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Vorkehrungen gegen die Afrikanische Schweinepest ASP

In einem Interview erläutert der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche, welche Vorkehrungen es gegen die Afrikanische Schweinepest auf Schweizer Schweinebetrieben benötigt. 

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(Bild: Suisag - SGD)

Publiziert am

Michael Götz: Warum ist die ASP so gefährlich für die Schweinehaltung?

Albert Fritsche: ASP gehört zu den hochansteckenden Tierseuchen. Für infizierte Schweine verläuft die Krankheit meist tödlich. Im Seuchenfall müssen alle Schweine im betroffenen Betrieb getötet und entsorgt werden.

M.G.: Was sind die für die Schweizer Schweinehaltungen gefährlichsten Übertragungswege der ASP?

A.F.: Die Infektion geschieht durch direkten Tierkontakt oder indirekt durch die Verfütterung von ungenügend erhitzten virushaltigen Fleischabfällen oder durch kontaminierte Gegenstände oder Transportfahrzeuge.

M.G.: Bei welchen Krankheitssymptomen muss der Schweinehalter an ASP denken?

A.F.: Hohes Fieber und plötzliche Todesfälle sowie Kümmern, Apathie, Durchfall, Aborte, Einbusse der Mastleistung, gehäufte bakterielle Infektionen mit Tierverlusten sind schweinepestverdächtig.

M.G.: Wie kann der Schweinehalter seine Schweine schützen? Welche Vorkehrungen soll er treffen?

A.F.: Mit geeigneten Biosicherheitsmassnahmen. Das heisst, dass betriebsinterne, organisatorische Abläufe optimiert werden und gleichzeitig die Gefahr einer Einschleppung des Erregers von aussen mit bestimmten Massnahmen, z.B. Doppelzaun, minimiert wird.

M.G.: Braucht es einen doppelten Zaun bei Ausläufen und bei der Freilandhaltung, um Kontakte mit Wildschweinen zu vermeiden?

A.F.: Ein doppelter Zaun hilft sehr effizient, einen direkten Kontakt zwischen Wild- und Hausschweinen zu vermeiden. Damit wird die Gefahr einer Virusübertragung von Tier zu Tier auf ein Minimum gesenkt.

M.G.: Was können wir von den Erfahrungen im Ausland lernen?

A.F.: Falls die Seuche bei den Wildschweinen auftritt, ist eine rigorose Bekämpfung in den betroffenen Waldgebieten entscheidend. Am wichtigsten ist das Finden der Infektionsherde und das konsequente Entfernen von Kadavern sowie in einer zweiten Phase die Bejagung. All diese Massnahmen sind sehr zeit- und personalintensiv und erfordern eine hohe Durchhaltefähigkeit aller Beteiligten. Sie sind allerdings wichtig, da die Gefahr gross ist, dass die Seuche in der Wildtierpopulation endemisch wird, das heisst, nicht mehr auszurotten ist. Es gibt wenige Länder, die es geschafft haben, ASP bei den Wildschweinen auszurotten.

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Der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche

(Bild: zvg)

 

Das Interview wurde schriftlich geführt von Michael Götz, M. Götz Agrarjournalist GmbH, Eggersriet SG

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