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Management 09.09.2019 09:41

Unfallverhütungstagung 2019

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und agriss führten ihre erste nationale Unfallverhütungstagung am Inforama Rütti in Zollikofen durch. Schwerpunktthemen waren die Sicherheitsgurte als Lebensretter sowie der sichere Einsatz von Hebefahrzeugen im landwirtschaftlichen Umfeld.

Viele tödliche und schwere Unfälle in der Landwirtschaft stehen im Zusammenhang mit Fahrzeugen oder Maschinen. Entsprechend legte die diesjährige, erstmals national organisierte Unfallverhütungstagung von BUL und agriss den Fokus auf die Sicherheitsgurte und den Einsatz von Hebefahrzeugen. In praxisorientierten Workshops und Posten wurden in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern die Themen von verschiedenen Seiten aufgegriffen, Präventionsmassnahmen veranschaulicht sowie Erfahrungen ausgetauscht.

"Dank dem Sicherheitsgurt habe ich den Traktorsturz überlebt!" - in einem eindrücklichen Erlebnisbericht schilderte ein betroffener Landwirt sein Unfallerlebnis. Er zeigte dem Publikum damit auf, wie schnell es gehen und wie wenig Zeit zum Reagieren bleiben kann. 

Was Gurttragen bewirkt, konnten die Teilnehmenden anschliessend hautnah erleben. Dank der Unterstützung von Safe at Work hat die BUL ein Programm für eine VR-Brille entwickelt, welches das unbeschadete Erleben eines Traktorsturzes ermöglicht. Der bfu-Gurtschlitten liess spüren, wie sich die Kräfte selbst bei einem Aufprall aus geringer Geschwindigkeit auf den Körper auswirken. Die Kippkabine der BUL zeigte auf, dass der Gurt nicht nur im Fall eines Fahrzeugsturzes lebenswichtig wird, sondern beim Arbeiten am Hang auch eine wesentliche Verbesserung des Fahrkomforts bietet. Vorgestellt wurden ebenfalls verschiedene Gurtmodelle mit ihren Vor- und Nachteilen.

Sich konsequent seiner Sicherheit zuliebe anzuschnallen begegnet einigen Hürden im eigenen Kopf – so wurde die Thematik auch aus psychologischer Sicht beleuchtet, Gegenargumente zu Ausreden und Entschuldigungen gesucht sowie Strategien zur besseren Akzeptanz diskutiert.

Der zweite Präventionstag widmete sich dem sicheren Umgang mit Hebefahrzeugen. Die in der Landwirtschaft ebenfalls gültige EKAS-Richtlinie 6518 und deren Ausbildungsanforderungen wurden präsentiert. Als Antwort darauf hat die BUL mit "agriLIFT" eine von der Suva auditierte Staplerschule geschaffen, die diesen Anforderungen in einem landwirtschaftlichen Umfeld gerecht wird. 

An praktischen Posten erhielten die Teilnehmenden verschiedene Inputs zu Unfallursachen, zum sicheren Einsatz sowie zu Instruktionsschwerpunkten bei Gegengewichtstaplern, Teleskopladern, Hofladern und Frontladern. 

Das Risikopotential von Hebefahrzeugen erfordert bei der Ausbildung von Jugendlichen ein besonderes Augenmerk. Wie Unfallprävention frisch, spannend und in eine jugendgerechte Sprache verpackt werden kann, zeigten Beispiele aus der Kampagne "Be smart work safe" auf.

Quelle: BUL
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