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Pflanzenbau 11.07.2019 14:08

Schweizer Tabakproduzenten tagten in Illnau

Die Mitglieder von SwissTabac tagten Ende Juni in Illnau. Nebst den aktuellen und statutarischen Geschäften stand auch ein Referat vonUNITAB-Generalsekretär Francois Vedel auf dem Programm.
  • (Bild: RoMü)

Der Tabakanbau in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren markant gewandelt. Gesamthaft haben 2018 noch 151 Pflanzer 419,86 ha Tabak angebaut (siehe unten). Dieser enorme Strukturwandel in den letzten beiden Jahrzehnten mit deutlich weniger Pflanzern hat dazu geführt, dass vor zwei Jahren die Verbandsformen völlig verändert worden sind. Die regionalen Pflanzerorganisationen Ostschweiz (SH, TG, ZH), die Zentralschweiz und Westschweiz sind den die SwissTabac Genossenschaft überführt worden, welche kürzlich in Illnau an ihrer dritten Generalversammlung getagt hat. In seinem Eröffnungsvotum stellte SwissTabac-Präsident Fabrice Bersier (Vesin, FR) etwas besorgt fest, dass sich die Gesellschaft mit Blick auf die Landwirtschaft und die anstehenden Volksbegehren bezüglich dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sich immer mehr von der Realität entfernt. „Ich hoffe nun, dass der Ständerat bezüglich der Trinkwasserinitiative folgt und ebenfalls auf einen Gegenvorschlag verzichtet“. Eine Annahme wäre der Tod des Schweizer Tabakanbaues, wobei er aber von einer durchaus und nachhaltigen Kultur sprach, welche eine hohe Wertschöpfung generiert, gut in die Fruchtfolge passt und dem Staat beachtliche Steuern bringt. Mit Blick auf die produzierende Landwirtschaft, forderte er faire Preise. „Wir müssen dabei mit Blick auf die Vergangenheit und Ausblick auf 2050, wo pro Person gerade einmal 1‘500 m2 zur Verfügung stehen, mit weniger Ressourcen mehr produzieren“, so Bersier. „Der Tabak trägt zur Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft bei. Deshalb müssen wir optimistisch sein und bleiben“, so Bersier’s abschliessender Aufruf. Die eigentlichen statutarischen Geschäfte sorgten für keine Diskussionen. Die Verbandsrechnung schloss bei einem Gesamtertrag 289‘330 Franken mit einem Überschuss von 17‘000 Franken ab. Unbestritten war auch das Wahlgeschäft. Die Zentralschweizer Vertreterin in Vorstand Helene Bütler – Fessler hat nach 10 jährigen Wirken ihren Rücktritt eingereicht und wird neu durch René Häfliger ersetzt. Zugleich präsentierte Geschäftsführer Francis Egger die in diesem Jahr vorgesehen Versuche. Dazu gehören biologische Versuche zur Bekämpfung des Tabakblauschimmels und ebenfalls auf biologischer Basis mit Insektiziden die Bekämpfung von Tabakläusen. Bezüglich Anbau im laufenden Jahr liegen Flächenverträge für 443,04 ha vor.

Überarbeitung der Konvention

Aktuell läuft die formelle Überarbeitung der Konvention von zwischen den der SOTA und SwissTabac. Dies soll ab 2020 für weitere vier Jahre in Gültigkeit haben. Dabei unterstrich Geschäftsführer Francis Egger, dass man die Errungenschaften mit der Aufrechterhaltung des Finanzrahmens von einer Million Franken wie auch eine Qualitätsprämie beibehalten will. Dabei könnte diese aber aufgrund der verfügbaren Mittel variieren. Aktuelle Verhandlungspunkte sind die Erhöhung der Menge an Virgintabak und jene aus dem Burley-Stocktabak. Grundsätzlich aber hielt Egger fest, dass es keine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Partnern gibt. Über das gesamte Paket der Pflanzer-Konvention soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung im kommenden Herbst informiert und beschlossen werden.
„Der Konsum von SNUFF-Tabakprodukten ist in Schweden, Finnland oder Estland sehr beliebt, aber bei uns erst seit kurzem Legal“, rief Catherine Fischer von der Eidg. Zollverwaltung (EVZ) in Erinnerung. 2018 sind bereits 54 t verkauft worden, wobei darauf keine Sota- und Präventationsgelder für die Suchtbekämpfung geleistet werden. Seit der sehr beschränkten Zulassung von Cannabisprodukten bis zu einem THC-Gehalt von 1% als Raucherware hat das Bundesamt für Gesundheit (BVFG) entschieden, wird dieser gleich wie Feinschnitttabak zu besteuern. Fischer räumte aber ein, dass die Kontrolle auf dem Markt bezüglich der erfolgten Besteuerung sehr schwierig ist, weil solche Produkte als Kosmetik, Öle oder gar Lebensmittel gehandelt werden. Diese Abgaben brachten 15 Mio. Franken ein, wobei Fischer von einem sehr schwierigen Eintreiben der Tabaksteuern sprach. Mit Blick auf das neue Tabakgesetz soll die Abgabe von Raucherwaren neu einheitlich landesweit auf 18 Jahre angehoben werden. Zugleich steht ein Werbeverbot für Tabakprodukte zur Diskussion. Fische erwartet dabei eine mögliche Einführung ab 2021. Zugleich gab und gibt die Finanzierung des Inlandtabaks nach dem Vorstoss des St. Galler Nationalrates Dobler zu reden, welcher das System der Gebühren und Subventionen für den Tabakanbau in Frage stellt- Fischer verwies darauf, dass hier nicht die EVZ dieses Vorhaben in Gang gesetzt hat, sondern es sich um Fragen an den Bundesrat handelt, wofür dieser eine Antwort geben muss. Die vielfach vorhandene landläufige Meinung, dass der Steuerzahler für den Erlös der Tabakproduzenten aufkommen muss, stimmt aber nicht. Die finanziellen Mittel für den gemeinsamen Aufkauf der Tabakernte stammen aus dem SOTA-Fonds, welcher mit 2,6 Rappen pro Päckchen von den Herstellern und Importeuren geäufnet wird.

Fakten und Zahlen rund um den Anbau und Konsum
Im vergangenen Jahr haben 130 Pflanzer auf 296,31 den konventionellen luftgetrockneten Burley Tabak angebaut und dabei je Are 23,74 kg geerntet. Weitere 13 setzten auf 19,30 ha auf den Burley-Stocktabak, wobei ein Ertrag von 19,91 kg/Are resultiert. Weitere 39 entschieden sich für den Anbau von Virgin-Tabak, welcher im Ofen getrocknet wird. Auf den 104,25 ha konnte dabei ein Ertrag von 23,9 kg/Are verzeichnet werden. Gesamthaft konnten die Produzenten einen mittleren Erlös von 16,15 Franken je kg generieren, wobei für den Burley-Stockanbau gar 16,35 Franken verzeichnet wurde. Hingegen brachte der Virgin nur 15,62 Franken je kg. Flächen- wie auch anzahlmässig am meisten Pflanzer wurden 1946 verzeichnet, wo landesweit 6‘813 Pflanzer auf 1‘451 ha Tabak anbauten und eine mittlere Ernte 20,19 kg/Are einbringen konnten. Der Gesamterlös liegt bei 16.011 Mio. Franken aus dem Verkauf und weitere 519‘000 Franken wurden nach Hagelschäden durch die Hagelversicherung entschädigt.
2018 sind in der Schweiz 33,50 Milliarden Zigaretten hergestellt und davon in 9,2 Mia. in der Schweiz konsumiert worden. Die restlichen 24,58 Mia. gingen in den Export. Dabei ging der Verkauf aber seit 2000 mit 14,527 Mia. markant zurück. Bei einem aktuellen mittleren Detailhandelspreis von einem Päckchen Zigaretten von 8,60 Franken fliessen 52,8 % in die Tabaksteuer, 39,2% beanspruchen Handel und Industrie. Zugleich entfallen auf die MwSt 7,4% und je 0,3% beanspruchen die Abgaben in die Sota und in den Tabakpräventionsfonds Im vergangenen Jahr nahm der Bund aus der Tabaksteuer 2,081 Mia. Franken ein, wobei diese um rund 2,7% tiefer als im Vorjahr ausgefallen sind. Den Hauptanteil steuern die Zigaretten (1,967 Mia) gefolgt vom Feinschnitttabak zum selberdrehen mit 69,481 Mio. Franken sowie die Zigarrensteuer mit 3,559 Mio. Franken bei. Die übrigen Tabakfabrikate sorgten für 31,337 Mio. Franken an Steuererträgen.

Quelle: RoMü
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