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Verschiedenes 20.09.2019 07:46

Vo Puur zu Puur unterwegs im Bezirk Uster (ZH)

Auf dem Birkenhof der Familie Pfister in Uster trafen sich am Bettagnachmittag die geladenen Gäste. Dabei stellte sich der neue Baudirektor Martin Neukom den Zürcher Bauerfamilien vor, nachdem er bereits einige Betriebe besucht hatte.
  • (Bild: Martin Neukomm und Ivan Rüegg)

Das vor neun Jahren im Zürcher Weinland und somit im Bezirk Andelfingen vom Zürcher Bauernverband lancierte Projekt «vo Puur zu Puur» ist nun im letzten Bezirk Uster angekommen. Es hat sich dabei zu einer eindrucksvollen Erfolgsgeschichte entwickelt, welche jeweils tausende von Konsumenten auf die Bauernhöfe brachte. 2020 wird «vo Puur zu Puur» wiederum im Zürcher Weinland in die zweite Runde gehen.
Auf dem Birkenhof in Uster hat die Familie Pfister die Gäste empfangen. «Die Topografie vom Bezirk Uster macht die Landwirtschaft sehr abwechslungsreich», hielt Bezirks- und OK-Präsident Ivan Rüegg bei seiner Begrüssung der Gäste fest. Die Gemeinden mit ihren gesamthaft 130‘000 Einwohnern, liegen dabei rund um den Greifensee. Deshalb zeigte sich Rüegg erfreut, dass die acht Höfe für diese Bevölkerung die Tore geöffnet haben und nun zeigen dürfen, was und wie auf den Bauernhöfen produziert wird. Der Hof der Gastgeber war vor 23 Jahren der erste, welcher im Kanton Zürich eine Stallgemeinschaft einging. Seit 21 Jahren verarbeiten und vermarktet der Hof mit einer eigenen Hofmolkerei. «Auf unserem Hof gibt es keine Kühe mit Höchstleistungen, keine Spitzenerträge auf den Feldern und auch kein Melkroboter», hielt Martin Pfister fest. Sie setzen mit ihren 70 Kühen auf einen geschlossenen Kreislauf. Seit drei Jahren wird der Hof biologisch bewirtschaftet. Biodiversität wird gelebt, auf Futterzukauf wird verzichtet, wobei die Futterproduktion auf der eigenen Ackerbau- und Grünfutterflächen produziert werden.

Regierungsrat Neukom sucht Puls der Landwirtschaft

Mit Spannung wurde auch der erste offizielle Auftritt von Martin Neukom, Regierungsrat und Baudirektor des Kantons Zürich, erwartet. Vor dem Eintreffen auf dem Birkenhof hatte er erste Betriebe besucht und erhielt dadurch einen Einblick in einzelne Betriebe. «Ich bin beeindruckt, was alles auf den Bauernhöfen läuft. Ich habe festgestellt, dass die Bauern nicht nur Lebensmittelproduzenten sind, sondern auch Unternehmer», so Neukom. Bezüglich dem Event sprach er von einem sehr wichtigen Anlass, um die Landwirtschaft und Bevölkerung zusammen zu bringen. Grosse Chancen sieht er auch im Projekt «Schub», wo Kinder einen Tag auf dem Bauernhof verbringen können. «Die Kinder in der Stadt haben heute zur Landwirtschaft keinen Bezug mehr», sagt Neukom. Er plädierte dafür, dass man aufgrund der massiven medialen Kritik an der Schweizer Landwirtschaft dieser nicht einfach allein die Schuldfrage zuschieben darf. Vielmehr sieht er auch die gesamte Gesellschaft in der Pflicht, indem sie sich selber die Frage stellen müsse, was sie besser machen könne. Zugleich sprach Neukom auch von einer umfassenden und oftmals auch schwierigen. Interessenabwägung, was für die Landwirtschaft nicht immer einfach ist. Grosse Chancen und noch viel Potential sieht Neukom in der Direktvermarktung und neuen bereits erfolgreich gestarteten Vertragslieferungsprojekten. «Diese bringt die Landwirtschaft und die Konsumenten zusammen», zeigte er sich überzeugt. Zugleich signalisierte er die dafür notwendige Unterstützung.

Quelle: Roland Müller
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  •  Redaktion [RED]

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