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Wir sind Landwirte. Wir bewirten das Land, wir beuten es nicht aus

Wenn Produzenten, Berater und Saatgutexperten gemeinsam durchs Feld gehen, wird aus Theorie schnell Praxis: An der Flurbegehung der LANDI Weinland beim Wydhof in Flaach diskutierten Fachleute aktuelle Herausforderungen im Ackerbau. Neben Fachinformationen bot der Anlass vor allem den direkten Austausch unter Berufskollegen.

Sowohl beim Mais als auch bei den Zuckerrüben sind Strategien zum Umgang mit Resistenzen Thema. 

Sowohl beim Mais als auch bei den Zuckerrüben sind Strategien zum Umgang mit Resistenzen Thema. 

(Sabrina Meier)

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Die Wiese entlang des Baches beim Wydhof in Flaach füllt sich am Abend des 19. Mai zügig. Zur Flurbegehung trudeln Landwirte aus dem ganzen Wirtschaftsgebiet der LANDI Weinland ein. Fast 100 Personen. Viele kennen viele.

Gastgeber Tanja Bachmann und Philipp Schläpfer, der Wydhof wird als Betriebsgemeinschaft geführt, haben nicht gezögert als die Anfrage der LANDI Weinland kam. «Die LANDI ist ein wichtiger Partner für uns», sagt Betriebsleiterin Tanja Bachmann. «Wir sind eng mit der LANDI verknüpft, gerade im Kartoffelhandel, und deswegen haben wir mitgemacht», ergänzt Philipp Schläpfer.
Bereits bei der Begrüssung hat Alexander Süss, Verkaufsleiter der LANDI Weinland deutlich gemacht, worum es geht: praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Pflanzenbau. Kurz darauf ging es aber zunächst darum, ob der Elektrozaun auch wirklich abgeschaltet ist, über den die Landwirte steigen müssen, um zur Station «Zuckerrüben und Mais» zu gelangen. «Merksch es sofort», sind sich die Bauern einig.

An der Station zeigten Godi Sigg von Bayer und Philipp Manser von Landor auf, wie entscheidend eine gesunde Blattmasse für Ertrag und Qualität ist. Diskutiert wurden unter anderem Blattdüngung und deren Einfluss auf die Nährstoffversorgung der Pflanzen. Ebenso thematisierten die Referenten die Folgen hoher pH-Werte auf die Düngestrategie. Gerade unter schwierigen Bedingungen gewinne eine präzise Nährstoffversorgung zunehmend an Bedeutung.

Beim Mais waren Problemunkräuter, zunehmende Resistenzen und die Verträglichkeit von Herbizidanwendungen Thema. Da viele Betriebe mit genau solchen Problemen zu kämpfen haben, war das Interesse an praxistauglichen Lösungen gross.

Erfolgreicher Teststreifen mit Kunstwiese

Wie stark sich Wetterextreme inzwischen auf den Futterbau auswirken, zeigte Hans-Peter Hug vom Strickhof am Teststreifen an der Station «Kunstfutterbau». Er erklärte verschiedene Mischungen und sprach über Strategien für stabile Bestände unter trockenen Bedingungen. Dabei betonte er auch die Verantwortung der Landwirtschaft gegenüber dem Boden: «Wir sind Landwirte. Wir bewirten das Land, wir beuten es nicht aus.»

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Auf dem Teststreifen beim Wydhof wachsen verschiedene Mischungen, die Hitze und Trockenheit aushalten. 

(Sabrina Meier)

Tanja Bachmann hatte auf dem Teststreifen verschiedene Mischungen gesät. Für Co-Betriebsleiter Philipp Schläpfer war das Besichtigen des Streifens das Highlight der Flurbegehung. Besonders freue er sich über die Erkenntnisse aus dem Test:

Raps bleibt wichtiger Fruchtfolgepartner

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Till Birk von UFA-Samen erklärt, auf was es beim Rapsanbau ankommt und warum die Bodenbearbeitung so wichtig ist.

(Sabrina Meier)

Auch der Rapsanbau erhielt an der Flurbegehung seinen Platz. Till Birk von UFA-Samen sprach über aktuelle Entwicklungen sowie Perspektiven im Rapsanbau. Besonders hervorgehoben hat er den Stellenwert von Raps in der Fruchtfolge, wobei er auch kritische Fragen zur Machbarkeit beantwortete. Zudem rückte er die Bodengesundheit und Bodenbearbeitung in den Fokus und zeigte die Auswirkungen an einem positiven und einem negativen Beispiel (V316 OL HOLL). Je schlechter eine Pflanze bei Kräften sei, desto weniger könne sie sich gegen Krankheiten wehren und desto stärker setzten ihr negative Umwelteinflüsse zu:

Neben und insbesondere nach den vielen Fachinformationen blieb den fast 100 Besuchern genügend Zeit für persönliche Gespräche. Bei einer feinen Bratwurst diskutierten die Produzenten mit Beratern und Kollegen über Erfahrungen, Probleme und neue Ansätze. Mittendrin: Lukas Landolt, Geschäftsführer der LANDI Weinland. «Wir sind sehr zufrieden. Es ist eine schöne Zahl an Leuten aus dem ganzen Wirtschaftsgebiet gekommen», sagte er, nachdem er die Würste für die Besucher grilliert hatte. Auch für Alexander Süss, Organisator der LANDI-Flurbegehung in Flaach war der Abend ein Erfolg: «Den fachlichen Austausch zu haben ist das eine. Besonders wichtig und schön ist aber das Beisammensein. Die Flurbegehung ist ein sozialer Treffpunkt.» Auch die Gastgeberin selbst, Tanja Bachmann, ist zufrieden: «Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind, dass das Wetter mitgespielt hat und dass wir spannende Referenten auf dem Hof haben durften.

Die Flurbegehung ist ein sozialer Treffpunkt

Alexander Süss, Verkaufsleiter LANDI Weinland

Die Flurbegehung in Flaach hat gezeigt: Eine starke Landwirtschaft lebt vom gegenseitigen Vertrauen, vom offenen Austausch und von verlässlichen Partnerschaften. Die enge Zusammenarbeit zwischen der LANDI Weinland und den Produzenten schafft die Grundlage dafür, aktuelle Herausforderungen gemeinsam anzupacken und praxisnahe Lösungen direkt aufs Feld zu bringen.

red

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