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Pflanzenbau

Mit Stickstoff zum Protein-Ziel

Der Proteingehalt von Weizen wird hauptsächlich durch die Sorte, Bodenfruchtbarkeit, Klimabedingungen und Pflanzengesundheit bestimmt. Das Endergebnis hängt aber auch von einer gut kontrollierten Stickstoffdüngung ab.

Mit Erreichen des Stadiums Ährenanlage 1 cm steht die zweite Gabe an. Um das Stadium „Ähre 1 cm“ zu bestimmen, werden 20 Pflanzen aus einem homogenen Be...

Mit Erreichen des Stadiums Ährenanlage 1 cm steht die zweite Gabe an. Um das Stadium „Ähre 1 cm“ zu bestimmen, werden 20 Pflanzen aus einem homogenen Bereich der Parzelle entnommen. Für die Beurteilung wird ausschließlich der Haupttrieb berücksichtigt, also der am weitesten entwickelte Trieb der Pflanze. Dieser wird der Länge nach aufgeschnitten, um den Abstand zwischen der Ährenspitze und der Basis des Bestockungsknotens zu messen.

Publiziert am

Verkaufsleiter Landor, Mitglied der Geschäftsleitung

Der Proteingehalt zählt zu den entscheidenden Qualitätskriterien im Weizenanbau und ist eng mit der Stickstoffversorgung der Kultur verknüpft. Rund 80 % des vom Weizen aufgenommenen Stickstoffs werden bereits vor der Blüte aufgenommen und später in die Körner verlagert. Die restlichen etwa 20 % gelangen erst nach der Blüte in die Pflanze, wobei deren Aufnahme stark von den Witterungsbedingungen abhängt. Sorte, Standort und Wetter bleiben damit zentrale Einflussfaktoren, doch lässt sich insbesondere über ein gezieltes Stickstoffmanagement der Proteingehalt bis zu einem gewissen Grad steuern.

Stickstoff gezielt aufteilen und den richtigen Zeitpunkt nutzen

Um den angestrebten Proteingehalt zu erreichen, muss zunächst die gesamte Stickstoffmenge auf Basis des Ertragsziels festgelegt werden. Entscheidend ist anschliessend die richtige Aufteilung der Gaben. Ziel ist es, die Stickstoffzufuhr möglichst genau auf die Aufnahmefähigkeit der Pflanze abzustimmen, die gegen Ende des Schossens ihr Maximum erreicht. In der Praxis hat sich dabei eine Aufteilung in drei Gaben als besonders zuverlässig erwiesen.

Gegen Ende des Schossens ist das Maximum der Stickstoffzufuhr erreicht.

 

1. Gabe – Bestockung und Winterausgang

Nicht zu früh, nicht zu viel: 40 bis 60 Einheiten reichen in der Regel für den Vegetationsbeginn und zur positiven Beeinflussung der Bestockung und der Anzahl der Ähren aus. Je nach Bestandesdichte bei Winterausgang kann diese Gabe angepasst werden. Bei schwachem Bestand wird sie erhöht, bei dichtem Bestand entsprechend reduziert.

2. Gabe – Stadium «Ähren 1 cm»

Mit rund 70 bis 80 Einheiten stellt die 2. Gabe den grössten Anteil der Gesamtstickstoffmenge dar. Sie beeinflusst sowohl den Ertrag als auch die Qualität und ist damit von zentraler Bedeutung. Entsprechend wichtig ist der richtige Zeitpunkt. Ziel ist es, die bereits ährentragenden Haupthalme gezielt mit Stickstoff zu versorgen. Voraussetzung dafür ist eine sichere Bestimmung des Entwicklungsstadiums «Ähren 1 cm».

3. Gabe – Erscheinen des Fahnenblatts und Anschwellen

Die 3. Gabe umfasst in der Regel 30 bis 40 Einheiten und ist sowohl für den Ertrag als auch für den Proteingehalt entscheidend. Sie wird in einer Phase maximaler Stickstoffaufnahme ausgebracht und hat einen starken Einfluss auf den endgültigen Proteingehalt des Korns.

Gezielte Blattdüngung zur Proteinsteigerung

Nach der 3. Gabe kann bis zur Blüte eine ergänzende Blattdüngung erfolgen. Als effizientes Mittel hat sich Nitrostar mit 10 l / ha bewährt. Der kurz- bis mittelfristig wirksame Blattstickstoff zielt auf die Absicherung des Proteingehalts ab, insbesondere dann, wenn die Stickstoffaufnahme über die Wurzeln eingeschränkt ist.

Schlüsselrolle des Regens

Der Erfolg der Stickstoffgaben ist stark vom Niederschlag abhängig: Für eine optimale Aufnahme sind um die 10 bis 15 mm Niederschlag nach der Gabe erforderlich. Wenn vorausgesagter Regen nicht fällt, empfiehlt es sich, ein paar Tage abzuwarten, um die Aufnahme zu begünstigen. In niederschlagsarmen Regionen hat sich auch eine 2-Gaben-Strategie bewährt. Dabei muss jedoch mit einem Düngemittel wie Sulfamid gearbeitet werden, denn der als Harn-stoff-Stickstoff vorliegende Teil verlängert die Wirkung. Ausserdem liefert Sulfamid Schwefel und Magnesium, die schnell assimilierbar sind.

Andere Nährstoffe im Blick behalten

Wie bei jeder Düngestrategie sollten jedoch auch die übrigen Nährstoffe im Blick bleiben. Besonders Schwefel darf nicht vernachlässigt werden: Als Bestandteil von Aminosäuren ist er zentral für die Proteinbildung. Zudem unterstützt Schwefel – gemeinsam mit Stickstoff und Magnesium – die Bildung von Chlorophyll. Deshalb ist es wichtig, Schwefel bereits in der 1. oder 2. Gabe einzuplanen und eine schwefelhaltige Stickstoffdüngung einzusetzen. 

Unser Tipp

Das richtige Timing für die letzte Gabe

Das Stadium «Erscheinen des Fahnenblatts / Anschwellen» bleibt der beste Zeitpunkt, um gleichzeitig Ertrag und Proteingehalt zu beeinflussen. Dies geschieht mit der 3. Gabe. Danach zielt eine zusätzliche Blattdüngung mit Nitrostar (10 l / ha) darauf ab, den Proteingehalt zu konsolidieren.

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