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Landtechnik 13.05.2019 07:59

Claas: Täglich verlassen 56 Traktoren das Werk

Ende März dieses Jahres organisierte die Serco Landtechnik AG für ihre Claas-Vertriebspartner aus der ganzen Schweiz eine Reise nach Frankreich. Der Besuch der Fabrik des Traktorherstellers Claas in Le Mans und die Präsentation des Unternehmens Dousset Matelin, dem ältesten Händler der Marke in Frankreich, waren die Attraktionen dieser Reise.
  • Die Kabinen werden auf einer separaten Montagestrasse zusammengebaut.
  • Dousset Matelin verfügt über elf Standorte sowie das erste Gebrauchtmaschinencenter in Frankreich.

Das Montagewerk der Claas Traktoren hat seinen Standort im nordwestfranzösischen Le Mans in der Region Pays de la Loire. Claas übernahm die ursprüngliche Renault-Fabrik 2003 und stellt heute 10 000 Traktoren pro Jahr her. Die Marke Claas ist an acht Standorten im Norden Frankreichs vertreten. Die Hauptstandorte sind Vélizy, Sitz des Bereichs Traktorherstellung, Beauvais, wo Traktorgetriebe hergestellt werden, Metz-Woippy, wo Pressen hergestellt werden, und das Montagewerk der Traktoren in Le Mans. Claas verfügt zudem über eigene Ausbildungszentren für die Sparten Traktoren und Erntemaschinen, über ein Test- und Versuchszentrum sowie ein Verteilerzentrum.

Entwicklung und Werk
Seit der Übernahme der Fabrik in Le Mans hat Claas laufend in die Modernisierung der Produktionskette und in die Qualitätsverbesserung investiert. 2008 wurde eine neue Montagestrasse für die Traktorkabinen im Wert von fünf Millionen Euro ­eingerichtet. 2010 wurden zehn Millionen Euro in eine neue Karosserie­lackierwerkstatt investiert. 2012 wurde der Bereich «Test und Versuch» in das neu erbaute Werk in Trangé verlegt. Am Standort Le Mans wurde ein automatisiertes Lager für 20 000 Einzelteile eingerichtet.

Konzept «Right First Time»
Ende Jahr geht das dreijährige Projekt Claas Forth zu Ende. Es umfasst die Modernisierung der Fabrik, die Einrichtung neuer Montagestrassen für die Traktoren, die Verbesserung der Arbeitsmittel und der Ergonomie am Arbeitsplatz für die Angestellten sowie die Entwicklung des Sektors Forschung und Entwicklung (R&D).
«Zurzeit werden auf der Traktor-Montagestrasse bis zu 50 Prozent der Montage auf fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF) ausgeführt», erklärt Elisa Larue, Kommunikationsbeauftragte bei Claas anlässlich der Betriebsbesichtigung. Der Traktor wird auf einem führerlosen Fahrzeug zusammengebaut, an der die Techniker entsprechend alle einzelnen Teile montieren. Am Ende der Strasse wird als letzter Montageschritt die fertige Traktorkabine mit dem übrigen Fahrzeugteil zusammengefügt. Bei jeder Etappe werden mehrere Kontrollen durchgeführt, um einen fertigen und funktionstüchtigen Traktor gemäss «Right First Time»-Konzept zu realisieren. «Im Rahmen dieses Konzepts setzt Claas den Akzent auf einen Ablauf, der mögliche Fehler verhindert, sowie auf die Suche nach Fehlern innerhalb der einzelnen Montageschritte, um den Prozess stetig zu verbessern», führt Elisa Larue aus. Ab September sollen alle Traktoren auf FTF zusammengebaut werden.

Händler in Frankreich
2016 übernahm die Serco-Gruppe die Firma Dousset Matelin, einen Claas-Händler mit Sitz in Westfrankreich. Dousset Matelin eröffnete 1969 ihr erstes Zentrum für Occasions-Landmaschinen und verfügt über langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet. Die neuen Technologien wie der Crop Sensor für das teilflächenspezifische Ausbringen von Hilfsstoffen innerhalb der Parzelle interessieren Landwirte, die auf Ackerbau spezialisiert sind.
Werner Berger, Geschäftsführer der Serco, sieht Synergien zwischen Frankreich und der Schweiz im Bereich des Occasionshandels und der neuen Technologien, die dem Unternehmen Fortschritt bringen können. «Serco zählt 300 Angestellte, darunter 40 Lernende. Sie sind das grösste Kapital der Gruppe; sie gilt es auszubilden, um den Bedürfnissen der modernen Landwirtschaft gerecht zu werden», erläutert Werner Berger anlässlich der Besichtigung von Dousset Matelin.

Quelle: UFA-Revue 5/19
  • Autor/Redaktor
  • Jean-Pierre Burri [jpb]
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