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Verschiedenes 01.02.2019 08:38

Wichtigster Lostag im Winter hat immer noch Bedeutung

Der Zweite Februar oder auch als Lichtmess bezeichnet, hat in vielfältiger Funktion als Lostag eine wichtige und zentrale Bedeutung.
  • An der Aussage und Bedeutung bezüglich Lichtmess und Futtervorräte hat sich bis heute nichts geändert, indem auch das Silo noch halb gefüllt sein sollte. (Bild: RoMü)

Der 2. Februar gilt als wichtigster Lostag im Winter und gehört damit auch zu den bedeutesten des ganzen Jahres. An diesem Tag wird jeweils die Hälfte der vier Wintermonate verzeichnet. Es sind zugleich just 40 Tage nach Weihnachten und wurde früher als letztes Weihnachtsfest gefeiert. Der Tag der Lichtmess steht ebenfalls in einem direkten Zusammenhang mit den weiteren vierteiligen Jahreszeiten als Keltisches Jahreskreisfest und von Licht und Feuer. Ähnliche Bedeutungen haben damit auch die Walpurigsnacht, welche in der Nach auf den 1. Mai gefeiert wird. Weitere dieser Kreisfesttage sind am 1. August und am 1. November als Allerheiligen.
Der 2. Februar steht auch für Besonderheiten während dem Winter und nimmt weitere wichtige Rollen für das alltägliche Leben ein, welche früher teilweise noch viel mehr von Bedeutung waren. Deshalb wurde diesem Tag als wichtigen Zenitpunkt im Winterquartal für die noch vorhandenen Futtervorräte für die Nutztierhaltung grosse Beachtung zugemessen. An diesem Tag sollte noch die Hälfte der Futtervorräte vorhanden sein, damit die Winterfütterung bis in den Frühling hinein gewährleistet ist. Eine Voraussetzung, welche bis heute seine Gültigkeit erhalten hat. Damit ist sichergestellt, dass die Bauernhöfe ohne grossen Zukauf von Futter bis zum Vegetationsbeginn im Frühling über die Runden kommen. Eine Wetterregel aus dem Saganserland nimmt dafür exakt Bezug: „Lichtmäss luter und rei, Bürli, häsch zwei Chüali, verchauf des ei“.
Dieser 2. Februar war früher für Knechte und Mägde sehr von Bedeutung, da vielfach ihre neuen Arbeitsverhältnisse begangen. „An Lichtmess fängt der Bauersmann – neu mit der Jahres Arbeit an“. Doch an Lichtmess sollten nicht nur die Futtervorräte für das Vieh erst zur Hälfte aufgebraucht sein. Dies sollte bezüglich der häuslichen Selbstversorgung ebenfalls der Fall sein. Entsprechend muss die Speisekammer mit Mehl, Zucker, Öl sowie Fleischkonserven (Speck, Schinken, geräucherte Würste etc.) und Keller mit Lagergemüse und Obst noch halb gefüllt sein.

Bedeutender Tag für das Wetter im Frühling und Sommer

„Wenn’s um Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, ist ein der vielen Wetterregeln, welche am und um den Tag der Lichtmess entstanden sind und somit diesem Lostag seine wichtige Bedeutung zugemessen haben. Dabei gilt zu beachten, dass hier alle Wetterregeln sich auf die gleichen Witterungsverhältnisse beziehen und sich auch nicht widersprechen. „Wenn’s an Lichtmess schneit, ist der Frühling nicht mehr weit; ist’s dagegen klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell“ oder „Lichtmess hell, gerbt dem Bauer das Fell - Lichtmess dunkel, wird der Bauer ein Junker“. Konkret heisst dies, dass es an und teilweise auch um die Lichtmess zwei Wettertypen für die weitere Wetterentwicklung bestimmend sind. Schön und trocken verheisst grundsätzlich noch einen langen Winter: „Scheint an Lichtmess die Sonne heiss, gibt’s noch viel Schnee und Eis“, oder „Lichtmess Sonnenschein, bringt noch viel Schnee hinein“, sprechen für diese Wetterregel. Ist das Wetter am und um diesen Lostag aber mit Sturm nass und kalt, verzeichnet man Regen und Schnee, so prophezeien die Regeln hingegen einen frühen Frühling. „Lichtmess im Schnee, Ostern im Klee – Lichtmess im Klee, Ostern im Schnee“. Doch es gibt auch eine dritte Variante, welche gerade mit Blick auf den möglichen Vegetationsbeginn durchaus einen Sinn und auch etwas Realität für gewisse Kulturen zeigt. Ein früher Frühling sorgt auch bei Stein- und Kernobst wie bei den Reben für eine frühe Blüte respektive frühen Austrieb bei den Reben. Dies erhöht wiederum das Risiko von Spätfrösten im Frühling, wie wir sie 2016 und 2017 erlebt haben. Entsprechend kann für diese Kulturen ein eher später Frühling nach sonnenreicher Lichtmess durchaus wertvoll sein, weil die Gefahr dank späteren Austrieb und Blüte von Frühlingsfrosten geringer wird und allenfalls Spätfröste kaum Schäden verursachen. „Lichtmess luter und klar, git es guets Wyjahr“ und „Scheint zu Lichtmess die Sonne klar, gibt’s Spätfrost und ein fruchtbar Jahr“.

Quelle: RoMü
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