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Nutztiere 07.09.2018 08:40

Zug tanzte mit dem Braunviehstier

Auch die diesjährige Ausgabe des Zuger Stierenmarktes für Braunvieh war mit gegen 11‘750 Besuchern ein absoluter Renner. Dabei konnten 236 Braunviehstiere von hoher Qualität bestaunt werden. Die 40 versteigerten Rinder und Kühe erzielten rechte Preise. Höhepunkte gab es diverse: Stierprämierung, Jungviehauktion, Säulirennen, Tierhof, Festbetrieb und mehr.
  • Bolero überzeugte die Jury und wurde neuer Mister Braunvieh ZM Zug 2018. (Bild: Braunvieh Schweiz)

In Zug gibt es nicht nur den Bauboom. Auch Traditionen wie der „Stieremärt“, vielleicht etwas neu verpackt, sind „hip“. An den beiden Markttagen präsentierten sich 101 Braunviehstiere (BV) mit Brown-Swiss-Blut und 135 Original Braunviehstiere (OB) den kritischen Augen der Experten. Der Grösste, BV-Stier Marc, wies eine Widerristhöhe von 170 cm auf und der Schwerste, BV-Stier Vilan, brachte exakt 1‘425 kg auf die Waage.

In 28 Abteilungen wurden 236 Stiere beurteilt und rangiert. Alle erhielten die Herdebuch-Prämierung. Die Qualität war im Allgemeinen gut, vor allem was die vordere Hälfte betraf. Leider fehlte etwas die Breite des Feldes. Der schlechte Weidesommer mit seiner Trockenheit zeigte sich auch am Nährzustand einiger Weidestiere. Chefexperte Stefan Hodel‘s Kommentar: „Bei den Junior-Mister-Wahlen konnte aus hervorragenden Stieren ausgewählt werden. Bei den Senioren war die Qualität zwar gut, leider fehlten etwas die absoluten „Cracks“.

Misterwahl: vom Verlierer zum Gewinner
Am Mittwochnachmittag wurden die Abteilungssieger im Ring geehrt. Dabei erhielten 9 Stierenhalter für ihre Stiere eine Goldmedaille. Daneben gab es noch 23 Silber- und 54 Bronzemedaillengewinner.
Schliesslich gewann OB-Stier Alex, Franz Schindler, Goldau SZ, den begehrten Mister-Titel. Beim BV siegte Bolero von Christoph Müller aus Teufen AR. Notabene ein Stier, der bei seiner allerersten Teilnahme am ZM Zug bei der jüngsten Abteilung an letzter Stelle stand – fast wie Geschichte vom hässlichen Entlein, das zum schönen Schwan wurde. – Den Junior-Titel holte beim OB Wanderegg von Ruedi Stettler, Meierskappel LU, und beim BV Arno von Franz Deck, Morschach SZ.
Mister Genetik wurde der OB-Stier Vortuno von Alfred Anderegg, Meiringen BE sowie der BV-Stier Bebbu von Fabian Kempf aus Schwarzenberg LU. Den Betriebscup-Titel sicherte sich die Gebrüder Winterberger, Meiringen BE, vor Fredy Frank aus Ennetbürgen NW und Matthias Bütler, Hünenberg ZG.
An beiden Markttagen wurden insgesamt 30 (Vorjahr 35) Stiere oder knapp 13 % (Vorjahr 16 %) für durchschnittlich Fr. 2‘828.- (Vorjahr Fr. 2‘869.-) verkauft. Der Höchstpreis betrug dabei Fr. 4‘200.- (Stand: 06.09.2018, 17 Uhr).

Auktion mit Premium-Qualität
Am Donnerstag lockte die Versteigerung viele Züchter und Besucher an. Mit Spannung verfolgten sie den Auktionsverlauf, der für die kommende Handelssaison jeweils wegweisend ist. Auch dieses Jahr wurde der Beweis wieder erbracht: In Zug bewegt sich das Qualitätsniveau der angebotenen Rinder und Kühe auf einem hohen Niveau. Nach verhaltenem Start wurde engagiert geboten und sehr erfreuliche Preise erreicht.

Alle 37 im Angebot stehenden Tiere vom Jungtier über hochträchtige Rinder bis zur frisch gekalbten Jungkuh kamen in den Ring und fanden einen Käufer. Im Durchschnitt über alle Kategorien wurden Fr. 4180.- gelöst (Vorjahr Fr. 4‘587.-), was die eher verhaltenen Erwartungen übertraf. In Anbetracht der momentan ausgesprochen heiklen Marktlage ist dies ein tolles Ergebnis. Den Höchstpreis erzielte die Neptun-Tochter Lolita mit Fr. 8‘100.-.

Schweizer Genetik wohin man schaut
Wie immer in den letzten Jahren stammte die meiste Genetik bei den Auktionstieren aus der Schweiz. Der Anteil an Schweizer Vätern betrug sage und schreibe 95 %. Dabei tauchten vor allem die Stiere Blooming, Genox-Boy, Anibal und Biver häufiger auf.

Publikumsevent Stierenmarkt
Der Stierenmarkt ist heute mehr denn je ein grosser Treffpunkt der Schweizer Braunviehzüchter und vor allem der Bevölkerung aus dem Raum Zug und Innerschweiz. Ein Stück weit dient er der Imagepflege und fördert das Verständnis für die Sorgen und Anliegen der Bauern, gerade in der heutigen Zeit der Milchmarktkrise und der Sommerdürre.

Quelle: Braunvieh Schweiz
  • Autor/Redaktor
  •  Redaktion [RED]

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