Landleben

Eindrückliche Landwirtschaft in Südafrika

Die diesjährige UFA-Revue-Leserreise führte nach Südafrika. Das Land bietet unterschiedliche Landschaften, eine vielfältige Tierwelt und eine Landwirtschaft, die sich nur schon aufgrund der Farmgrössen von der hiesigen unterscheidet. Südafrika ist aber auch ein Land der Gegensätze, wie Ueli Wyss in seinem Reisebericht erläutert.

Früchtetrocknungsbetrieb Locarno Sun Dried Fruit

Nicht im Tessin sondern in der südafrikanischen Kleinstadt Montagu: Früchtetrocknungsbetrieb Locarno Sun Dried Fruit.

(Bilder: Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Publiziert am

Agronom

Die Arbeitslosigkeit in Südafrika beträgt 27 Prozent. 80 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind schwarz. Riesige und kleine Farmen streiten sich um das Land. Die Nutzflächen des Landes sind entweder im Besitz von Agrarkonzernen oder von weis sen Grossgrundbesitzern. Das birgt Spannungen. Hinzu kommt, dass Südafrika die schwerste Dürre seit Jahrzehnten erlebt. Sieben von neun Provinzen wurden bereits zu Katastrophenregionen erklärt. Die Landwirte haben Mühe, genügend Futter für die Tiere zu produzieren. Südafrika ist ein Land der grossen Gegensätze. Und genau das wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der UFA-Revue Leserreise Anfang 2019 erleben.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der UFA-Revue-Leserreise unter sich: Fast siebzig Personen lernten in drei Reisegruppen die verschiedenartigen Facetten Südafrikas kennen.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der UFA-Revue-Leserreise.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der UFA-Revue-Leserreise.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Leserreise nach Südafrika

Von Januar bis Februar 2019 haben insgesamt drei Reisegruppen Südafrika bereist. In Zusammenarbeit mit der UFA-Revue organisierte die Reise das Reisebüro Terra Travel. Für nächstes Jahr ist eine UFA-Revue-Reise nach Panama geplant.

Pilanesberg Nationalpark

Gestartet haben wir die Reise im Pilanesberg Nationalpark. Dieser liegt im Krater eines erloschenen Vulkans und hat eine Grösse von 550 km 2 . Auf Safaris haben wir viele wilde Tiere, wie Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Giraffen, verschiedene Antilopen und auch Löwen, gesehen.

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Auf Safari im Pilanesberg Nationalpark.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)
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Giraffen im Pilanesberg Nationalpark.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)
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Nashörner im Pilanesberg Nationalpark.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Wildkatzen Rehabilitations-Station

Speziellen Kontakt zu den Wildkatzen hatten wir in der Cheetah Experience Farm in Bloemfontein. Dort werden gefährdete und bedrohte Tiere, wie beispielsweise Geparden, Löwen, Leoparden und andere Wildkatzen gehalten und auf die Freilassung in die Wildnis vorbereitet.

Sernick Feedlot

Die Sernick-Farm hat eine Fläche von 5000 ha. Auf der Farm werden rund 550 Mutterkühe der Rasse Bonsmara gehalten. In einem Feedlot werden die Tiere ausgemästet. Zusätzlich werden auch noch Tiere zugekauft und zuerst 30 bis 60 Tage auf der Weide gehalten. Anschliessend kommen sie auch in den Feedlot, wo sie 110 bis 120 Tage bis zur Schlachtung mit einem durchschnittlichen Lebendgewicht von 540 kg ausgemästet werden. Die Tageszunahmen betragen zwischen 1,8 und 2,2 kg. Zur Herstellung des Kraftfutters besitzt der Feedlot eine eigene Mühle sowie auch einen Schlachthof, dort werden monatlich rund 4000 Tiere geschlachtet.Auf der Farm gibt es auch eine Prüfstation für Stiere. Dort werden der Tageszuwachs und die Futteraufnahme gemessen. Auch Stiere von anderen Farmen können dort getestet werden. Jährlich werden rund 600 Stiere geprüft.

Milchfarm trotz Trockenheit

Auf der von uns besuchten Milchfarm werden rund 500 Milchkühe der Rassen Jersey und Holstein mit der Neuseelandgenetik gehalten. Es war geplant, das neuseeländische Weidesystem anzuwenden. Doch wegen der Trockenheit der letzten drei Jahre musste rund 30 Prozent der Ration zugefüttert werden. Die durchschnittliche Milchleistung beträgt 5500 kg mit 4,6 Prozent Fett und 3,6 Prozent Protein. Ein Teil der Parzellen kann auch bewässert werden. Neben Mais wird nun auch Sorghum angebaut. Ein Teil der Milch wird auf dem Hof UV-behandelt und abgepackt. Rund zehn Prozent der Produktion werden selbst vermarktet. Durch die UV-Behandlung ist die Milch 15 – 20 Tage haltbar. Es ist geplant, auch selbst Joghurts und Käse herzustellen. Der Milchpreis beträgt 4.60 Rand pro Liter, was rund 32 Rappen entspricht.

Protea-Pflanzen

Die King Protea ist die Wappen- und Nationalblume von Südafrika und wahrscheinlich die beliebteste Wildblume der Welt. Viele Blumengeschäfte verzieren so manchen Blumenstrauss mit der Proteablüte. Insgesamt gibt es auf der ganzen Welt 130 verschiedene Proteaarten, wovon über 65 Arten in der Umgebung von Kapstadt vorkommen. Auf der Fynbos–Farm werden auf 3,2 ha rund 20 verschiedene Proteaarten angebaut und die Blumen und Samen in die ganze Welt verkauft. Pro Hektare hat es zwischen 4000 und 5500 Pflanzen. Für die Anbauweise ist viel Handarbeit gefragt, seit drei Jahren werden keine Herbizide mehr eingesetzt.

Luzerne für Strausse

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Auf der Straussenfarm La Plume in der Region der Kleinen Karoo leben 3000 Straussen.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Die Region der Kleinen Karoo um Oudtshoorn ist das Zentrum der südafrikanischen Straussenzucht. Schon 1822 wurde der Strauss in Südafrika unter Schutz gestellt, da seine Ausrottung zu befürchten war. Seine Federn waren als Schmuck viele Jahrhunderte heiss begehrt. Heute werden die Strausse vor allem zur Fleisch- und Lederproduktion gehalten. In der kleinen Karoo leben in der Regel 650 000 Strausse verteilt auf verschiedene Farmen. Wegen der Trockenheit sind es aktuell nur noch etwa 300 000. Die besuchte Farm bewirtschaftet eine Fläche von 5500 ha. Neben 3000 Straussen werden auch noch Mutterkühe und Schafe gehalten. Für die Strausse werden auf 2000 ha Luzerne angebaut und zu Pellets verarbeitet. Das Straussenfleisch enthält wenig Cholesterin, Fett und Kalorien. Bei der Schlachtung wiegt ein Strauss rund 100 kg und dies gibt 30 kg Fleisch.

Früchte und Wein

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Weindegustation auf dem Weingut Fairview in Paarl.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Die Anbaubedingungen für Obst und Wein sind in Südafrika ideal. Mediterranes Klima, fruchtbare Böden und landwirtschaftliche Erfahrung, die inzwischen mehrere Jahrhunderte umfasst, haben das Land zu einem der führenden Exportländer für Wein gemacht.

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Weindegustation auf dem Weingut Fairview in Paarl.

(Ueli Wyss und Reise-Teilnehmer)

Auf einem besuchten Betrieb werden auf gut 20 ha Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche angebaut. In einer grossen Halle werden die frisch geernteten Früchte sortiert und abgepackt. Auf einem zweiten Betrieb wurden die Früchte von Hand aufgeschnitten und dann auf Holzrosten zum Trocknen an die Sonne gelegt. Der Trocknungsvorgang dauert je nach Fruchtart und Wetterbedingungen zwischen drei bis fünf Tage.

Die Weinbaugebiete sind mehrheitlich im Süden des Landes zu finden, fast ausschliesslich in der Provinz Westkap, meist in der Nähe der Küste. In den Küstenregionen des Westkaps profitiert der Weinbau von der kühlenden Wirkung des Benguelastroms.gros sen Halle werden die frisch geernteten Früchte sortiert und abgepackt. Auf einem zweiten Betrieb wurden die Früchte von Hand aufgeschnitten und dann auf Holzrosten zum Trocknen an die Sonne gelegt. Der Trocknungsvorgang dauert je nach Fruchtart und Wetterbedingungen zwischen drei bis fünf Tage. Der Weinbau ist in Südafrika ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Südafrika produziert jährlich 11,3 Millionen Hektoliter Wein. In den Regionen Stellenbosch, Franschoek und Paarl haben wir insgesamt vier Weingüter besucht und die verschiedenen Weine degustiert. Viele Weingüter betreiben auch Restaurants, wo unter schattigen Bäumen gegessen wird.

Kapstadt und Umgebung

Kapstadt und seine Umgebung bildeten den Abschluss und ein Highlight der Leserreise. Im Malayenviertel, an der Waterfront und vor allem auf dem Weg zum Tafelberg, der 1085 Meter hoch ist, wimmelte es von Touristen. Der Ausflug auf die Kaphalbinsel bis zum Kap der Guten Hoffnung bildete das Ende der wunderschönen Reise. 

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