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Nutztiere 20.11.2019 15:14

Infoanlass zur TVD-Einführung und der Situation um die Afrikanische Schweinepest

Am traditionellen Informationsanlass des Schaffhauser Landwirtschaftsamtes gab es rund um die Tierhaltung viele Informationen. Dazu gehörten die Einführung der TVD für kleine Wiederkäuer und die aktuelle Situation bezüglich der Afrikanischen Schweinepest.
  • Wildschweine können die Afrikanische Schweinepest ebenfalls übertragen.
Bild: zVg

Um eine Verbesserung der Rückverfolgbarkeit bei den Schafen und Ziegen zu erreichen, wird ab 2020 die Ausweitung der Tierverkehrsdatenbank (TVD) auf Ziegen und Schafe vollzogen. Ziel davon ist unter anderem, schweizweit die Moderhinke besser bekämpfen zu können.
Darüber sind die Schaffhauser Bauern im Rahmen eines Informationsabends des Landwirtschaftsamtes und Bauernverbandes informiert worden. Claudia Ochsner vom Landwirtschaftsamt erinnerte daran, dass von der „Schazie“ auch alle nicht bäuerlichen Halter von Schafen und Ziegen verpflichtet sind, auch einzelne gehaltene Tiere zu melden, damit sie entsprechend erfasst werden können. So besteht eine Meldepflicht für Lämmer und Gitzi nach deren Geburt, bei Zukäufen oder Abgängen, Verendungen und Schlachtungen. „Schafe müssen entsprechend mit einer normal üblichen und einer elektronisch erfassbaren Ohrmarke ausgestattet werden“, führte Kantonstierarzt Peter Uehlinger aus. Auch bei den Ziegen ist eine doppelte Marke notwendig, wobei man aber auf die elektronische verzichten kann. Bei Transporten ist neu ein vollständig mit den Tiernummern ausgefülltes Begleitdokument mitzuführen. „Konkret müssen alle Geburten und Bewegungen ab 2020 registriert und früher geborene Tiere bis Ende 2020 registriert werden“, so Uehlinger. Die Nachmarkierung mit der elektronischen Ohrmarke hat bei den Schafen vor dem verstellen oder bis Ende 2022 zu erfolgen, bei Ziegen ist die zweite Ohrmarke bis Ende 2023 anzubringen. Uehlinger kam zudem noch auf die Freilandhaltung von Schafen im Winter zu sprechen. „Schafe ertragen im Freien den Winter gut. Es muss aber ein Witterungsschutz gewährleistet sein“, so der Kantonstierarzt. Auen sind vor der Geburt einzustallen und während dem ganzen Jahr muss die Versorgung mit Wasser gewährleistet sein.

Afrikanische Schweinepest
„Bei der afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine hochansteckende Tierseuche, die aber nur bei schweinartigen Tieren auftritt und für den Menschen keine Gefahr darstellt“, hielt Uehlinger fest. Diese Seuche ist nach ihrem Ausbruch in Georgien in Osteuropa, vor allem in den baltischen Staaten und in Polen stark verbreitet. Je ein Fall wurde in Tschechien und auch in Belgien festgestellt, wobei Tschechien wieder seuchenfrei ist. Die Verschleppung erfolgt grundsätzlich durch den Menschen, wobei es aber keine explosionsartige Ausbreitung gibt. „Ein von einem Chauffeur aus dem Osten mitgebrachtes weggeworfenes Sandwich kann die Seuche bereits einschleppen und übertragen, wenn es beispielsweise von einem Wildschwein gefressen wird oder in einem Futtertrog landet“, hielt Uehlinger fest. Der Virus ist extrem widerstandsfähig und weist eine hohe Infektionsdosis auf. Dieser kann vier bis sieben Monate in Blut, Knochen, Fleisch oder auch Fleischprodukte überleben. Bei Kadaver sind es gar bis zu sechs Monaten.
Ein an der Maul- und Klauenseuche erkranktes Tier beispielsweise steckt den ganzen Bestand an, es gehen aber nur einzelne Tiere ein. Bei einer solchen Krankheit spricht man gemäss Uehlinger von einer tiefen Morbidität. Die Afrikanische Schweinepest hingegen weist eine hohe Letalität auf. Dabei werden nur wenige Tiere mit dem Virus angesteckt, aber dafür gehen deutlich mehr Tiere ein. Zudem können die infizierten Schweine den Virus über lange Zeit in sich tragen. Uehlinger verwies darauf, dass man bei der Bekämpfung auf Prävention setzt, um eine Einschleppung in den Hausschweinebestand zu verhindern. Dazu gehören ein Früherkennungsprogramm mit einem Risikokataster und ein Merkblatt für Schweinehalter. So werden beispielsweise aufgefundene Wildschweinkadaver entsprechend untersucht. Im Fokus stehen aber die verschiedenen Biosicherheitsmassnahmen. So sind die Wildschweine durch eine Auszäunung von Schweineställen und ihren Ausläufen fernzuhalten. Wer osteuropäische Mitarbeiter beschäftigt, sollte zudem darauf achten, dass diese nicht mit den in den Heimat getragenen Kleidern die Ställe betreten oder gar aus der Heimat mitgebrachte Speisereste an die Schweine verfüttern. Trotzdem besteht für die Schweinehalter beim Zukauf von Schweinen oder durch eine Übertragung mit kontaminiertem Futter ein gewisses Risiko. „Ein Befall ist trotz allen Massnahmen jederzeit möglich. Man kann durchaus damit rechnen, dass sie kommt“, hielt Uehlinger fest.

Quelle: Roland Müller
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