Landleben

Gute Gründe für einen Beerengarten

Beeren sind ein beliebter Superfood, bieten viele Möglichkeiten der Verarbeitungsformen und gehören nicht zuletzt im Handel zu den teuren Nahrungsmitteln. Im Vergleich zu einem Gemüsegarten ist ein Beerengarten eher pflegeextensiv.

Himbeeren

Himbeeren benötigen ein Rankgerüst.

(Bild: Martin Kündig)

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Obergärtner und Fachlehrer Gartenbau, Wallierhof

Ein Beerengarten hat viele Werte und es lohnt sich, über einen eigenen Beerengarten nachzudenken. Der Pflegeaufwand von Beeren ist eher gering, die Anlage sollte aber gut geplant werden.

Vorüberlegungen

Bei der Planung eines wertbringenden Beerengartens sollten einige Überlegungsschritte angestellt werden. Die Standortfrage bildet einen wichtigen Faktor: 

  • Ist ein sonniger, offener Standort vorhanden? 
  • Ist eine gute organische und durchlässige Bodenstrukturvorhanden? 
  • Kann der Boden für die Beeren eventuell angepasst werden?

Die nächste Frage stellt sich nach der gewünschten Form des Beerengartens: 

  • Soll es ein reiner Naschgarten sein? 
  • Soll es ein Intensiv-Garten für die Selbstversorgungsein? 
  • Soll der Beerengarten der Direktvermarkung oder / und derProdukteverwertung dienen?
  • Habe ich Zeit und die notwendigen Kenntnisse, einenBeerengarten zu pflegen?

Eine weitere wichtige Pflegearbeit ist das Ernten: 

  • Habe ich Zeit die Beeren im richtigen Zeitpunkt zu ernten unddieses schnell verderbliche Lebensmittel zu verarbeiten?

Arbeitsaufwand

Bei der Realisierung des Beerengartens liegt der Hauptteil der Arbeit bei der Erstellung der entsprechenden Erziehungshilfen. So benötigen beispielsweise Brombeeren pro Stock nicht nur fünf bis sechs Laufmeter Platz, sondern auch ein Rankgerüst, um die langen Triebe zu befestigen und um stets Ordnung im Garten zu halten. Himbeeren sind diesbezüglich nicht weniger anspruchsvoll: Auch sie benötigen die notwendigen Erziehungshilfen. Bleiben noch Heidelbeeren, Preiselbeeren und Co. zu erwähnen, für deren Gedeihen in unseren Breitengraden die Erstellung eines Moorbeetes unumgänglich ist. Die eher bescheidenen Pflegearbeiten beschränken sich dagegen auf Dün-ge-, Schnitt- und Aufbindearbeiten.

Johannisbeeren

Les raisinets demandent peu d’entretien.

(Martin Kündig)

Sortenvielfalt

Die Form des gewünschten Beerengartens bestimmt denn auch die Grösse, die Sortimentszusammenstellung und die Stückzahlen der einzelnen Beerenarten. Wird eine Erdbeerenkultur in die Planung miteinbezogen, muss auch an den nötigen Platz für den nach zwei Jahren fälligen Fruchtwechsel gedacht werden. Das Beerensortiment ist laufend im Wandel. Man ist sicher gut beraten, ältere, erprobte Sorten zu verwenden und Neuangebote in kleinerem Rahmen auszuprobieren. Wichtig ist es, den einzelnen Beerenarten in der Reihe, aber auch von Reihe zu Reihe genügend Raum zu gewähren.

Kosten

Selbstverständlich ist die Erstellung eines Beerengartens auch mit Kosten verbunden. Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren liegen die Stückpreise im Bereich von 25 bis 30 Franken, Himbeeren bei rund acht bis zehn Franken, Brombeeren zirka 27 bis 30 Franken, Erdbeeren um die drei Franken und Heidelbeeren etwa 35 Franken pro Stück.

Ein langlebiger Akazienpfahl in der Länge von gut zwei Metern für ein Erziehungsgerüst kostet zirka 20 Franken; dazu kommen die Kosten für Bodenanker, Drahtmaterial, Drahtspanner und so weiter.

Die Kosten für Moorbeeterde (z. B. für Heidelbeeren) liegen bei ungefähr 75 Franken für 500 Liter.

Diesen Kosten und den Aufwendungen der Pflegearbeiten stehen dafür gute Erträge gegenüber. Einige ungefähre Ertragszahlen: Brombeeren fünf bis acht Kilogramm pro Pflanze, Herbsthimbeeren 0,75 kg pro Laufmeter, Johannisbeeren 1,5 kg / m 2 , Heidelbeeren 2,5 kg / m 2. 

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