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Nutztiere

Erfolgreich Truten mästen

Mit der Trutenmast können Landwirtinnen und Landwirte leer stehende Ställe nutzen und zusätzliche Wertschöpfung schaffen. Dabei passen sie die Fütterung konsequent an Mastphase und Geschlecht der Tiere an, um Wachstum und Futterverwertung zu optimieren.

Truten, die genügend Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten wie Stroh zur Verfügung haben, neigen weniger zum Federpicken. 

Truten, die genügend Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten wie Stroh zur Verfügung haben, neigen weniger zum Federpicken. 

(UFA AG)

Publiziert am

Agronomin Marketing, UFA AG

Geflügelspezialist, UFA AG

 

Die Trutenmast ermöglicht Betrieben, im Sommer leer stehende Gebäude wirtschaftlich zu nutzen. Häufig führen sie in den Sommermonaten einen Umtrieb durch und vermarkten das Fleisch anschliessend direkt ab Hof. Spezialisierte Betriebe realisieren je nach Ausrichtung zwei bis drei Umtriebe pro Jahr. Damit Leistung und Wirtschaftlichkeit stimmen, müssen Fütterung und Management konsequent an Alter, Geschlecht und Mastphase angepasst werden.

Hoher Proteinbedarf in der Startphase

Ein hoher Proteingehalt im Futter fördert in den ersten Lebenswochen ein optimales Muskelwachstum. Gleichzeitig ist der Energiegehalt im Futter für Trutenküken in dieser Phase vergleichsweise niedrig. Crumbs haben sich in dieser Phase bewährt, da ihre feine Struktur eine rasche Futteraufnahme fördert. Das enthaltene Kokzidiostatikum hält Protozoen in Schach und beugt einer Kokzidiose vor. Pouletmastfutter enthält ein für Truten tödliches Kokzidiostatikum und ist deshalb in keiner Phase als Trutenfutter geeignet. Aufzucht und Mast erfolgen bei Truten oft getrennt, Mastbetriebe kaufen die Tiere im Alter von rund sechs Wochen zu.

Besonderheiten in der Bio-Trutenmast

In der biologischen Produktion ist der Einsatz von Körnern vorgeschrieben. Der Anteil wird mit zunehmendem Alter schrittweise erhöht. Dadurch wird ein bedarfsgerechtes Verhältnis an Protein und Energie sichergestellt. Das ergänzende Mastfutter stellt die Versorgung mit allen relevanten Nährstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sicher.

Während des Wachstums steigt der Energiebedarf und der Proteinbedarf sinkt. 

Weniger Protein, mehr Energie

Mit der Übernahme in die Mast zwischen der sechsten und achten Lebenswoche verschiebt sich der Nährstoffbedarf der Truten. Das Muskelwachstum nimmt anteilsmässig ab, während der Fettansatz sowie der Erhaltungsbedarf mit zunehmendem Körpergewicht steigen. Entsprechend enthalten Mastfutter weniger Protein und gleichzeitig mehr Energie als Starterfutter. Die Würfelstruktur fördert eine hohe Futteraufnahme, da pro Pick mehr Futter aufgenommen wird und keine Selektion möglich ist. Dies wirkt sich positiv auf die Tageszunahmen und die Futterverwertung aus. Aufgrund des anhaltenden Kokzidiendrucks ist der Einsatz eines Kokzidiostatikums weiterhin sinnvoll. Männliche Tiere nehmen in dieser Phase schneller zu und nehmen im Vergleich zu den weiblichen Tieren mehr Futter auf. Deshalb werden auf einigen Betrieben die Geschlechter getrennt und mit unterschiedlicher Mastdauer gemästet

Männliche Tiere werden schwerer

Ab der 12. Lebenswoche setzen Betriebe ein Ausmastfutter ein, bei dem der Proteingehalt weiter reduziert und der Energiegehalt nochmals erhöht wird. Betriebe verzichten in dieser Phase auf Kokzidiostatika, um die Absetzfristen einzuhalten. Die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Tieren werden nun klar sichtbar. Je nach Hybrid erreichen weibliche Truten ihre maximale Tageszunahme bereits in der zehnten Lebenswoche und setzen danach vermehrt Fett an. Männliche Tiere erreichen ihre maximale Tageszunahme erst in der 14. Lebenswoche.

Schlachtzeitpunkt gezielt wählen

Mit zunehmendem Alter steigt der Futterverzehr, während die Tageszunahmen stagnieren oder sinken (siehe Grafik). Dadurch verschlechtert sich die Futterverwertung und zusätzliche Masttage werden teuer. Das optimale Schlachtgewicht ist je nach Haltungssystem und Hybrid unterschiedlich. Beim intensiven Hybrid B.U.T. 6 liegt es bei etwa 9 bis 12 kg für weibliche und 18 bis 24 kg für männliche Tiere. Eine rechtzeitige Futterumstellung auf das Absetzfutter hilft, den Fettansatz zu begrenzen und die gewünschte Schlachtkörperqualität zu erreichen.

Beschäftigung ist wichtig

Truten zeigen starkes Erkundungsverhalten und suchen aktiv nach Futter. Fehlen geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten, kann es zu Federpicken und Kannibalismus kommen. Strohballen, Heuraufen oder hängende Elemente bieten sich als Beschäftigung an. BTS-Betriebe müssen zudem ab dem 10. Lebenstag erhöhte Sitzgelegenheiten wie Plattformen anbieten. Für die Weidehaltung stellen Landwirtinnen und Landwirte den Truten idealerweise mindestens die doppelte Stallfläche als Auslauf bereit. Ein einfaches Flexinetz genügt meist als Zaun, da Truten selten auffliegen. Durch die Weidenutzung fällt zudem weniger Mist im Stall an, weshalb einige Betriebe die Mast auf die Sommermonate beschränken. 

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