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Betriebsführung

3 Fragen an Fabian Brühwiler

Die UFA-Revue stellte Fabian Brühwiler, Geschäftsführer der  Maschinenring Ostschweiz AG, drei Fragen zum Einsatz von Betriebshelferinnen und Betriebshelfern auf Landwirtschaftsbetrieben. 

Fabian Brühwiler Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG.

Fabian Brühwiler Geschäftsführer der Maschinenring Ostschweiz AG.

(Bild: MR Ostschweiz)

Publiziert am

Redaktor, UFA-Revue

Wo und wann kommen Betriebshelferinnen und Betriebshelfer des Maschinenrings Ostschweiz zum Einsatz?

Wir sind primär im Kanton Thurgau tätig und unterstützen bei genügend Kapazität auch Betriebe in der gesamten Ostschweiz. Unsere Betriebshelferinnen und Betriebshelfer kommen heute vor allem zum Einsatz, wenn ein Betrieb ohne externe Unterstützung nicht weiterlaufen könnte. Die häufigsten Gründe sind kurzfristige Notfälle wie Unfälle, Krankheiten oder geplante Operationen der Betriebsleitenden. Aber auch längere Ausfälle durch psychische Belastungen oder Überlastung nehmen zu. Zusätzlich unterstützen wir bei Arbeitsspitzen – etwa während der Heuernte – oder übernehmen Ferienablösungen, wenn keine entlastenden Familienstrukturen vorhanden sind. Durch den Strukturwandel sind die Betriebe grösser und komplexer geworden, was die Anforderungen an unsere Leute erhöht. Unsere Einsätze sind daher längst mehr als blosse Aushilfe. Es geht um das selbstständige Führen ganzer Betriebe auf Zeit und darum, in herausfordernden Momenten die Stabilität zu sichern.

Wie schnell können Betriebshelferinnen und Betriebshelfer im Ernstfall einspringen?

So schnell wie möglich. Oft können wir innerhalb weniger Tage eine passende Person organisieren, in akuten Situationen sogar noch schneller. Entscheidend ist, dass unsere Koordinationsstelle täglich die Verfügbarkeiten im Blick hat und flexibel auf neue Situationen reagieren kann.

«Unser Ziel ist immer, den Betrieb lückenlos weiterzuführen.»

Fabian Brühwiler

Je früher ein Betrieb einen drohenden Ausfall meldet, desto besser gelingt die Planung. Dennoch zeigt die Praxis, dass viele Ereignisse völlig unerwartet eintreten. Dann profitieren wir von einem Netzwerk aus fest angestellten Betriebshelfern und regelmässigen Springern, die kurzfristig einsatzbereit sind. Ziel ist immer, den Betrieb lückenlos weiterzuführen und Tiere sowie Infrastruktur zuverlässig zu betreuen – egal, wie überraschend der Ausfall eintritt.

Was müssen Betriebshelferinnen und Betriebshelfer mitbringen – und was nehmen sie aus den Einsätzen mit?

Betriebshelferinnen und Betriebshelfer müssen heute weit mehr mitbringen als eine landwirtschaftliche Grundausbildung. Sie brauchen Selbstständigkeit, Flexibilität, technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, sich rasch in neue Betriebsstrukturen einzuarbeiten. Auch Belastbarkeit und ein gutes Gespür im Umgang mit Menschen sind entscheidend – denn Einsätze finden oft in emotional angespannten Situationen statt. Unsere Weiterbildungen in Bereichen wie Arbeitssicherheit oder moderne Melksysteme unterstützen sie zusätzlich. Zurück aus den Einsätzen nehmen sie einen enormen Erfahrungsschatz mit. Sie lernen unterschiedlichste Betriebsmodelle kennen, erweitern ihren Horizont, stärken ihre Entscheidungskompetenz und bauen ein wertvolles Netzwerk auf. Viele sagen, dass sie persönlich und fachlich an jedem Einsatz wachsen.

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