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Archiv 2017 08.01.2018 11:39

UFA-Samen Maistag 2018

Welche Maissorten sind empfohlen? Welche Chancen und Risiken haben stay green Sorten? Wie sieht die Marktsituation von Körnermais aus? Diese und weitere Fragen wurden am UFA-Samen Maistag 2018 in Wülflingen beantwortet.
  • Hansjörg Reiss und Hanspeter Hug
  • Stefan Lüthy

Am diesjährigen UFA-Samen Maistag im Sämereinenzentrum Niderfeld diskutierten Produzenten und Maisexperten Fragen zur Sortenwahl und zur Marktsituation von Körnermais.

Die Forderung nach weniger Herbizideinsatz macht die Entwicklung alternativer Produktionssysteme erforderlich, wie zum Beispiel Untersaaten. Jürg Jost von UFA-Samen ging unter anderem auf dieses Thema ein. Bei Mais funktionieren Untersaaten bereits sehr gut, ebenfalls bei Raps, Sonnenblumen und Getreide. UFA-Samen wolle in Zusammenarbeit mit Landwirten und Lohnunternehmer das System der Untersaaten auch für andere Kulturen, wie Zuckerrüben, zur Praxisreife vorantrieben.

Hanspeter Hug von UFA-Samen gab einen Rückblick über das Maisjahr 2017. Starke Niederschläge, die auf eine längere Trockenperiode folgten, verursachten im vergangenen Jahr mehr Beulenbrand als sonst. Zu beobachten waren auch vermehrt zu kurze Lieschblätter. Dies führte zu mehr Vogelfrass und zu einem höheren Befallsrisiko mit Fusarien. Beim Silomais wurden 2017 durchschnittliche Erträge eingefahren; beim Körnermais fiel die Erntemenge grösser aus mit höheren TS-Gehalten.

Bei «Stay green» Maissorten ist die Blattabreife verzögert. Während die Körner bereits reif sind, sind die Blätter immer noch grün. Friedbert Horstmann von Syngenta erläuterte die Eigenschaften dieses Sortentyps. Sie besitzen eine höhere Standfestigkeit und eine bessere Resistenz gegenüber der Stängelfäule. Die physiologisch aktive Restpflanze fördert die Wasserabgabe aus dem Korn. Horstmann betonte, dass die Pflanzen jedoch nicht besser verdaulich sind. Die Verdaulichkeit hat nichts mit der Blattabreife zu tun. Auch weist Horstmann darauf hin, dass es bei stay green Sorten schwieriger ist, den richtigen Erntetermin zu bestimmen. Die grüne Farbe der Blätter kann fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass die Pflanzen noch nicht reif sind.

Stefan Lüthy von UFA-Samen sieht viele Vorteile in der Produktion von Körnermais: Es ist eine relativ einfache Kultur, die wenig arbeitsintensiv ist. Sie dient als Futterlager auf dem Feld, hat eine positive Humusbilanz und hilft, Produktionslücken bei inländischem Kraftfutter zu schliessen. Lüthy betont aber auch, dass es Geduld braucht bis zur vollständigen Abreife und die Ernte nicht zu früh erfolgen sollte. Weiter spielt die Sortenwahl eine entscheidende Rolle, denn «je angepasster die Sorte, umso grösser der Geldsegen», lautete das Fazit von Lüthy.

Hansjörg Reiss von fenaco GOF gab einen Überblick über den Körnermaismarkt und die Futtermittelproduktion. Der Bedarf an Mischfutter beträgt in der Schweiz rund 1.5 Mio. t Für die Herstellung werden ca. 1 Mio. t Getreide benötigt. Rund die Hälfte davon stammt derzeit aus inländischer Produktion. Aus Gründen der Swissness sollte dieses Niveau gehalten werden, so Reiss. Für die Körnermaisproduktion ist Potenzial vorhanden. Die Herbsternte entlastet Arbeitsspitzen im Sommer und sorgt für eine Auslastung der Infrastruktur. Andererseits sieht Reiss durch die Aufhebung des Branchenkompromisses ein erhöhtes Risiko für die Inlandabnahme.

Welche Sorten es auf die Liste der empfohlenen Maissorten 2018 geschafft haben, erläuterte Jürg Hiltbrunner von Agroscope. Dabei wurden lediglich 10.5% der Körnermaisorten und 19.5% der Silomaissorten, die von den Züchtern angemeldet wurden, durch die Prüfung von Agroscope als gut befunden. Die empfohlene Sortenliste ist unter www.swissgranum.ch/sortenlisten abrufbar.

  • Autor/Redaktor
  • Verena Säle [vs]
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