UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv 2017 02.03.2018 11:05

Melkroboter und Kartoffeln in der Bahnhofshalle

Die Absolventen der höheren Fachschule für Agrotechniker hat am vergangenen Donnerstag Milch und Kartoffeln in der Zürcher Bahnhofhalle gebracht, um der urbanen Bevölkerung die moderne Seite der Schweizer Landwirtschaft zu zeigen.
  • Der Kartoffelvollernter und kniehohe Kartoffelstauden sorgten als Blickfang. (Bild: RoMü)
  • An den Marktständen haben Bauern ihre eigenen veredelten Produkte zum Kauf angeboten. (Bild: RoMü)

Wo normalerweise täglich mitten im pulsierenden Zürich tausende von Besuchern auf eilen und von den Zügen kommen, herrschte am 1. März eine völlig unerwartete Welt. Während es Draussen bei Temperaturen deutlich unter null leicht schneite, war es witterungsmässig auch in der grossen Bahnhofhalle frostig. Doch der Landwirtschaftsevent brachte durchaus etwas Wärme in der Herzen, wobei auch ein Glühbier oder ein Raclette die kalten Glieder etwas aufwärmten.
Die Agrotechniker HF-Studenten haben als Teil ihrer Ausbildung diese Ausstellung vorbereitet und brachten für einen Tag Teile der Landwirtschaft in die grosse Halle und präsentierten auf rund 1‘600 Quadratmetern Schwerpunkt Milch und Kartoffeln. Claude Gerwig, welcher als Fachlehrer diese Klasse betreut, zeigte sich vom Einsatz der Studenten beeindruckt. Am späten Mittwochabend begannen der Aufbau der Stände und Ausstellungen sowie das Einrichtungen der technischen Teile. Dabei setzten sie bezüglich der Produktionsformen auf die neusten Technologien. «Wir wollen in der Bahnhofshalle und somit in einem der meist frequentierten Orte der ganzen Schweiz den Pendlern die moderne Landwirtschaft zeigen», erklärte Peter Odermatt, einer der Absolventen der HF. Grundsätzlich standen die beiden Wertschöpfungsketten von Milch und Kartoffeln im Fokus.
Während zur Überraschung von vielen Besuchern zwei Kühe im tiefen Stroh friedlich widerkäuten, sorgte auch der Melkroboter für interessierte Blicke. So konnten die Passanten diesen Melkroboter bewundern, welcher heute in der Schweizer Milchwirtschaft in vielen Ställen ab 50 Kühen kaum mehr wegzudenken ist. Dazu gehört aber auch die moderne Milchlogistik mit dem Milchlastwagen. Hingegen führte die kleine Schaukäserei die Besucher wieder in die einfache Alphütte.

Vielfalt der Kartoffeln
Einerseits sorgte der grosse gelbe Vollernter zur Kartoffelernte für einen eigentlichen Blickfang. Doch diese Maschine war nur ein Teil der Ausstellung. Bereits seit dem vergangenen Dezember angezogene kniehohe Kartoffelstauden zeigten auf, das hinter dieser wertvollen Knolle für die menschliche Ernährung mehr steckt, als viele glauben. Eine grosse Sortenausstellung zeigte die Vielfalt der Kartoffelsorten für die unterschiedlichsten Gerichte. Doch auch diese Kultur hat ihre natürlichen Feinde, indem beispielsweise der Lebenszyklus des Kartoffelkäfers aufgezeigt wurde. Zugleich hatten die jüngeren Besucher die Möglichkeit, einmal selber in der frischen Erde Kartoffeln zu ernten.
Schlussendlich wurde der Besuch mit einem Gang durch verschiedene Marktstände abgerundet. Immer mehr Bauern setzen auf die Veredelung ihrer eigenen Produkte, welche sie nun an diesem Markt den Besuchern in der Bahnhofhalle anboten. Doch auch das kulinarische darf nicht fehlen. Ein feines Raclette deckte die beiden Ausstellungsschwerpunkte sehr ideal ab.
Doch der Event verfolgte auch weitere Ziele. So wurden ganz bewusst als PR für die moderne Schweizer Landwirtschaft gezielt ausgewählte Facetten der Nahrungsmittelproduktion einem eher urban geprägten Publikum nähergebracht. Zugleich standen aber auch der Beruf des Landwirts und der Strickhof als landwirtschaftliche Bildungsstätte im Zentrum. Doch der Anlass hatte bezüglich der Ausbildung zum Agrotechniker HF auch ihre Aufgaben. So waren die Absolventen gefordert, während der mehrmonatigen Vorbereitung sämtliche nötige Kontakte zu knüpfen und alles schlussendlich bis ins kleinste Detail zu planen, was ihnen entsprechend den Reaktionen vor Ort gut geglückt ist.

Quelle: RoMü
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