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Landtechnik 02.07.2019 10:26

Über 15 000 Jugendliche haben den G40-Kurs absolviert

In Frauenfeld haben Vertreter des Schweizer Verbandes für Landtechnik (SVLT) über das erfolgreiche 20 jährige Engagement für ein sicheres Traktorfahren mit dem G40 Kurs informiert. Bereits haben über 15 000 vorwiegend Jugendliche diesen Kurs absolviert.

An diesem heissen Nachmittag biegen drei Schlepper mit Anhänger auf den Parkplatz der Zuckerfabrik Frauenfeld ein. Am Steuer sitzen vier G40-Kursteilnehmer, angeführt vom Kursleiter Stefan Honegger. Es ist einer von vielen in der Schweiz vom Schweizer Verband für Landtechnik (SVLT) seit 1999 angebotenen zweitägigen Kurs. Bis 1998 durften in der Schweiz landwirtschaftlich genutzte Traktoren maximal mit 30km/h unterwegs sein. Doch ab dem 1.Oktober im selben Jahr wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 40km/h angehoben.

Wer mit einem Schlepper mit maximal 30km/h unterwegs ist, dem reicht die Theorieprüfung für die Kategorie G, welche bereits ab im Alter von 14 Jahren absolviert werden kann. Mit der Erhöhung um 10 auf 40km/h änderte sich aber die Ausgangslage. Wer mit dem Ausweis Kategorie G unterwegs ist, darf maximal 30 km/h Fahren. «Frühestens mit 14 Jahren und nach bestandenes Theorieprüfung besteht die Möglichkeit eines praktischen Fahrkurses G40», rief Stefan Honegger, Chef-Instruktor der G40 Kurse beim SVLT in Erinnerung. Dieser wurde vom Bundesamt für Strassen ASTRA gefordert, welcher diesen auch anerkannte. 

«Der SVLT hat sich schon früh Gedanken gemacht, wie man jugendliche Lenker von solchen Traktoren zu sicheren Verkehrsteilnehmern machen kann. Im Blickwinkel hatte man vor allem Kinder von Landwirten und Lehrlinge auf Landwirtschaftsbetrieben», führte SVLT-Vizedirektor Roman Engeler aus. Im Herbst 1998 führte die Zürcher SVLT-Sektion den ersten Testkurs durch. Gestützt auf den Erfahrungen reichte in der Folge der SVLT noch im gleichen Jahr das entsprechende Gesuch für die Anerkennung des G40-Fahrkurses ein, welches vom Astra in der Folge auch im Frühling 1999 bewilligt wurde. Seither hat sich der Kurs landesweit zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. «Wir durften bereits im August 2014 den 10 000. Absolventen und im vergangenen Juni gar den 15 000. Verzeichnen», zeigte sich Engeler erfreut. «Der SVLT vertritt als Verband die Interessen der Schweizer Landwirte in allen Fragen der Landtechnik», versicherte Ueli Günthardt, Vorstandsmitglied im SVLT. Es sind pro Jahr rund 800 Kursteilnehmer, welche der Verband in diesem Bereich des Kurswesens verzeichnet.

Mit dem eigenen Traktor Kurs absolvieren   
Für die Kursteilnahme, welche auf maximal 5 Teilnehmer beschränkt sind, bringt jeder Teilnehmer seinen eigenen Traktor mit. «Sinn des Kurses ist es, den Teilnehmenden den sicheren Umgang mit dem Traktor zu zeigen und beizubringen», machte Honegger deutlich. Dabei steht die Verantwortung als Fahrzeuglenker zuoberst auf der Prioritätenliste. So sollte der Fahrer die Dokumente des Traktors kennen und mit den Massen und Dimensionen vertraut sein. Zugleich muss er wissen, welche obligatorischen Gegenstände im Traktor mitzuführen sind. «Gleichzeitig ist die korrekte Sitz- und Spiegeleinstellung und die Beobachtung rund um den Traktor ein wichtiges Thema», fügte Honegger bei.  

Grundsätzlich wird vom Kursinhalt möglichst viel praktisch auf der Strasse vermittelt. Erkennt der Kursinstruktor, dass alle auf eher verkehrsarmen Strassen fahren können, wird bereits ersten Kurstag auf der Strasse unterrichtet. Dabei legt der Kursleiter sehr viel Wert auf das korrekte Bremsverhalten, die Beobachtung, das abbiegen oder das Überqueren von Strassen. «Der Instruktor begleitet die jungen Fahrer, wenn möglich auf dem Beifahrersitz und gibt ihnen ein direktes Feedback über ihren Fahrstil», versicherte Honegger. Am zweiten Tag wird im Kurs mit einem Anhänger gefahren. Dabei stehen die besonderen zusätzlichen Gefahren im Verkehr vor allem beim Abbiegen, Überqueren und dem Fahrzeugzustand im Fokus.

Honegger selber ist sich der grossen Verantwortung als Kursleiter und Instruktor voll bewusst. «Wir haben die Aufgabe, den jungen meist ohne Erfahrung im Strassenverkehr, die ersten Schritte beizubringen». Zugleich spricht er aber auch von einer grossen Herausforderung, denn es gilt oftmals auch zu Hause angewöhnte Kleinigkeiten wie beispielsweise das falsche Aussteigen beizubringen. «Wenn am Schluss des Kurses die Einsicht vorherrscht, dass die Teilnehmer etwas gelernt haben sind wir Kursleiter erfreut, wenn wir dies so positiv beeinflussen konnten», so Honeggers Schlussfazit. Ab sofort dürfen die Kursteilnehmer ihre Schlepper mit 40km/h fahren. In einigen Tagen wird auch der entsprechend ergänzte Führerschein eintreffen.

Quelle: RoMü
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