UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Pflanzenbau 08.01.2019 16:34

Spannende Fachreferate am Maistag

Der diesjährige Maistag von UFA-Samen in Wülflingen verzeichnete einen Grossaufmarsch aus der ganzen Deutschschweiz. Im maisspezifischen Fachteil standen die Erfahrungen und Lehren aus der letztjährigen Ernte sowie der Einsatz von Siliermitteln im Fokus.
  • Die Referenten am UFA-Samen Maistag. (Bild: Verena Säle)

„Wir werden bereits in 100 Tagen den Mais säen“, rief einleitend zur diesjährigen UFA-Maistagung Jürg Jost den rund 250 Teilnehmern in Erinnerung. Zugleich appellierte er an die Landwirtschaft dafür zu sorgen, dass ihr nicht der Nachwuchs ausgeht und man der Berufsbildung grosse Beachtung schenken muss. Gerade in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen der Urproduktion sind Fachkräfte aus der Landwirtschaft sehr gefragt und auch gesucht.

Lehren aus dem Anbau 2018
„Das vergangene Maisjahr zeigte Probleme mit dem Maiszünsler, Maiswurzelbohrer (siehe unten), Drahtwürmen und auch bezüglich der Feldhygiene“, führte Stefan Lüthy von UFA Samen aus. Der bereits 2018 erfolgte Verzicht auf Mesurol bei verschiedenen Sorten als Beizmittel mit abschreckende Wirkung unter anderem gegen Krähen und Tauben wirkte sich bereits auf die letztjährige Ernte aus. Lüthy sprach dabei von einem ungleichen Auflauf der Jungpflanzen, was auch auf den Drahtwurmbefahl beim Saatgut zurückzuführen ist. Dagegen sind aber vorerst keine Alternativen vorhanden, so dass Lüthy für präventive Massnahmen wie ein optimales Saatbeet plädiert. „Mais braucht zur Erzeugung von einem Kilogramm Trockenmasse 200 l Wasser. Bei der Gerste sind es bereits 220 bis 300 Liter und beim Weizen 300 bis 300 l“, rief Lüthy bei seinem Rückblick auf das verflossene Anbaujahr fest. Der Mais als C4-Pflanze benötigt aber einen geringeren Bedarf von Wasser für die Produktion von pflanzlicher Substanz. Zugleich verzeichnete man 2018 eigentlich keine extrem sehr heisse Temperaturen, was der Entwicklung durchaus entgegen kam. Verzeichnet man einen Wassermangel früh zu Blütebeginn aus, so wird das Wachstum und die Kolbenbildung beeinträchtigt. Fehlt das Wasser während der Blüte, so verzeichnet man gemäss Lüthy in Verbindung mit extremer Hitze eine unzureichende Befruchtung. Bei ungenügender Wasserversorgung nach Abschluss der Befruchtung, kann dies zur Folge haben, dass die Assimilationsumlagerung in den Kolben blockiert wird. „Der Wasserbedarf liegt im Extremfall in der Zeit von Mitte Juli bis Ende August bei bis zu 6 Liter pro Quadratmeter und Tag“, führte Lüthy weiter aus. Er zeigte aber entsprechend Körnermaisanbauversuchen in Rickenbach auf, dass trotz Trockenheit beachtliche Körnermaiserträge erzielt worden sind, welche grösstenteils dank sehr trockener Ernte mit 19 bis 23% Feuchtigkeit durchaus wirtschaftlich waren. In den USA konnten dank sehr guter Schlagkraft bis 135 t mit einem Drescher pro Stunde geerntet werden. Bezüglich der Silomaisernte erinnerte er daran, dass der optimale Zeitpunkt bei einem TS-Gehalt von 34 bis 38% liegt. „Die beste Futteraufnahme erfolgt bei 34%. Eine Studie in Frankreich zeigt aber, dass nicht einmal 50% des Mais in diesem Stadium geerntet wird. In den Versuchsnetzen bei uns ist es nicht besser“, so Lüthys Fazit. Er erinnerte daran, dass es zwischen den Reifegruppen Differenzen von zwei Wochen bezüglich der längeren Vegetationszeiten gibt. Deshalb gilt, dass man den Erntezeitpunkt nicht verpasst. Bezüglich der Maiszünslerbekämpfung ist der Einsatz mit Trichogramma auf dem Vormarsch und weisen steigende Einsatzflächen auf. Lüthy sprach gar beim sehr exakten Ausbringen der Trichogramma mit der Drohne von einer Erfolgsgeschichte. So kam in der Schweiz auf rund 2‘700 ha und in den benachbarten Ländern Deutschland 10‘100 ha und Österreich rund 2‘600 ha die Drohne zu Einsatz. Bezüglich dem Erfolg in der Schweiz verwies Lüthy auf den Kanton Bern, welcher diesen Einsatz im Rahmen eines Pflanzenschutzprojektes fördert.

Maiswurzelbohrer auf dem Vormarsch
Besorgt zeigte sich Stefan Lüthy bezüglich dem Auftreten des Maiswurzelbohrers. In den USA als Herkunftsland ist er der grösste Schädling. Der Lebenszyklus beginnt im Herbst, wo die Käfer ihre Eier in den Maisfeldern ablegen und zugleich Frassschäden an den Maisblättern verursachen. Diese überwintern und im Frühling just zum Vegetationsstart schlüpfen daraus die Larven und fressen die Wurzeln ab. Danach verpuppen sie sich im Sommer und daraus schlüpfen dann wieder die adulten Käfer. „Die Hauptschäden verursachen die Larven, indem sie dem Mais die Wurzeln abfressen“, hielt Lüthy fest. In der Nordwest- und bis in die Zentralschweiz im Dreieck von Jura. Fricktal und Luzerner Seetal ist er festgestellt worden. In diesen betroffenen Gebieten ist ein Verdacht auf einen befall meldepflichtig. Aus dieser Kernzone ist der Maistransport bis Ende September verboten, wobei Maissoloballen und Trockenprodukte davon ausgenommen sind. Zudem müssen die Erntemaschinen beim Verlassen der Kernzone geputzt werden. Eine Bekämpfung ist nur präventiv möglich, da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten ist. „Mais auf Mais ist verboten und die Fruchtfolge Pflicht. Ernterückstände sind zwingend zu Mulchen“, so Lüthys Botschaft an die Maisproduzenten.

Siliermitteleinsatz ist anspruchsvoll
Mit der Aussage: „Es gibt nicht das Siliermittel, dass alles kann, sondern viele Mittel um unterschiedliche Ziele zu erreichen“, startete Klaus Hünting von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen ins Referat über Siliermittel. Er machte aber zugleich auch deutlich, dass erst beim Silieren entscheidet, welches richtige Mittel eingesetzt werden sollte. „Siliermittel können aus einer schlechten Silage nicht einfach eine gute Silage machen“, rief Hünting in Erinnerung. Eine positive Einwirkung auf den Silierprozess durch Siliermittel ist von verschiedenen Voraussetzungen abhängig. Hünting nannte dabei wirksame Wirkstoffe, eine ausreichend eingesetzte Dosierung und hohe Homogenität dank guter Vermischung. Aufgrund von Versuchen zeigte er sich überzeugt, dass sich Mais auch unter schwierigsten Bedingungen gut silieren lässt. Zugleich verfügt er über ein sehr hohes Potential an leicht vergärbaren Kohlenhydraten. „Diese können nicht durch die Kühe genutzt werden, sondern stellen ebenfalls eine Nahrungsquelle für Hefen und Schimmelpilzen dar“, so Hünting. Nacherwärmungen von Silage führen aber rasch zu einem enormen Energieverlust. Bereits während einer Erwärmung von 10 Grad über 10 Tage hinweg sorgt für einen Verlust von 10%. Um eine Erwärmung zu vermeiden ist es sehr wichtig, dass bei der Entnahme eine Mindestmenge pro Tag nötig ist. Entsprechend sind auch die Grössen und Querschnitte von Hoch- wie Flachsilos dem Viehbestand anzupassen. „Ein unverzügliches und dichtes Verschliessen fördert den Konservierungserfolg und eine ausreichend lange gelagerte Silage von 7 Wochen gewährleistet eine bessere aerobe Stabilität. Zugleich reduziert eine ausreichende wöchentliche Entnahme das Risiko von Nacherwärmungen.

Quelle: RöMü
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

    Email
Zurück zur Übersicht