Quer gelesen
- Die Futtereffizienz hat grossen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion.
- Der ICL zeigt, wie effizient Kühe die vorgelegte Ration in Milch umwandeln.
- Eine ausgeglichene und synchrone Ration sowie der Einsatz von ausgewählten Futtermitteln helfen, die Futtereffizienz zu steigern.
Viele Betriebe prüfen ihre Kostenstruktur, um das fehlende Milchgeld zu kompensieren. Häufig liegt der Fokus auf zugekauften Futtermitteln wie Ergänzungsfutter, Spezialitäten oder Mineralstoffe. Wichtig ist, die Futterkosten zu kennen und zu wissen, wie effizient die Kuh die Ration in Milch umwandelt. Je effizienter die Kuh das Futter verwertet, desto tiefer sind die Futterkosten pro Kilogramm Milch. Hier liegt grosses Potenzial, um die Wirtschaftlichkeit des Betriebes zu verbessern.
Die Steigerung der Effizienz verbessert direkt die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion.
Gutes Grundfutter kostet
Die Maschinenkosten fallen bei der Grundfutterproduktion auf dem eigenen Betrieb mit rund 45% am stärksten ins Gewicht. Die Arbeitskosten machen etwas mehr als ein Drittel der Grundfutterkosten aus. Die restlichen Kosten setzen sich aus Gebäude- und Direktkosten des Futterbaus zusammen. Graskonserven wie Dürrfutter und Silage kosten gemäss Schweizer Durchschnittswerten 42 Franken pro 100 kg Trockensubstanz (TS). Maissilage kostet 32 Franken pro 100 kg TS. Da die selbst produzierten Futtermittel einen grossen Anteil der Futterkosten darstellen, steigern Be triebe durch eine effiziente Nutzung der Nährstoffe die Grundfutterleistung. Die Kosten von Ergänzungsfuttermitteln sind im Vergleich höher als diejenigen der Grundfuttermittel. Allerdings sollten Betriebe für einen Vergleich auch berücksichtigen, wie viele Nährstoffe ein Ergänzungsfutter liefert. Bei gutem Dürrfutter liegen die Kosten bei rund 8 Rappen pro MJ NEL und bei 4,3 Rappen pro Prozent Rohprotein. Bei einem Ergänzungsfutter sind die Kosten zwischen 8 und 11 Rappen pro MJ NEL und zwischen 3 und 5 Rappen pro Prozent Rohprotein.
Wie viel frisst die Kuh?
Um die Futterkosten möglichst genau zu berechnen, ist entscheidend, wie viel die Kühe fressen. Betriebe mit Mischwagen können dies dank integrierter Waage einfach bestimmen. Wer ohne Mischwagen arbeitet, kann mit einem Futterplan den Verzehr der Kühe schätzen lassen oder Ballen und Losefutter wägen. Bei Silagen zeigt die Raufutteranalyse den TS-Gehalt. Betriebe erfassen beim Verzehr sowohl das Futter an der Krippe als auch das Ergänzungsfutter an der Station oder am Melkroboter sowie das Mineralfutter und ziehen die Krippenreste ab. Eine hohe Futteraufnahme bei geringer Milchleistung führt zu entsprechend höheren Kosten.
Die Futtereffizienz ist der entscheidende Hebel für tiefere Futterkosten pro Kilogramm Milch.
Vergleichbare Messgrösse
Der ICL (Indice de conversion lait, auf Deutsch Futterverwertung Milch) beschreibt, wie effizient die eingesetzten Futtermittel von den Kühen in Milch umgewandelt werden. Dabei wird die gesamte Menge an gefressener TS in Kilogramm mit 1000 multipliziert und durch die täglich produzierte Milchmenge geteilt. Je tiefer der ICL, desto besser ist die Futterverwertung. In einer Feldstudie aus dem Jahr 2010, welche UFA begleitet hat, wurde die Futtereffizienz von 68 Betrieben beurteilt. Dabei wurde festgestellt, dass die Betriebe im Mittel 795 g TS einsetzten, um ein Kilogramm Milch zu produzieren. Für eine Herde mit einer durchschnittlichen Tagesmilchleistung von 33 l bedeutet das einen TS-Verzehr von total 26,25 kg pro Kuh und Tag. Beim Blick auf die einzelnen Betriebe fiel auf, dass die besten Betriebe einen ICL von 600 aufwiesen. Das bedeutet, diese Betriebe setzten 600 g TS ein, um ein Kilogramm Milch zu produzieren. Die Betriebe mit den höchsten Werten haben fast das Doppelte an TS eingesetzt, um die gleiche Milchmenge zu produzieren. Zwischen Futterkosten und ICL besteht eine positive Verbindung: Je tiefer der ICL, desto tiefer sind auch die Futterkosten pro Kilogramm Milch. Betriebe mit einem ICL von 1000 hatten Futter kosten von 44 Rappen pro Kilogramm Milch, während Betriebe mit einem ICL von 800 rund zehn Rappen tiefere Futterkosten aufwiesen.
Die Effizienz steigern
Nur wenn die Ration im Pansen synchron fermentiert wird, werden die Nährstoffe bestmöglich in Milch umgewandelt. Besonders wichtig ist ein optimales Verhältnis von schnell fermentierbaren Kohlenhydraten und schnell fermentierbarem Rohprotein. Eine bessere Raufutterqualität erhöht die Nährstoffdichte in der Ration und somit die Effizienz. Beim Gras sind der Schnittzeitpunkt, die Lagerung und die Zusammensetzung des Wiesenbestandes entscheidend. Beim Mais wählen Landwirtinnen und Landwirte geeignete Sorten mit guter Verdaulichkeit und stellen eine korrekte Lagerung sicher. Die Krippenreste sind ein weiterer Faktor, der die Futtereffizienz beeinflusst. Betriebe minimieren diese durch eine hohe Mischqualität. Je homogener die Mischung ist, desto weniger selektieren die Tiere, desto stabiler läuft der Pansen und desto weniger Futter bleibt am Futtertisch liegen. Dürrfutter betriebe verbessern mit dem gezielten Einsatz von Futter mitteln mit hohem NDF-Gehalt, wie Raufutterergänzungswürfel mit viel Zuckerrübenschnitzeln, die Faserverdauung und damit die Futtereffizienz. Weiter spielt die intensive Herdebetreuung eine wichtige Rolle. Je besser Stoffwechselkrankheiten vorgebeugt werden, desto besser ist die Futterverwertung.









