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Nutztiere 07.02.2019 16:24

Seit zehn Jahren rückläufige Preise bei den Milchprodukten

In den vergangenen zehn Jahren sanken die Konsumentenpreise für Milchprodukte kontinuierlich. Diese Abwärtstrends lassen sich – teilweise – mit dem Rückgang des Rohstoffpreises erklären. Die Entwicklung ist jedoch von einigen kleinen Schwankungen geprägt. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Preise aber stabilisiert.
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Abwärtstrend seit zehn Jahren
Nach einem starken Anstieg im Jahr 2008, als weltweit Rohstoffknappheit herrschte, waren die Konsumentenpreise für Milchprodukte in den letzten zehn Jahren tendenziell rückläufig. Mit der Milchkrise und der Aufhebung der Milchkontingentierung im Jahr 2009 sanken die Preise deutlich. Dieser Abwärtstrend setzte sich bis 2012 fort. 2014 wurde schliesslich eine Stabilisierungsphase beobachtet. 

Zwischen 2009 und 2018 wurden Frischmilchprodukte für die Konsumentinnen und Konsumenten tendenziell billiger. Sie bezahlten 2018 für einen Liter UHT-Vollmilch Fr. 1.28 gegenüber Fr. 1.36 im Jahr 2009 (–5,8 %). Auch beim Fruchtjoghurt und dem Konsumrahm wurden tiefere Konsumentenpreise festgestellt (–19,2 % auf 3.01 Fr./kg bzw. –12,8 % auf 3.12 Fr. für einen halben Liter UHT-Vollrahm). Der Butterpreis wies nur ein unbedeutendes Minus aus. Der Rückgang der Konsumentenpreise der Frischmilchprodukte wird durch den Grenzschutz etwas abgefedert. Der Abwärtstrend bei den Konsumentenpreisen lässt sich unter anderem mit dem rückläufigen Rohstoffpreis (Rohmilch) erklären. 

Auch beim Käse gingen die Konsumentenpreise zurück. So wurde zwischen 2009 und 2018 in den Läden weniger bezahlt für Emmentaler surchoix (–8,9 % auf 19.03 Fr./kg), Gruyère surchoix (-4,9 % auf 19.68 Fr./kg) und Appenzeller surchoix (–10,0 % auf 18.08 Fr./kg). Die Mozzarella-Preise gaben deutlich nach (–19,6 % auf 9.73 Fr./kg). Diese rückläufige Tendenz der Konsum-entenpreise wird durch die Öffnung des Käsemarktes noch verstärkt.

Preisstabilisierung über die letzten zwei Jahre  
Die Stabilisierung, die bereits 2017 bei den Konsumentenpreisen für Milchprodukte festgestellt wurde, hat sich im Folgejahr fortgesetzt. So blieben die Konsumentenpreise der meisten beobachteten Milchprodukte 2018 im Vorjahresvergleich nahezu unverändert. Die Entwicklungen waren jedoch nicht bei allen Produkten einheitlich. So gingen die Konsumentenpreise für Mozzarella (–0,9 %), Appenzeller surchoix (–1,1 %) und Fruchtjoghurt (–1,7 %) im vergangenen Jahr etwas zurück, während sie bei der Kochbutter (+3,5 %) und der UHT-Vollmilch (+1,6 %) leicht anstiegen.

Im Detailhandel sind dauerhafte Preissenkungen (eher selten) und Aktionsverkäufe (häufiger) die Geschäftspraktiken, die Milchprodukte vergünstigen. Aktionsverkäufe werden meist wochenweise durchgeführt, wobei ihre Häufigkeit je nach Detailhändler unterschiedlich ist. Man beobachtet sie häufig bei Grossverteilern, im Fachhandel sind sie eher selten.

Quelle: BLW, Fachbereich Milch
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  •  Redaktion [RED]

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