honig geerntet. Die alpinen Kantone Appenzell Innerrhoden, Schwyz, Obwalden und tlw. Bern bilden den Schluss dieser Rangliste mit elf bis 16 kg pro Bienenvolk.

Quelle: Apisuisse
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