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Archiv 2017 20.11.2017 08:33

Tessin: Fall von Newcastle-Krankheit bestätigt

Der Verdacht auf Newcastle-Krankheit auf einem Legehennenbetrieb im Südtessin hat sich bestätigt. Es handelt sich um eine hochansteckende Virus-Erkrankung, die verschiedene Vogelarten betreffen kann. Wie die Tierseuchenverordnung (TSV) vorschreibt, werden alle Hennen des betroffenen Betriebs getötet.

Die vorliegende Diagnose zeigt, dass eine Tierkrankheit trotz Überwachungsmassnahmen auch nach mehreren Jahren wieder auftreten kann. Die Schweizer Geflügelpopulation war frei von der Newcastle-Krankheit; der letzte Fall auf einem Legehennenbetrieb trat im Jahr 2011 auf. Die Virenkrankheit ist hochansteckend und wird über die Luft oder durch direkten Kontakt übertragen. Sie kann sich auch indirekt über Personen, Geflügelprodukte oder Eierkartons ausbreiten.

Die Tessiner Kantonsbehörden leiten nun alle nötigen Massnahmen in die Wege, um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern: Das Geflügel auf dem betroffenen Betrieb wird getötet und um den Betrieb herum wird eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet.

Keine Gefahr für Konsumentinnen und Konsumenten
Eier und Geflügelfleisch können bedenkenlos konsumiert werden und stellen keine Gefahr für den Menschen dar. In seltenen Fällen kann bei Personen, die direkten und engen Kontakt zu kranken Tieren hatten, eine Bindehautentzündung auftreten.


Die Krankheit
Von der Newcastle-Krankheit sind vor allem Hühnervögel betroffen, aber auch Gänse, Enten, Tauben, Zier- und Wildvögel. Die Newcastle-Krankheit gilt als Zoonose. Menschen werden allerdings nur selten angesteckt – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um Geflügelhaltende.

Beim Tier
Eine Ansteckung kann symptomlos verlaufen, aber auch schwere gesundheitliche Konsequenzen für infizierte Tiere haben.

Entwickeln angesteckte Tiere Symptome, dann fressen sie zunächst schlechter, haben eine erhöhte Körpertemperatur, sind schläfrig und durstig. Erkrankte Tiere sitzen meist mit offenem Schnabel in dunklen Ecken. Sie atmen schnarchend und niesen häufig. Je nach Virusstamm kann der Schweregrad der Krankheit variieren. Bei der akuten Verlaufsform beträgt die Sterberate 90–100 %.

Bei unklaren Bestandesproblemen mit Newcastle-ähnlicher Symptomatik, aber ohne dringenden Verdacht, können nichtamtliche Tierärzte oder die Pathologie nach Rücksprache mit dem Nationalen Referenzzentrum für Geflügelkrankheiten (NRGK) eine Probe zur Ausschlussuntersuchung einsenden. Dabei müssen keine seuchenpolizeilichen Massnahmen gemäss Tierseuchenverordnung Art. 84 ergriffen werden.

Ansteckung und Verbreitung
Das Newcastle-Disease-Virus (NDV) gehört zur Familie der Paramyxoviridae. Importiertes Geflügel oder Wildvögel können das Virus in Geflügelbestände einschleppen.

Was tun?
Hygienische Massnahmen sind besonders wichtig.
Verendete Tiere und Schlachtabfälle achtsam entsorgen.

Die Newcastle-Krankheit ist eine hochansteckende Tierseuche und damit meldepflichtig. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.

Die Krankheit beim Menschen
Infektionen des Menschen sind selten und betreffen in der Regel Geflügelhaltende, Laborpersonal und Tierärzte. Die Ansteckung erfolgt über die Luft oder über die Bindehaut nach direktem Kontakt mit infiziertem Geflügel, insbesondere mit Hühnern. Bei Menschen, die sich infizieren, ist eine einseitige, manchmal auch beidseitige Bindehautentzündung zu beobachten. Oft schwellen die Lymphknoten vor den Ohren an.

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
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  •  Redaktion [RED]

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