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Verschiedenes 08.06.2018 08:06

Oberwalliser Bergdörfer werden zu «Smart Villages»

Die fünf Oberwalliser Bergdörfer Eischoll, Ernen, Fieschertal, Guttet-Feschel und Saas-Fee des Netzwerks Oberwalliser Berggemeinden wollen eine Pionierrolle einnehmen für die Umsetzung der Digitalisierung. Sie werden als Mitglieder des alpenweiten Projektes «Smart Villages» in den nächsten drei Jahren aufzeigen, welche Chancen die Digitalisierung gerade für Bergdörfer bietet.
  • (Bild: Wikimedia Commons)

Verschiedene Städte in ganz Europa bezeichnen sich bereits als Smart Cities. Dieser Ansatz soll nun auch auf ländliche Gemeinden übertragen werden. Denn die Digitalisierung stellt gerade für Bergdörfer eine grosse Chance dar, Prozesse zu vereinfachen und neue Potenziale zu erschliessen. So können zum Beispiel die Schulen digitalisiert und neue Unterrichtsformen etabliert werden. Im Tourismus können neue Absatzkanäle erschlossen und die Leistungserbringung neu organisiert werden. Im Bereich der Mobilität sind völlig neue Lösungen denkbar mit Sharing-Plattformen, Parkplatzbewirtschaftung usw. Durch Smart Grids kann die Stromversorgung effizienter ausgestaltet werden. Die Beispiele zeigen: in der Digitalisierung und im umfassenden Ansatz der Smart Villages steckt ein grosses Potenzial. Dieses Potenzial kann wesentlich dazu beitragen, die Attraktivität von Bergdörfern zu steigern und neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB hat deshalb ein alpenweites Projekt unter dem Titel «SmartVillages» lanciert. Im Rahmen dieses Projektes wollen auch die fünf Oberwalliser Bergdörfer Eischoll, Ernen, Fieschertal, Guttet-Feschel und Saas-Fee diese Potenziale nutzen. Sie haben sich heute in Eischoll zur Startsitzung getroffen. In den fünf Gemeinden stehen mögliche Projektumsetzungen in den Bereichen Coworking-Space, Digitalisierung in der Schule, digitales Bürgerportal/Bürgerservice, sowie eine Sharing Plattform (Mobilität, Ehrenamt) im Vordergrund. Die Erschliessung mit Infrastrukturen (Glasfaser, Mobilfunk) steht nicht im Fokus dieses Projektes. In diesem Projekt geht es vielmehr um die Frage, wie diese digitalen Infrastrukturen optimal genutzt werden können. In den Gemeinden werden nun in einem nächsten Schritt die Bedürfnisse erhoben und konkrete Projektaufträge erteilt. Das Projekt ist auf eine Dauer von drei Jahren angelegt.

Die fünf Oberwalliser Bergdörfer werden sich dabei regelmässig mit anderen Gemeinden im gesamten Alpenraum austauschen. Denn im Projekt beteiligt sind auch Bergdörfer aus Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien. In der Schweiz macht zu dem auch die Region Luzern West mit. Koordiniert wird das Projekt auf der europäischen Ebene durch die SAB. Die SAB unterstützt auch die fünf Oberwalliser Gemeinden in der Projektumsetzung.

Mit dem Projekt «Smart villages» leisten die fünf Oberwalliser Gemeinden quasi Pionierarbeit und einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der makroregionalen Strategie für den Alpenraum EUSALP. Im Rahmen von EUSALP wurde die Digitalisierung von Bergdörfern als strategisches Projekt identifiziert. Die Ergebnisse sollen auch auf andere Bergdörfer im Alpenraum übertragen werden. Finanziert wird das Projekt durch das EU-Alpenraumprogramm (Interreg) und in der Schweiz mit Mitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) durch das Bundesamt für Raumentwicklung und das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco. Im Wallis wird das Projekt durch die fünf Gemeinden selbst, dem Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis und dem Kanton Wallis unterstützt.

Quelle: SAB
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