UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv2015 22.06.2015 08:20

Meldestelle «nichtionisierende Strahlung» kaum genutzt

Weniger als 1 Promille der Schweizer Tierhalter haben einen Verdacht auf gesundheitliche Störungen bei ihren Tieren durch Elektrosmog gemeldet. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird deshalb die im Jahr 2013 initiierte Meldestelle «Nutztiere und nichtionisierende Strahlung» nicht weiterführen.

Beim BAFU sind in der Vergangenheit verschiedentlich Meldungen über gesundheitliche Störungen bei Nutztieren eingegangen, die deren Halter auf nichtionisierende Strahlung (Elektrosmog) oder vagabundierende Ströme im Stall zurückführten. Da es wenig wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt, sind sowohl Ursachen als auch Verbreitung solcher Störungen unklar. Um Klarheit über Ausmass und Art solcher Störungen zu erhalten, hat das BAFU Ende 2013 die Meldestelle Nutztiere und nichtionisierende Strahlung (NUNIS) geschaffen.

Kleiner Rücklauf, vielfältige Störungen gemeldet
Im Laufe des Jahres 2014 haben 576 Personen NUNIS angesehen. Insgesamt 44 (=100%) der ausgefüllten Fragebogen konnten ausgewertet werden, 18 waren vollständig ausgefüllt. Bei insgesamt rund 55‘200 Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz im Jahr 2013 haben sich weniger als 1 Promille der Betriebe gemeldet.
Die gemeldeten Störungen waren vielfältig es wurden diverse Krankheiten angegeben. Ebenfalls waren in vielen Fällen verschiedene Tierarten betroffen.

BAFU führt Meldestelle nicht weiter
Ziel des Projektes war es, das Ausmass von Störungen, die von Tierhaltern in Zusammenhang mit Elektrosmog oder vagabundierenden Strömen gebracht werden, zu erfassen. Die Befragung lässt den Schluss zu, dass derartige Probleme selten vorkommen. Das BAFU wird die Meldestelle deshalb nicht weiterführen. Nicht Gegenstand der Befragung war die Suche nach anderen Ursachen. Die Zuschreibung der Probleme zu Elektrosmog oder vagabundierenden Strömen stammt von den Tierhaltern und ist nicht unabhängig geprüft. Die Abteilung Ambulanz und Bestandesmedizin der Universität Zürich wird die Meldestelle für Forschungszwecke weiter betreiben.

Quelle: Michael Hässig, Universität Zürich
  • Autor/Redaktor
  • Gabriela Küng
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