Während im Stall einige Kühe fressen, liegen andere ruhig wiederkäuend in den Liegeboxen. Der Trioliet Fütterungsroboter verteilt frische Rationen mehrmals täglich, schiebt das Futter ans Fressgitter und versorgt verschiedene Tiergruppen automatisch. «Die Tiere haben jederzeit frisches Futter, und die Arbeit ist körperlich deutlich weniger belastend geworden», sagt Philippe Bally.
Philippe Bally, Landwirt«Mit dem Roboter sparen wir täglich eine Stunde Arbeit.»
Technik passt sich dem Betrieb an
Die bauliche Situation auf dem Familienbetrieb stellte bei der Einführung des Systems besondere Anforderungen. Die Ställe für Milchkühe und Rinder liegen nebeneinander, aber auf unter schiedlichem Niveau. Damit auch die Rinder erreicht werden, fährt der Roboter über eine Rampe in den zweiten Stall. Möglich wird dies durch ein im Boden integriertes Induktionsband, dem die Maschine exakt folgt. Die Installation der Futterküche erfolgte mit gebrauchten Behältern aus Frankreich. Trotz der zusätzlichen Technik blieb der Platz für die Futterlagerung weitgehend erhalten. Vor der Automatisierung wurde das Futter von Hand verteilt. Gesucht war zunächst eine Lösung für offenes Heu, doch erst der Trioliet überzeugte durch seine Fähigkeit, trockene Komponenten wie Heu und Emd sauber zu schneiden und homogen zu mischen. «Beim Vergleich verschiedener Systeme war das der einzige Roboter, der unsere trockene Ration zuverlässig verarbeiten konnte», erklärt Philippe Bally.
Mehrere Rationen pro Tag
Der Roboter verfügt über einen 3 m 3 grossen Mischbehälter mit zwei vertikalen Schnecken. Entscheidend ist die richtige Reihenfolge beim Befüllen: Das längste Futter wird zuerst geladen, damit die Struktur er halten bleibt. Während des Mischvorgangs wird das Gerät an der Füllstation automatisch ans Stromnetz angeschlossen. Die Batterie dient ausschliesslich für Fahrten und Entladung. Täglich werden auf dem Betrieb rund 16 Rationen für verschiedene Tiergruppen zubereitet. Die Milch Kühe werden mit drei verschiedenen Rationen versorgt: eine für laktierende Kühe, eine für trocken stehende Tiere und eine für Kühe, die kurz vor dem Kalben stehen. Rinder und abgetränkte Kälber erhalten ebenfalls eine individuell ab gestimmte Ration. Die Vorratsbehälter werden je nach Bedarf ein- bis zweimal pro Tag befüllt. Die Programmierung erfolgt direkt über den Touchscreen und lässt sich einfach anpassen.
Philippe Bally, Landwirt«Mit dem Roboter ist die Fütterung präziser geworden, und im Stall herrscht spürbar mehr Ruhe.»
Weniger Krippenreste, ruhige Tiere
Durch die automatisierte Fütterung sind die Futterreste in der Krippe deutlich zurückgegangen und die Tiere selektieren weniger. Bally berichtet, dass sich mit derselben Futtermenge heute rund zwei Kühe mehr versorgen lassen als früher. Dank des Roboters weiss Bally zudem genau, wie viel Trockensubstanz die Tiere auf nehmen. Fütterungsberater Jean-Baptiste Galliot teilt diese Meinung: «Da jede Tier gruppe eine Ration erhält, lassen sich Bedarf und Leistung besser aufeinander abstimmen.» Gleichzeitig spart der Betrieb täglich etwa eine Stunde Arbeitszeit und die Arbeit ist körperlich weniger anstrengend. Die Herde wirkt ruhiger. Durch die höhere Fütterungsfrequenz kommen die Erstkalbskühe am Fressgitter besser zum Zug. «Ein Teil der Kühe frisst, andere ruhen sich aus oder käuen wieder. Die Tiere wirken ausgeglichener», beschreibt Bally. Die Einführung des Systems war mit einer entsprechenden Investition verbunden, sagt Philippe Bally. Im Alltag überwiegen für ihn die Vor teile: weniger körperliche Arbeit, ruhige Tiere und eine Ration, die auf den Bedarf und die Leistung der Tiere angepasst ist.
Betriebsspiegel
Philippe und Laetitia Bally Vaulion, 980 m ü. M. Bergzone II
Fläche: 66 ha LN, davon 9 ha extensive Wiesen, übrige Natur- und Mähwiesen, Alp mit 103 GVE
Tierbestand: 60 Milchkühe, rund 20 Rinder und Kälber
Milchleistung: 7500 kg Stalldurchschnitt, Milch für Gruyère
Fütterungstechnik: Trioliet WB 2 – 300 Fütterungsroboter
Fütterung: mehrere Trockenrationen mit Heu, Emd, Luzerne
Arbeitskräfte: Familienbetrieb mit einem Vollzeitmitarbeiter und saisonaler Unterstützung
Betriebsentwicklung: Hofübernahme 2006, Photovoltaik seit 2013, Fütterungsroboter seit 2023









