UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 01.10.2018 13:53

Nachhaltig produzierter Schweizer Zucker wird unterstützt

Die Zuckerrüben leiden stark unter der Trockenheit und Krankheiten. Die Ernte 2018 wird unterdurchschnittlich ausfallen und die Schweizer Zucker AG wird den Markt ein weiteres Jahr nicht mit genügend Schweizer Zucker abdecken können. Die Zuckerbranche unterstützt die Zuckerrübenpflanzer mit Sofortmassnahmen und begrüsst die Vorschläge des Bundes zur Stärkung von Schweizer Zucker.

Die extremen Wetterbedingen und verschiedene Krankheiten wie Cercospora und das sich aus der Westschweiz ausbreitende «Syndrome de la basse richesse» führen zu tiefen Erträgen und Zuckergehalten. Die Interprofession Zucker reagiert mit Sofortmassnahmen auf die Ausnahmesituation und unterstützt die Pflanzer mit mehreren Massnahmen:

  • Die erste Akontozahlung für gelieferte Rüben erfolgt monatlich, nicht erst im Dezember.
  • Keinen Abzug für Lieferungen mit einem Zuckergehalt unter 16%.
  • Die Treueprämie wird ausbezahlt, auch wenn die dazu nötige Liefermenge nicht erreicht wird. Bedingung dafür ist ein abgeschlossener Anbauvertrag 2019 mit mindestens dergleichen Zuckerquote. 

Es ist wichtig, die Rüben-Anbaufläche in der Schweiz zu erhalten, da die Schweizer Zucker AG den Markt mit der kleinen Rübenernte 2018 ein weiteres Mal nicht abdecken kann. Die Schweizer Zucker AG ruft die Pflanzer auf, die Anbauverträge 2019 zu unterzeichnen und heisst neue Pflanzer willkommen.

Unterstützung vom Bund
Die Schweizer Zuckerwirtschaft hat nicht nur ein weiteres schwieriges Jahr, sondern steht wegen der Überproduktion in der EU zu Tiefstpreisen vor grossen Herausforderungen. Dank der parlamentarischen Initiative Bourgeois hat der Bund ein Paket mit befristeten Massnahmen zum Erhalt der Zuckerindustrie in die Vernehmlassung geschickt. Der Einzelkulturbeitrag für Zuckerrüben soll um Fr. 300 auf Fr 2100 pro Hektar erhöht und ein Mindestzoll von Fr. 70 /Tonne Zucker eingeführt werden. Die Massnahmen sollen bereits per Januar 2019 in Kraft treten und sind bis 2021 befristet. Die Schweizer Zucker AG und die Schweizer Rübenpflanzer unterstützen den Vorschlag, auch wenn damit nicht alle Forderungen erfüllt werden. Die Mehrausgaben für den Einzelkulturbeitrag dürfen aber nicht bei anderen Massnahmen im Agrarbudget kompensiert werden. Daneben soll die Zuckerwirtschaft durch Reserveauflösung und weitere Effizienzsteigerung zur Sicherung von kostendeckenden Rübenpreisen beitragen. Es muss das gemeinsame Ziel aller Akteure sein, die Rübenfläche zu stabilisieren und wieder zu steigern, um einen genügend hohen Selbstversorgungsgrad mit inländischem Zucker zu sichern.

Schweizer Zucker ist nachhaltiger als Importzucker
Entgegen einer Falschaussage in Radio DRS zeigen verschiedene unabhängige Studien, dass Schweizer Zucker ökologischer hergestellt wird als importierter Zucker. (Details: http://www.nachhaltigkeit.zucker.ch). Eine aktuelle Studie vergleicht Importzucker aus der EU mit der inländischen Produktion. Schweizer Zucker belastet die Umwelt etwa 30% weniger. In der Schweiz haben wir im Durchschnitt höhere Felderträge und es wird mehr Hofdünger eingesetzt. In den Fabriken resultiert eine hohe Zuckerausbeute und es werden umweltfreundliche Energieträger verwendet. Im Ausland wird noch verbreitet Braunkohle verbrannt, die Schweizer Zucker AG baut dagegen in Aarberg ein Holzkraftwerk, das CO2 neutrales Altholz als Energiequelle verwenden wird. Zum gleichen Schluss gelangt ein Vergleich von in der Schweiz hergestelltem Bio-Rübenzucker mit importiertem Bio-Fairtrade-Rohrzucker.
Bio-Rübenzuckerbelastet die Umwelt deutlich weniger. Eine früher verfasste Studie stellt einheimischen Zucker importiertem Rohrzucker aus Südamerika gegenüber. Die Ökobilanz für Schweizer Zucker weist eine vorteilhaftere Ökobilanz auf. Zudem ist er sozialverträglicher. Mit der Zuckerproduktion fallen auf der gleichen Ackerfläche wertvolle Futtermittel wie Zuckerrübenschnitzel und Melasse an. Der Importzucker wird zum Teil grossindustriell hergestellt, oft kann Kinderarbeit nicht ausgeschlossen werden oder die Felder werden vor der Ernte abgebrannt.

Grenzschutz Zucker
Gemäss der Agrareinfuhrverordnung Art. 5 überprüft das Bundesamt für Landwirtschaft die Zollansätze monatlich und setzt sie so fest, dass die Preise für importierten Zucker, zuzüglich Zollansätze und Garantiefondsbeitrag, den Marktpreisen in der europäischen Union entsprechen. Der Zollansatz entspricht somit gemäss Berechnungsschema des BLW der Differenz zwischen EU- und Weltmarktpreis. Da sich die Differenz zwischen Welt- und EU-Preis wegen der Quotenaufhebung in der EU massiv verkleinert hat, betragen die Grenzabgaben aktuell nur noch Fr. 20.- / Tonne Zucker. Zudem ist aufgrund der weltweiten Überproduktion das Preisniveau auf ein Rekordtief gesunken. Quelle: Schweizer Zucker AG
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  •  Redaktion [RED]

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