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Nutztiere 05.03.2019 14:24

Milchpreis steigt 2018 um 2,4 %

Im Jahr 2018 erhöhte sich der gesamtschweizerische Produzentenpreis für Milch gegenüber dem Vorjahr um 1,52 Rappen auf 63,88 Rp./kg. Ein Vergleich mit dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre zeigt für die einzelnen Milchsorten eine jeweils unterschiedliche Preisentwicklung. Zu den Einflussfaktoren des Milchpreises gehören unter anderem die Art der Verwertung, die Produktionsform sowie die Marktlage im In- und Ausland.
  • BLW, Fachbereich Marktanalysen

Unterschiedliche Milchpreisentwicklung 
Im Beobachtungszeitraum (2000 – 2018) verzeichnete der gesamtschweizerische Produzentenpreis für Milch 2008 (Jahr mit starker Rohstoffknappheit) einen aussergewöhnlichen Anstieg, um dann 2016 den Tiefststand zu markieren (60,64 Rp./kg). In der Folge erholte sich der Preis während der vergangenen zwei Jahre und erreichte 2018 schliesslich einen Stand von 63,88 Rp./kg. Im Jahr 2009, das von der Aufhebung der Milchkontingentierung und der weltweiten Preissenkung bei Milchprodukten geprägt war, verzeichnete der Milchpreis einen markanten Rückgang. Der gesamtschweizerische Produzentenpreis für Milch lag 2018 praktisch auf dem gleichen Niveau wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (63,81 Rp./kg). Im Vergleich zum Mittelwert der zehn Vorjahre verzeichnete der Produzentenpreis für verkäste Milch (+0,21 Rp./kg) und insbesondere für Bio-Milch (+4,01 Rp./kg) 2018 einen Anstieg, während bei der Molkereimilch eine Einbusse hinzunehmen war (-1,86 Rp./kg). Die Molkereimilch wird zum tiefsten Preis gekauft. Sie wird in erster Linie zu Konsummilch, Butter, Milchpulver, Konsumrahm, Joghurt und zu Industriekäse (z. B. Mozzarella) verarbeitet. 

Regionale Abweichungen beim Milchpreis
Im regionalen Vergleich erzielten die Milchproduzenten der Regionen 1 und 5 im Jahr 2018 Preise über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt, nämlich 71,88 Rp./kg bzw. 70,45 Rp./kg (vgl. Seite 3). In den übrigen Regionen lagen die Milchpreise unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Diese Unterschiede sind auf den Umstand zurückzuführen, dass in den Regionen 1 und 5 für verkäste Milch relativ hohe Preise bezahlt werden. Der Preis für die an gewerbliche Käsereien gelieferte Milch war in der Region 1, in welcher vorwiegend Gruyère hergestellt wird, am höchsten (83,74 Rp./kg). In der Region 2, in welcher die Produktion von Emmentaler ausgeprägt ist, erzielte indessen die an gewerbliche Käsereien gelieferte Milch mit 65,12 Rp./kg den niedrigsten Preis. Das Endprodukt sowie seine Beliebtheit am Markt bestimmen dementsprechend den Produzentenpreis für den Rohstoff (Rohmilch). Bei den Molkereimilchpreisen sind die regionalen Unterschiede hingegen sehr gering. 

Milchpreis in der EU leicht rückläufig
Der Produzentenpreis für Milch registrierte 2018 in der EU einen leichten Rückgang, während er in der Schweiz einen Anstieg verzeichnete. Gemäss Angaben von LTO Nederland erlitt der Produzentenpreis für Milch 2018 im Vorjahresvergleich einen Verlust von 2,84 % und lag noch bei 33,91 €/100 kg. Mit Blick auf die Nachbarländer zeigte der Produzentenpreis für Milch 2018 in Österreich, Italien sowie in Deutschland einen leichten Abwärtstrend. In Frankreich verzeichnete der Milchpreis hingegen einen leichten Anstieg. Die Schwankungen von Angebot und Nachfrage bei Milchprodukten weltweit und die Preisfluktuationen bei den Milchprodukten (v. a. Milchpulver und Butter) an den internationalen Märkten beeinflussen unter anderem die Entwicklung des Produzentenpreises für Milch.

Den Marktbericht Milch finden Sie unter www.blw.admin.ch

Quelle: BLW
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