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Nutztiere 04.09.2019 10:14

Lebergesundheit - Stress verhindern

Ist eine Kuh gestresst, so belastet dies den Stoffwechsel und damit auch die Leber. Nebst dem Management, können während der Transitphase auch durch die Fütterung Massnahmen umgesetzt werden, um die Leber auf die Laktation vorzubereiten.

Nutztiere sind darauf angewiesen, dass die Leber ihre vielen Funktionen als Stoffwechselorgan jederzeit optimal wahrnehmen kann. Wenn dies nicht der Fall ist, sind diverse Gesundheitsprobleme mit teilweise hohen Kostenfolgen vorprogrammiert. Die wichtigsten Funktionen der Leber betreffen den Fettstoffwechsel, die Glukoseproduktion und -speicherung oder die Entgiftung diverser Fremdstoffe.

Gefahr in der Transitphase
Der Einfluss durch die hormonelle Umstellung im geburtsnahen Zeitraum darf nicht unterschätzt werden. Die 21 Tage vor und nach dem Kalben sind ausschlaggebend für die Gesundheit, Produktivität, Reproduktionsleistung und anschließende Rentabilität der Milchkuh. Wichtige Stressoren während der Transitphase sind das Umgruppieren, der Geburtsstress, Hitzestress sowie bekannte Krankheiten wie Ketose oder Milchfieber. Als Alarmreaktion reagiert der Körper mit unspezifischen Entzündungen. Oxidativer Stress oder ein durchlässiger Darm belasten die Leber mit toxischen Stoffen. Folgen davon sind eine reduzierte Futteraufnahme mit entsprechenden Auswirkungen auf die Energiebilanz in der Startphase und diversen Folgekrankheiten wie Ketose, Leberschäden oder Endometritis.

Stress verhindern
Gesundheitliche Probleme während der Startphase oder eine schlechte Reproduktion bei Milchkühen haben ihren Ursprung vielfach bereits vor dem Abkalben in der Galtphase.
Oberstes Ziel ist deshalb ein optimiertes Management mit einer möglichst stressfreien Galt-, Geburts- und Startphase. Hier sind Managementfaktoren wie Platz je Tier, Klima, Futterumstellung und Eingliederung in die Herde essenziell. Es sollen möglichst wenig Stressoren vorhanden sein, welche das Entstehen von Entzündungen begünstigen.
Von Seiten der Fütterung besteht die Möglichkeit, mit dem Einsatz natürlicher Antioxidantien die Entstehung von Zellstress zu reduzieren. Auch entzündungshemmende Stoffe natürlicher Herkunft können während der Umstellung eine positive Wirkung haben.
Nur eine gesunde Leber ist den Herausforderungen gewachsen. Damit dieses sehr wichtige Organ geschützt wird, sind die genannten Punkte im Management sowie in der Fütterung zu berücksichtigen. Eine gesunde Leber wirkt sich nicht nur auf die folgende Laktation aus, sondern auch auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Kuh und somit auf ihre Langlebigkeit und die Lebtagesleistung.

Quelle: UFA-Revue 09/2019
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