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Pflanzenbau 15.04.2019 13:32

Zitternde Blicke auf das Thermometer

Am Montagmorgen richteten sich manch Bange Blicke auf das Thermometer. Aufgrund der Aufhellungen am frühen Morgen zeichnete sich eine Frostgefahr ab.
  • Am Sonntagmorgen sorgte der Schneefall gar für eine kleine Schneeschicht auf diesen jungen zarten Rebtrieb.

Über das Wochenende kehrte nochmals ein Hauch vom Winter auch ins Flachland zurück. So sorgten tiefe Temperaturen und teilweise intensiver Schneefall auch bis in die tiefen Lagen des Weinlandes für eine dünne weisse Decke. Doch dieses Wetterphänomen zu dieser Jahreszeit ist nicht neu. So verzeichnete man in den zwei Jahrzehnten im April schon mehrmals eine Schneedecke. Da aber viele der landwirtschaftlichen Kulturen vegetativ weit fortgeschritten sind, blickt man jeweils besorgt auf die Wetterprognosen, weil Frostnächte bereits an den blühenden Bäumen, dem ersten Grün bei den Frühkartoffeln oder auch an den Reben Schäden anrichten können. Viele haben immer noch die bangen Aprilfrostnächte von 2016 und 17 im Hinterkopf, wo der Frost teilweise verheerende Folgen hatte und massive Schäden hinterliess.

Für die Nacht von Sonntag auf gestern Montag zeichnete sich erneut eine eher kritische Lage ab, indem nächtliche Aufhellungen eine mögliche massive Abkühlung begünstigte. Insbesondere für das westliche Mittelland und auch für das Wallis war nicht nur Bodenfrost sondern gar Frost prognostiziert worden. Dieser frostige Morgen traf nun auch ein. So wurden in Thun (BE) -3,8°C, in Poiseux (FR) -2,1°C, in Aigle (VD) -2°C, in Visp (VS) -3,7°C oder in Villars-Tiercelin (VD) – 0,6°C gemessen. Auch im Weinland machte man sich aber auch entsprechende Sorgen, weil die angekündigten Aufhellungen im Laufe der Nacht eingetroffen sind. In den tiefen Lagen bildete sich aber rasch eine dünne Nebelschicht, welche bezüglich der Wärme konservierend wirkte. Darüber zeichnete sich trotzdem aber fast überall ein Bodenfrost ab. Dieser wurde auch mit beispielsweise vereisten Autoscheiben festgestellt. Doch auch auf der offiziellen Messhöhe 2 Meter über dem Boden wurde es teilweise leicht frostig. In Kloten (-0,2°C) wie auch Tänikon (-0,3°C) sank das Thermometer auf ganz leicht unter null ab, in Hallau (0,09°C) waren knapp Null Grad und in Schaffhausen just 1° gemessen worden sind. 

Trocken nützt, nass schadet
Sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt, so heisst dies noch lange nicht, dass es zu Frostschäden kommen muss. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass bei Trockenheit und tiefen Luftfeuchtigkeit vielfach auch Dank der Bise die Pflanzen und die Vegetation allgemein widerstandsfähiger sind und Frosttemperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt eher vertragen und oftmals gar schadlos überstehen können. Sind aber die Pflanzenteile vor dem Einsetzen des Frostes nass oder sehr feucht oder weisst die Luft eine hohe Luftfeuchtigkeit auf, so steigt das Gefahrenpotential von Frostschäden stark an. Dies kann dann zu verheerenden Schäden schon knapp unter dem Gefrierpunkt führen.

Grundsätzlich sind aber Frühlingsfröste keine Seltenheit, sondern schon immer eine gewisse Gefahr oder Risiko. Entsprechend wurden viele Pflanz- und Saatarbeiten für anfällige Kulturen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ausgeführt, um das Risiko zu minimieren. Zudem wurden die Reben oftmals flächendeckend mit dem Anbringen der legendären Frostschirme oder –matten aus Stroh vorsorglich geschützt, wobei auch dies kein Garant war.

Quelle: RoMü
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