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Pflanzenbau 03.10.2019 08:35

Maschinelle Weinlese im Zürcher Weinland

In diesen Tagen läuft die Weinlese im Zürcher Weinland auf Hochtouren. Dabei kommt immer mehr der Vollernter zum Einsatz. Einzelne Betriebe können diese aufgrund der vielen positiven Erfahrungen maschinelle Weinlese kaum mehr wegzudenken.
  • Der gezogene Vollernter mit Karl-Heinz Wolfarth am Steuer des Schleppers lässt sich in fast allen Lagen in Uhwiesen einsetzen. (Bild: RoMü)

Der Uhwieser Rebmann und Weinmacher Daniel Witzig steht am Rand seiner Rebparzelle mitten im Dorf und wartet bis der gezogene Traubenvollernter auf der Strasse ankommt. Am Steuer des Schleppers sitzt Karl-Heinz Wolfarth, welcher die Maschine wie sein eigener Hosensack in- und auswändig kennt. Es braucht durchaus viel Fachwissen und Erfahrung, damit der Vollernter richtig eingestellt ist und geführt wird. Es ist für Daniel Witzig bereits nun das siebte Jahr, wo er auf seinem Weingut auf diese Technologie setzt und diese aufgrund der vielen positiven Erfahrungen nicht mehr missen möchte. Nur noch in einer kleinen sehr steilen Lage muss die Lese noch von Hand erfolgen. In der maschinellen Ernte sieht Witzig viele Vorteile. Erfüllen die Rebanlagen die technischen Anforderungen, so kann sehr sauber und exakt geerntet werden, wobei die Traubenbeeren von den Trappen abgeschüttelt werden. Zudem lässt sich der gezogene Vollernter im Gegensatz zum selbstfahrenden Vollernter in einem engeren Radius und somit schmäleren Rebweg wenden. Dazu gehört auch eine sehr grosse zeitliche Flexibilität in Bezug auf die Lesetermine und auch Leistung, ohne dass man auf zahlreiche Erntehelfer für die Lese angewiesen ist. Bezüglich der Qualität hat er bisher noch keine Nachteile festgestellt, da man die Ernte laufend rasch verarbeitet, was grundsätzlich auch gewährleistet sein muss. Das Lesegut wird jeweils nach zwei Reihen von einem Rebschlepper gezogenen Vollernter in einen Spezialerntewagen überladen. Danach wird es sofort in die Trotte überführt, wo es bereits wenige Minuten später über die Abbeermaschine entweder direkt in die Presse oder für die Maischegärung den Gärbehältern zugeführt wird.

Mehrere Maschinen im Einsatz

Nebst dem Vollerntereinsatz in Uhwiesen sind bereits auch weitere Maschinen in der Ostschweiz im Einsatz. Auch die Volg – Weinkellereien setzen in dafür geeigneten Lagen seit Jahren auf diese Erntetechnologie mit einer selbstfahrenden Erntemaschine. Im Klettgau setzt der Lohnbetrieb von Felix Fleischli in Oberhallau ebenfalls einen Vollernter bereits nun im dritten Jahr ein. Über eine mehrjährige durchaus positive Erfahrung mit der mechanischen Weinlese verfügt auch der Ossinger Christian Oertli, welcher seine gezogene Maschine auch bei Dritten erfolgreich einsetzt.
Befürchtete Schäden an den Reben sind aber nicht zu verzeichnen, da das Abschütteln der Traubenbeeren sehr schonend erfolgt. Ebenfalls aufgefangene Blätter werden ausgeblasen und am Boden findet man deutlich weniger Beeren als bei der Handlese.

Quelle: RoMü
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