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Pflanzenbau

3 Fragen an Cornelia Sauer

Die UFA-Revue stellte Cornelia Sauer Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Extension Gemüsebau von Agroscope drei Fragen zu Schneckenproblemen im Gemüsebau.

Cornelia Sauer,  Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Extension Gemüsebau Agroscope

Cornelia Sauer,  Wissenschaftlich-technische Mitarbeiterin der Forschungsgruppe Extension Gemüsebau Agroscope

(zvg)

Publiziert am

Haben sich die Schneckenprobleme im Gemüsebau verändert?

Als zugewanderte Art breitet sich die Spanische Wegschnecke seit einigen Jahrzehnten über Europa aus. Neben den heimischen Genetzten Ackerschnecken und Gartenwegschnecken zählt sie inzwischen zu den dominierenden Arten im Schweizer Gemüsebau. Sie sieht den grossen heimischen Roten und Schwarzen sehr ähnlich, die sie zunehmend verdrängt. Das sich verändernde Klima hat natürlich auch seinen Einfluss auf die Schnecken. Es beeinflusst die Entwicklungszyklen wichtiger Arten auf verschiedene Weise. In milden Wintern sterben weniger adulte Spanische Wegschnecken ab, sodass im nächsten Frühjahr gleich mehrere Generationen dieser Schneckenart nebeneinander vorliegen und es vermehrt zu Schäden kommen kann. Von der Genetzten Ackerschnecke ist bekannt, dass sie in feucht-warmen Jahren mit langer Vegetationsperiode statt der üblichen zwei sogar bis zu drei Generationen bilden kann. Im darauffolgenden Frühling sind auf Parzellen mit Vorjahresbefall regelmässige Feldkontrollen in kurzen Abständen ratsam, um rechtzeitig reagieren zu können.

Welche Massnahmen haben sich im Gemüsebau gegen Schnecken etabliert?

Bei den vorbeugenden Massnahmen kommt der Bodenbearbeitung eine grosse Bedeutung zu. Es gilt, die Kulturflächen für Schnecken möglichst unattraktiv zu gestalten und das Austrocknen von Schnecken und ihren Eigelegen zu begünstigen. Nach der Förderung der Frostgare im Winter sollte durch eine flache Bearbeitung in der Saison grobscholliger Boden zerkleinert und Hohl räume als Schneckenverstecke zerstört werden. Wird mit dem anschliessenden Anwalzen eine gute Rückverfestigung erreicht, erschwert dies die Fortbewegung und die Aktivität der Schnecken. Ebenso ist es wichtig, dass der Bewuchs an den Feldrändern regelmässig gemulcht wird, um feuchte Schlupfwinkel zu vermeiden.

Was ist beim Einsatz von Schneckenkorn zu beachten?

Im Gemüsebau sind zur Bekämpfung von Acker- und Wegschnecken Molluskizide auf Basis der Wirkstoffe Eisen-III-Phosphat und Metaldehyd zugelassen, die als Köderkörner ausgebracht werden. Diese wirken am besten, solange die Schnecken noch klein sind. Ein gleichmässiges Streubild der Köderkörner gewährleistet, dass die Schnecken auch auf die Köder treffen. Deshalb ist nach stärkeren Niederschlägen jeweils zu prüfen, ob die ausgebrachten Köderkörner gleichmässig verteilt, nicht verschlämmt und nicht zerfallen sind.

Interview: Dr. Katharina Kempf

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