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Verschiedenes 08.03.2019 14:31

Schweizer Bäuerinnen kämpfen am Frauentag für Gleichberechtigung

Der Vorstand Schweizer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) klärte am Tag der Frau über die Situation der Bäuerinnen in der Schweizer Landwirtschaft auf.
  • Christine Bühler (links), Präsidentin des SBLV und ihre Nachfolgerin Anne Challandes, die ab der nächsten Delegiertenversammlung ihr Amt antritt. (Bild: LID)

Seit 1918 die Waadtländer Bäuerin Augusta Gillabert die erste Bäuerinnen-Versammlung ins Leben gerufen hatte, habe sich nicht viel verändert. Diese Aussage machte Präsidentin Christine Bühler an einer Medienkonferenz des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes. Colette Basler, Co-Geschäftsführerin, doppelte nach: «Man kann nicht ‘ein bisschen’ gleichberechtigt sein». Sie führte durch die Konferenz, in der die anwesenden Verbands-Mitglieder ihre Ideen zum Thema Frau in der Landwirtschaft erläuterten.

Entfernung von anderen Sektoren
Christine Bühler gab als Einführung eine Übersicht über die Entwicklungen der letzten Jahre und zeigte den momentanen Standpunkt auf. Als besonders bedenklich empfindet sie, dass sich die Landwirtschaft immer mehr von der übrigen Gesellschaft entfernt und soziale Leistungen für Frauen und Mitarbeiterinnen auf den schweizerischen Landwirtschaftsbetrieben noch immer nicht selbstverständlich sind.

Fehlende Sozialleistungen
Anne Challandes ging danach auf verschiedene Situationen ein, in denen Frauen im Nachteil zu sein scheinen. Beispielsweise hätten die wenigsten Frauen einen Anteil am Hof ihres Mannes und Chefinnen seien mit 6 % noch immer deutlich in der Unterzahl. Die Mehrheit der Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben wird nicht entgeltet, somit müssen sie oft ausserhalb des Hofes bezahlte Arbeit finden. Problematisch ist gemäss Challandes aber vor allem, dass zwei Drittel der arbeitenden Frauen auf Betrieben keine Sozialversicherungen hätten, darunter fallen auch Mutterschaftsentschädigungen.

Nachteile im Rentenalter
Annekäthi Schluep-Bieri veranschaulichte danach, was es heissen kann, wenn für Bäuerinnen keine sozialen Sicherheiten bestehen. Sie wies vor allem darauf hin, dass Frauen, welche nicht als erwerbstätig gelten, im Rentenalter nochmals bestraft werden. So erhalten sie meist eine Minimalrente, die vielfach nicht mit einer Rente aus einer Pensionskasse ergänzt wird. Schluep-Bieri betonte, dass der SBLV vor allem will, dass Frauen im Krankheits- oder Invaliditätsfall taggeldversichert sind.

Insgesamt verlangt der SBLV, dass Themen wie die Stellung der Frau in der Landwirtschaft enttabuisiert werden und dass gemeinsam ein Konsens erreicht werden kann. Denn dass etwas getan werden muss, um die Situation der Frauen zu verbessern, habe mittlerweile auch der Schweizerische Bauernverband eingesehen, so die Bäuerinnen und Landfrauen.

Quelle: LID
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