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Pflanzenbau 03.10.2019 18:00

Kartoffeln: Ernte 2019 und Aussichten auf 2020

Zwei Hitzeperioden im Juni und Juli setzten den Kartoffeln stark zu. Die Ernte für die Lagerware erfordert Geduld, da die Kartoffeln später als in den Vorjahren über eine ausreichende Schalenfestigkeit verfügen. Die Ernteschätzung liegt bei fünf bis zehn Prozent unter dem Vorjahr.
  • Kartoffelernte: Der Anteil Klein­sortierung ist bei den meisten Sorten deutlich höher als letztes Jahr. (Bild: Patrick Kreienbühl)

Die Hauptkartoffelernte 2019 ist in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um rund zwei Wochen verzögert. Die Kartoffeln wurden im Frühling unter sehr guten Bedingungen gepflanzt. Die kühle Witterung verzögerte darauf die Entwicklung der Kartoffelkulturen. Die abgedeckten Flächen konnten sowohl beim Frischkonsum wie den Chipskartoffeln dank einer sehr gesunden Nachfrage und tiefen Lagerbeständen aus dem Vorjahr vermarktet werden.

Limitierender Faktor Wasser
Auch in diesem Jahr war an vielen Orten die Wasserversorgung der limitierende Faktor. Zwei Hitzeperioden von Ende Juni und Ende Juli mit verbreitet Temperaturen um die 35 °C setzten den Kulturen stark zu und führten teilweise zu einem vorzeitigen Absterben der Pflanzen. Die Ertragserhebung von swisspatat um den 20. August zeigte dann auch ein Angebot deutlich unter der Nachfrage. Zahlreiche Felder waren zu diesem Zeitpunkt noch im Wachstum. Es zeigt sich jetzt, dass zwar noch ein Zuwachs stattgefunden hat. Oft war dieser jedoch verbunden mit sinkenden Stärkewerten und teilweise auch Qualitätsproblemen wie Zwiewuchs, Hohlherzigkeit sowie Problemen mit der Backfarbe.
Die Ernte ist aktuell voll im Gang. Die Bedingungen sind leider zu trocken und viele Kartoffeln verfügen, wenn überhaupt, nur sehr verzögert über die nötige Schalenfestigkeit. Alles in allem ist die Ernte bis Ende August reibungslos verlaufen, die Haupternte für die Lagerware gestaltet sich jedoch nicht einfach und erfordert Geduld.

Pflanzgutproduktion 2019
Die Ernteschätzung 2019 von Swisssem liegt je nach Segment 5 bis10 Prozent unter derjenigen vom Vorjahr. Der Anteil Kleinsortierung ist jedoch bei den meisten Sorten deutlich höher als bei der letztjährigen Ernte.
Die fenaco rät den Kartoffelpflanzern, wenn möglich und sinnvoll bei der Bestellung die Möglichkeit von Kleinsortierung prüfen.
Der sehr hohe Blattlausdruck während der Vegetationsperiode wird zur Zurückstufung von Vermehrungsbeständen und auch zu Abweisungen bei der Zertifizierung führen. Davon sind auch Sorten mit einer an sich guten Resistenz betroffen. Das genaue Ausmass war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Die äusseren Mängel bei der Bonitierung von Agroscope in Changins stellen etwas mehr Schorf gegenüber dem Vorjahr fest, jedoch keinen Befall durch den problematischen Pulverschorf. Der Befall mit Rhizoctonia liegt auf erfreulich tiefem Niveau.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass es bei Industriesorten insbesondere bei Chipssorten zu Ergänzungsimporten kommen wird. Auch in diesem Jahr wird die Abstimmung vom verfügbaren Pflanzgut auf die Rohwarenbudgets der Kunden die Anpassungen und Flexibilität der Produzenten erfordern.

Lieferbedingungen
Die Bedingungen erfahren nach den letztjährigen Anpassungen keine Änderungen. Die Preisdifferenz zwischen Herbst- und Frühlingsbestellungen beträgt weiterhin Fr. 7.–

  • Grundpreis für Bestellungen bis und mit 8. November für Auslieferungen November
  • Zuschlag von Fr. 2.–/100 kg für Bestellungen ab dem 11. November
  • Zuschlag von Fr. 7.–/100 kg für Lieferungen ab dem 11. Dezember

Mengenabstufungen
  • Pflanzgut Normalsortierung kann auch in Big-Bag à 1100 kg bestellt werden, Mindestmenge 6600 kg pro Sorte. Dies kann eine sinnvolle Alternative sein, um den Paloxenaustausch zu reduzieren.
  • Mengenabstufung bei Paloxen: Preisabstufung bei Bestellung unter 3300 kg / Sorte.
  • Gebeiztes Pflanzgut wird für Normalsortierung in Paloxen oder Sackmengen über 750 kg angeboten. Der Zuschlag beträgt Fr. 10.–/ 100 kg. Die Lagerbeizung ist eine wirkungsvolle Massnahme gegen Rhizoctonia.
  • Pflanzkartoffeln in 25 kg Säcken werden in drei Mengenabstufungen angeboten (unter 250 kg, 250 – 725 kg, ab 750 kg). Kleinbestellungen werden nach Absprache bei den Frühjahrsauslieferungen zusammengefasst. 
Quelle: UFA-Revue 10/2019
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

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