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Nutztiere 10.01.2019 08:30

Ist meine Milchproduktion (noch) rentabel?

Die Frage nach der Rentabilität ihrer Milchproduktion stellt sich Milchproduzenten immer wieder. Der aktualisierte "Online-Kostenrechner Milchproduktion" soll helfen, die Produktionskosten auf dem eigenen Betrieb zu kennen, zu analysieren und mögliches Kostensenkungspotential zu finden. Neu integriert wurden die Vergleichszahlen 2017.

Jeder Landwirt kann im Internet die Adresse www.swissmilk.ch/kostenrechner/aufrufen und schon ist das einfach zu bedienende Recheninstrument gratis nutzbar. Der Kostenrechner ist ein Dienstleistungsangebot von AGRIDEA, SMP, Beratungsforum Schweiz und Profi-Lait. Mit wenigen Eingaben ist es möglich, die Milchproduktionskosten des eigenen Betriebes zu berechnen und mit Referenzwerten einer Vergleichsgruppe aus der zentralen Buchhaltungsauswertung von Agroscope zu vergleichen. 

Direktkosten kurzfristig beeinflussbar
Die Direktkosten haben einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an den Vollkosten der Milchproduktion. Sie können durch Verbesserungen in der Produktionstechnik kurzfristig beeinflusst werden. Ein Beispiel kann der gezieltere Kraftfuttereinsatz sein, um die Kosten für Ergänzungsfutter zu reduzieren. Die Kosten für Ergänzungsfutter machen einen grossen Anteil der Direktkosten aus. Eine exakt auf das momentane eigene Grundfutter abgestimmte Ergänzungs- und Leistungsfütterung führt oft zu tieferen Kraftfutterkosten. Zusätzlich können durch bessere Milchgehalte und weniger Krankheiten weitere positive wirtschaftliche Effekte resultieren. 

Rot oder grün? Schwachstellen schnell aufdecken: So funktioniert es
Zunächst werden im Kostenrechner einige allgemeine Angaben zum Betrieb abgefragt. Danach geben Sie ihre Werte für Ergänzungsfutter, Tierzukäufe, Tierarztkosten usw. ein. Ergänzen Sie die Maske mit dem Erlös für Milch, Tiere und Sonstiges. Jetzt können Sie das aktuelle Vergleichsjahr (Neu: 2017) und die Ihrem Betrieb am besten entsprechende Vergleichsgruppe auswählen. Dann sehen Sie sofort bei welchen Positionen Sie besser (grüne Felder) oder schlechter (rote Felder) abschneiden als die ausgewählte Vergleichsgruppe. Als Betriebsleiter müssen Sie sich bei allen roten Positionen fragen, was andere Betriebsleiter hier besser machen. So wird mögliches Verbesserungspotential zur Kostenoptimierung auf dem eigenen Betrieb auf einfache Art und Weise aufgezeigt. 

Handeln müssen Sie selbst!
Die schwierige Lage auf dem Milchmarkt mit tiefen Milchpreisen zwingt jeden Milchproduzenten, sich mit seiner wirtschaftlichen Situation auseinanderzusetzen. Leider ist der Einfluss des einzelnen Milchproduzenten auf seinen Milchpreis sehr gering. Umso grösser ist aber der Einfluss auf die Produktionskosten und somit die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Wer weiterhin erfolgreich Milch produzieren will, muss die eigenen Kosten kennen und möglichst minimieren. Machen Sie den Kostencheck mit dem Kostenrechner und nutzen Sie für weitergehende Analysen ihres Betriebes (z.B. Vollkostenrechnung Milch) das Dienstleistungsangebot der kantonalen Beratungsdienste. 

Kontakt
Franz Sutter, AGRIDEA, Geschäftsführer Profi-Lait
Chiara Augsburger, AGRIDEA

Quelle: AGRIDEA
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