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Nutztiere 10.04.2019 09:09

Insekten bald als Schweinefutter?

Bislang haben sich Insekten als menschliche Nahrung nicht richtig durchgesetzt. Vielleicht treten sie ihren Siegeszug in der Nahrungsmittelindustrie aber bald über einen Umweg an: als Eiweissquelle im Futter für Schweine, Hühner und Fische.
  • Als menschliche Nahrung haben Insekten den Durchbruch noch nicht geschafft. Vielleicht dienen sie bald zur Ernährung der Nutztiere? (Bild: pixabay.com)

Nutztiere, allen voran Schweine und Hühner, brauchen Proteine im Futter. Meist werden diese in Form von Soja ins Futter gemischt. Dies sorgt allerdings immer wieder für Kritik, da für den Anbau wertvolle Lebensräume zerstört werden, so proplanta.de. 

Masse produzieren
Auch Fischmehl, das aus Marokko und Peru importiert wird, ist hinsichtlich der Überfischung der Weltmeere nicht nur umstritten, sondern auch teuer. Insekten könnten eine Lösung sein, ist sich Rainer Benning, Lebensmitteltechnologe an der Hochschule Bremerhaven sicher.
Die Hochschule erforscht nun zusammen mit den Universitäten Göttingen und Erlangen, wie Insekten in Masse produziert und anschliessend blanchiert, getrocknet und gemahlen ins Futter gemischt werden können. 

Kreislauf soll geschlossen werden
Der Umweltverband WWF sieht in der Nutzung von Insekten für Tierfutter vor allem dan Vorteile, wenn die Larven mit organischen Abfallprodukten ermnährt würden. "Wenn aus nicht proteinhaltigem pflanzlichem Material Proteine hergestellt werden, ist das ein sinnvoller Kreislauf", so Matthias Meissner vom WWF im Gespräch mit proplanta.de. Allerdings sei der Energiebedarf bei der Insektenzüchtung recht hoch.
Bisher sei die Zucht von Mehlkäfer-Larven vor allem Handarbeit. Um grosse Mengen produzieren zu können, müssten automatisierte Fertigungsstrassen eingesetzt werden. Maschinen müssten erkennen, wann die Tiere erntereif sind, aber auch nicht zu lange warten, bis die Larven sich verpuppen. Zudem sollte die Maschine möglichst erkennen, wie hoch der aktuelle Gehalt von Fett und Protein in der Larve ist.

Quelle: LID
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  •  Redaktion [RED]

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