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Pflanzenbau 26.09.2019 16:21

Sorghum und Hirse als wertvolle Futterpflanzen

In Uhwiesen hat Andreas Schüpbach als neue weitere Kultur das mit dem Mais verwandte Sorghum als neue Futterpflanze angebaut. Sorghum wird als Teil der Silage als strukturreiches Futter für Milchvieh verwendet.
  • Im Vergleich mit Mais, Sorghum und Hirse (v.l.) ist Sorghum die grösste Kulturpflanze. (Bild: RoMü)

Eingangs von Dachsen beim Rheinfall sticht eine ganz spezielle Kultur den Passanten ins Auge. Die maisähnliche Pflanze ist bis zu fünf Meter hoch, weisst aber beim näheren Anblick keine Kolben auf und auch die Blüte an der Pflanzenspitze weicht deutlich von jenen des Mais ab. Es handelt sich dabei um Sorghum, welches Andreas Schüpbach vom Hof Laufen in Uhwiesen angebaut hat, um damit die eigene Maissilage gezielt aufzuwerten. „Sorghum bringt dank seinem grossen Rohfaseranteil viel Struktur in die Silage“, erklärt Schüpbach. Während der Mais vor allem Energie liefert. Allein der Kolben steuert dabei 55 bis 65% zur gesamten Energie in der Maissilage bei. Das Sorghum wird analog zum Mais gehäckselt und Schüpbach hat dieses als weitere Schicht in den Fahrsilo zur Konservierung eingebracht. Bei der Futterentnahme wird diese dann mit dem Mais wunschgemäss für die anschliessende Fütterung gemischt.
Seit die Menschen Nutzpflanzen für die eigene Grundernährung nutzen, sind es vor allem die aus der botanische Familie stammenden Süssgräser, welche im Fokus stehen. Die typischen Eigenschaften sind in der Regel hohle Stängel und man findet Arten in allen Klimazonen. Der Mensch nutzt dabei vorwiegend die Samen als Nahrungsmittel. Dazu gehören beispielsweise die Getreidearten wie Weizen, Reis, Hafer oder Roggen. Doch auch Mais oder Hirse sind wichtige Süssgräserarten in der Landwirtschaft. Für Sorghum, welche durchaus als wertvolle Kultur mit Zukunft bezeichnet werden kann aber keine Kolben bilden, spricht der eher geringe Wasserbedarf. So kann diese Kultur auch bei Jahresniederschlagsmengen von 400 mm angebaut werden.

Andere Kombinationen

Da man in der Schweiz die Flach- und Fahrsilos erst seit rund drei Jahrzehnten kennt, waren Futtermischungen in den Hochsilos nur direkt im Futter möglich. Entsprechend sind schon seit Jahrzehnten immer wieder Bestrebungen unternommen worden, um solche direkt auf dem Feld mit gemischtem Anbau oder bei Silieren mit Zugaben zu machen die gleiche Wirkung im Hochsilo zu erzielen. So wurde das Saatgut von Silomais mit Sonnenblumensamen angereichert, um diese gemeinsam mit dem Mais zu silieren. Später begann man, Abgang- und Futterkartoffeln während dem Befüllen der Silos mit Mais dem Häcksel beizumischen, um einerseits die Kartoffeln sinnvoll und nachhaltig zu verwerten und die Silage anzureichen. Vor allem im Biolandbau hat in den letzten Jahren ein Pflanzengemisch mit Mais und Bohnen da und dort Anwendung gefunden, um insbesondere den Eiweissgehalt in der Silage zu steigern. Je nach Saatguttyp empfehlen verschiedene Saatgutanbieter aber unterschiedliche Mischungen. So wird pro Quadratmeter 8 Mais- und vier Bohnenpflanzen empfohlen. Die Bohnen nutzen die Maisstängel als Klettergerüst und wachsen so mit dem Mais in die Höhe. Beide Kulturen erreichen zu gleichen Zeit die ideale Reife für das Silieren, so dass diese Kombination anbautechnisch ideal ist. Für den menschlichen Verzehr müssen Bohnen grundsätzlich gekocht werden, um das in grösseren Dossierungen eher schädliche Phasin zu reduzieren. Um dies auch in der Tierfütterung möglichst tief zu halten, haben die Universität Göttingen und die Sativa in Rheinau über 200 Bohnensorten getestet und daraus eine einzige gefunden, welche einen extrem tiefen Phasingehalt aufweist.

Quelle: RoMü
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