UFA REVUEUFA-Revue: Fachzeitschrift für die Schweizer LandwirtschaftDetailseitenMaster

Archiv 2017 08.05.2018 17:29

Weniger Landwirtschaftsbetriebe, aber immer mehr Bio-Betriebe

Die Schweiz zählte im Jahr 2017 insgesamt 51’620 Landwirtschaftsbetriebe, 643 weniger als 2016 (-1%). Sie bewirtschafteten insgesamt 1,05 Millionen Hektaren LN und beschäftigten 153’900 Personen. Damit blieb der Bestand im Vergleich zum Vorjahr stabil. Diese Ergebnisse gehen aus der landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2017 des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Die strukturelle Veränderung der Schweizer Landwirtschaft setzte sich 2017 fort. Im Vergleich zu 2016 ging die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe zwar weniger stark zurück, verzeichnete aber dennoch ein Minus von 643 Betrieben. Durch die Zusammenlegung von einigen Flächen vergrösserten sich bestehende Betriebe. Die durchschnittliche Landwirtschaftsfläche stieg auf 20,6 Hektaren an und die Anzahl Betriebe mit mehr als 30 Hektaren nahm um 1% zu.

Bioproduktion und Gemüseanbau gewinnen an Bedeutung
Der seit einigen Jahren beobachtete Erfolg der Bioproduktion setzt sich fort. Mit 6638 Bio-Betrieben wurde 2017 ein Plus von 5% verzeichnet. Gemäss der Erhebung befinden sich 63% davon in der Bergzone. Die auf 4100 Betriebe verteilte Gemüsebaufläche (12’600 ha) wächst seit mehreren Jahren stark. Zwischen 2012 und 2017 hat sie um 24% zugenommen.

2017 erstreckte sich die landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) über 1,05 Millionen Hektaren. Davon wurden 14% biologisch bewirtschaftet (151’400 ha). Naturwiesen und Weiden (609’000 ha; 58%; ohne Sömmerungsweiden) machten den Grossteil der gesamten LN aus.

398’200 Hektaren (38% der LN) wurden als Ackerland genutzt, davon 8% für den biologischen Anbau. Auf einem Grossteil (143’300 ha) wurde Getreide angebaut, das einerseits für Lebensmittel (83’000 ha), andererseits als Futtermittel (60’300) diente. Die Anbaufläche für Dinkel (5000 ha) wuchs zwischen 2014 und 2017 um 41%. Die sonstigen Flächen (38’900 ha; 4% der LN) enthielten 13’400 Hektaren Rebland und 7200 Hektaren Obstanlagen.

Extensive Rinder- und Geflügelzucht im Aufwind
Aufgrund der anhaltend tiefen Rentabilität der Milchwirtschaft hielten 2017 weniger Landwirtschaftsbetriebe Milchkühe (-3%; 26’535). Auch ihr Bestand ging zurück (-1%; 569’185). Demgegenüber wurde beim Tierbestand für die Fleischproduktion, insbesondere bei den Mutter- und Ammenkühen, eine Zunahme registriert (+2%; 123’398). Die Hälfte der Betriebe mit dieser extensiven Produktion war in der Bergzone angesiedelt (47%).

Die Schweizer Geflügelproduktion verzeichnete ebenfalls gute Resultate. Nachdem sie 2016 stagniert hatte, stieg die Zahl der Mastpoulets 2017 wieder an (+4%; 7'151’000). Zugenommen hat zudem die Anzahl Legehühner (+4%). Dieser Anstieg setzt den seit einem Jahrzehnt beobachteten Trend fort. 16% werden in Bio-Betrieben gehalten.

Der Schafbestand verbuchte 2017 ein leichtes Plus (+1%). 54% der in der Schafmilchproduktion tätigen Betriebe waren Bio-Betriebe. Der Bestand an Ziegen, die vor allem in Bergregionen gehalten werden, nahm weiter zu (+4%; 78’146). Im Bereich der Schweinefleischproduktion gingen 2017 sowohl die Anzahl Produzenten (-3%) als auch der Tierbestand (-1%) zurück. 7% dieser Betriebe setzten auf die Bioproduktion.

Beschäftigtenzahl in der Landwirtschaft bleibt stabil
Im Jahr 2017 beschäftigten die Landwirtschaftsbetriebe 153’900 Personen. Der Bestand blieb damit im Vergleich zum Vorjahr stabil. Zwei Drittel der Betriebsleitenden arbeiteten Vollzeit. Die restlichen Mitarbeitenden waren grösstenteils Teilzeitbeschäftigte (66%). Während des Berichtsjahrs arbeiteten 56’100 Frauen in der Schweizer Landwirtschaft, darunter knapp 3100 Betriebsleiterinnen (+5%).

Quelle: BFS
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